Die Holzarchitektur der Liao – Struktur, Geschichte, Erhalt

27.11.2013
Von: OTH Regensburg

Ein Bauforschungs- und Restaurierungsprojekt wird derzeit unter der Leitung von Prof. Dr. Thekla Schulz-Brize von der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH Regensburg) in Kooperation mit der Chinese Academy of Cultural Heritage vorbereitet.

Die Teilnehmer an dem Bauforschungs- und Restaurierungsprojekt unter der Leitung von Prof. Dr. Thekla Schulz-Brize (4.v.r.) von der Ostbayerischen Technischen Hochschule.

Die Teilnehmergruppe an dem Bauforschungs- und Restaurierungsprojekt unter der Leitung von Prof. Dr. Thekla Schulz-Brize (4.v.r.) von der Ostbayerischen Technischen Hochschule.

Ein Beispiel der Holzarchitektur der Liao.

Ein Beispiel der Holzarchitektur der Liao.

Bauforschungs- und Restaurierungsobjekte in Nordost-China.

Bauforschungs- und Restaurierungsobjekte in Nordost-China. Fotos: OTH Regensburg

Der weitreichenden Untersuchung und Erforschung neuer Aspekte der liao-zeitlichen Architektur in Nordost-China dient ein Bauforschungs- und Restaurierungsprojekt, das derzeit unter Leitung von Prof. Dr. Thekla Schulz-Brize von der OTH Regensburg in Kooperation mit der Chinese Academy of Cultural Heritage (CACH) vorbereitet wird.

Zu diesem Zweck reiste eine vierköpfige Gruppe deutscher Wissenschaftler und Spezialisten, darunter Bauforscher, Vermesser, Restauratoren vom 23. Oktober bis 1. November 2013 nach China. Dort war das genaue Vorgehen bei den aufwändigen Arbeiten vor Ort zusammen mit chinesischen Kollegen zu planen und für die Beantragung der finanziellen Mittel bei einem deutschen Geldgeber zu konkretisieren.

Das dichte Programm der Reise führte insbesondere zur Fengguo-Halle in Yixian (Provinz Liaoning) und zum Guanyin-Turm des Dule-Klosters in Jixian (Provinz Tianjin). Die zirka 1.000-jährigen Holzbauten werden im Mittelpunkt der Untersuchung stehen. In ihrer Komplexität und ihrem konstruktiven Raffinement stellen sie einen Höhepunkt der chinesischen Architektur dar.

Gravierende Schäden an der Ausstattung, insbesondere an den Wandmalereien und an den Skulpturen machen eine Restaurierung dringend erforderlich, die auf jeden Fall mit einer eingehenden Untersuchung der konstruktiven Gegebenheiten des jeweiligen Gesamtbaus in Zusammenhang stehen sollte.

Auf der Grundlage modernster Vermessungsmethoden soll auch wissenschaftlichen Fragen der Bauforschung nachgegangen werden, deren Methoden bisher in China noch nicht etabliert sind. Hiervon werden Rückschlüsse auf die komplizierte Konstruktionsweise, auf die Ausbildung der Konsolensysteme sowie auf Fragen des Entwurfs und der Standardisierung der Einzelbauteile erwartet. Von der vergleichenden Einordnung der Bauten innerhalb der Architektur jener Zeit erhoffen wir uns generell neue Erkenntnisse zur Frage nach der Besonderheit und Einzigartigkeit der liao-zeitlichen Architektur.

Das ins Auge gefasste Projekt soll ab Mitte 2014 durchgeführt werden. Die Finanzierung der Projektreise ist dem Deutschen Archäologischen Institut (DAI) sowie dem Förderprogramm "Projektbezogener Wissenschaftleraustausch" des Bayerischen Hochschulzentrums für China zu verdanken.

Englische Version: 

Restoration-Conservation and Research Project "The Wooden Architecture of Liao – Structure, History, Preservation"

At present a building research project under the direction of Prof. Thekla Schulz-Brize (OTH/  University of applied Science Regensburg) and in cooperation with the Chinese Academy of Cultural Heritage (CACH) is being prepared. Its aim is to profoundly examine the Liao-time architecture in North-eastern China and to do research on new aspects.

A group of four scientists and experts (‘Bauforscher’, surveyors and conservators) visited China from the 23rd of October to the 1st of November. The purpose of the visit was to carefully plan the costly procedure on site together with the Chinese colleagues, and to apply to a German investor for financial resources.

The tight schedule of the visit led the party in particularly to the Fengguo-Temple in Yixian (Province Liaoning) and to the Guanyin Pavilion of the Dule Temple in Jixian (Province Tianjin). The about one-thousand-year-old buildings will be the centre of the investigation. With their complex and refined structures they can be regarded as Chinese Architecture at it’s cultural height.

The décors of the buildings, especially the mural paintings and sculptures, show grave damages and require immediate attention. The restoration and conservation measures should by all means include a close examination of the entire buildings.

Based on the latest surveying techniques, issues of historical architecture research will be discussed regarding the methods, which are, as of yet, not commonly used in China. Hereby we expect to be able to draw conclusions as to the skilful architectural constructions, the set up of the Bracketing system as well as to the issues of design and standardization of individual construction elements. By comparing the properties of the buildings and associating them with others of the same period of time, we hope to acquire more knowledge on the special und unique features of the Liao-time architecture.

The planned project is to start in mid-2014.

We gratefully thank the DAI (German Archaeological Institute) and the Funding Programme for Project-Related Academic Exchange of the Bavarian Academic Centre for China.

Zurück