Barmherzige Brüder zeichnen sieben Absolventinnen aus

27.11.2018
Von: Tanja Rexhepaj

Der Orden der Barmherzigen Brüder hat die Förderpreise 2018 an sieben herausragende Absolventinnen verliehen. Insgesamt 6.000 EUR gingen damit an Sozial- und Gesundheitswissenschaftlerinnen der OTH Regensburg.

Von links: Prof. Dr. Annette Meussling-Sentpali, Prof. Dr. Klaudia Winkler, Clara Pfindel, Katja Rußwurm, Pater Thomas Väth, Isabell Kreuzer, Prof. Dr. Wolfram Backert, Lena Jung, Prof. Dr. Gabriele Scheffler, Nadine Dennerlohr, Prof. Dr. Irmgard Schroll-Decker, Gerda Krakofsky, Katharina Pfaff.

Bei der Preisverleihung am 23. November 2018 (von links): Prof. Dr. Annette Meussling-Sentpali, Vizepräsidentin Prof. Dr. Klaudia Winkler, Clara Pfindel, Katja Rußwurm, Pater Thomas Väth, Isabell Kreuzer, Prof. Dr. Wolfram Backert, Lena Jung, Prof. Dr. Gabriele Scheffler, Nadine Dennerlohr, Prof. Dr. Irmgard Schroll-Decker, Gerda Krakofsky und Katharina Pfaff. Foto: OTH Regensburg/Tanja Rexhepaj

Der Orden der Barmherzigen Brüder hat am 23. November 2018 zum 14. Mal Förderpreise für herausragende Abschlussarbeiten von Sozial- und Gesundheitswissenschaftlerinnen der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) vergeben. Insgesamt 6.000 EUR gingen an vier Bachelor- und drei Masterabsolventinnen. 

Die beiden ersten Plätze, dotiert mit je 1.500 EUR, gingen an die Sozialpädagoginnen Gerda Krakofsky und Nadine Dennerlohr. Über den zweiten Platz und damit ein Preisgeld von je 1.000 EUR freuten sich Katharina Pfaff und Lena Jung, beide ebenfalls Sozialpädagoginnen. Den dritten Platz und damit 500 EUR sicherten sich Isabell Kreuzer und Clara Pfindel mit einer Gemeinschaftsarbeit im Bachelorstudiengang Pflege sowie Masterabsolventin Katja Rußwurm.

Die Preise überreichten die Vizepräsidentin der OTH Regensburg, Prof. Dr. Klaudia Winkler, und Pater Thomas Väth vonseiten des Ordens der Barmherzigen Brüder. Es sei nicht nur die jährliche Verleihung der Förderpreise, die die Partnerschaft zwischen den Barmherzigen Brüdern und der OTH Regensburg auf eine gute und kontinuierliche Basis stelle, betonte Prof. Dr. Winkler in ihrer Ansprache. Der Orden beteilige sich darüber hinaus am Deutschlandstipendium und habe gar eine Professur für das Fach Pflegewissenschaft gestiftet. Diesem Engagement galt der ausdrückliche Dank der Vizepräsidentin. 

Besonders wichtig: empirische Studien

Pater Thomas Väth ging in seinem Grußwort auf die Bedeutung empirischer Studien ein. „Sie sind wichtig, weil dort die Betroffenen in Interviews selbst zu Wort kommen“, sagte Pater Thomas Väth. Alle sechs Arbeiten passten ausgesprochen gut zu den Themen des Ordens, der es sich zur Aufgabe gemacht habe, „stets zuallererst den Menschen zu sehen“. Prof. Dr. Wolfram Backert, Dekan der Fakultät Angewandte Gesundheits- und Sozialwissenschaften, lobte die ausgezeichneten Arbeiten als Beispiel dafür, dass sich Wissenschaftlichkeit und Praxistauglichkeit gegenseitig bedingen.

Die Themen der Erstplatzierten: ausgesprochen praxisnah

Die beiden Erstplatzierten hatten denn auch ausgesprochen praxisnahe Themen: In Gerda Krakofskys Bachelorarbeit geht es um eine qualitative Untersuchung des Alltags von Familien in Deutschland, bei denen eine osteuropäische Pflegekraft mit im Haushalt lebt. Dazu hat Gerda Krakofsky Interviews mit betroffenen Angehörigen geführt und daraus entsprechende Handlungsempfehlungen erarbeitet. „Es sollte anonyme, niederschwellige Beratungsangebote für Angehörige und für die Live-Ins geben. Das Arbeitsverhältnis muss raus aus der rechtlichen Grauzone“, sagte sie. 

Die Erstplatzierte Nadine Dennerlohr arbeitete mit Fragebögen, die sie an Seniorinnen und Senioren verschickte. Auf diese Weise gelang es ihr, Wünsche und Bedürfnisse der Menschen in Bezug auf ihren eigenen Alterswohnsitz zu ermitteln. Insbesondere im ländlichen Raum seien viele Wohnungen nicht altersgerecht ausgestattet, sagte Nadine Dennerlohr. Konkrete Schlussfolgerungen zur Verbesserung der Infrastruktur und der Nahversorgung sowie zu neuen Konzepten zur Einbindung Hochbetagter und Pflegebedürftiger gehören zu den Ergebnissen ihrer Arbeit. 

Moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Christian Zürner von der Fakultät Angewandte Gesundheits- und Sozialwissenschaften der OTH Regensburg. Für musikalische Stimmung war die Band „HEPpy projekt“ unter Leitung von Monika Bückert zuständig.

Die Förderpreise 2018

  • 1. Platz (1.500 EUR): Gerda Krakofsky, B. A.; „24 Stunden von osteuropäischen Pflegerinnen betreut. Eine qualitative Untersuchung aus Sicht der pflegenden deutschen Familien“. Betreuerin: Prof. Dr. Irmgard Schroll-Decker
  • 1. Platz (1.500 EUR): Nadine Dennerlohr, M. A.; „Wünsche, Bedürfnisse und konkrete Planungen für den eigenen Alterswohnsitz. Ein Vergleich zwischen der Stadt Neumarkt und der Gemeinde Sengenthal“. Betreuer: Prof. Dr. Wolfram Backert
  • 2. Platz (1.000 EUR): Katharina Pfaff, B. A.; „Der Umgang mit Wohnungslosigkeit am Beispiel der Stadt Regensburg“. Betreuerin: Prof. Dr. Gabriele Scheffler
  • 2. Platz (1.000 EUR): Lena Jung, M. A.; „Syrer als Teil Deutschlands. Barrieren und Möglichkeiten der Adaption aus der Sicht syrischer Geflüchteter“. Betreuerin: Prof. Dr. Monika Weiderer
  • 3. Platz (500 EUR): Isabell Kreuzer und Clara Pfindel, B. Sc.; „Bedarfserhebung für eine Beratungsstelle in der Klinik für Altersmedizin in Regensburg“. Betreuerin: Prof. Dr. Annette Meussling-Sentpali
  • 3. Platz (500 EUR): Katja Rußwurm, M. A.; „Begleitung von Krebspatientinnen und Krebspatienten. Entwicklung eines Ausstattungs- und Angebotskonzepts für das Patienten- und Angehörigenhaus der Leukämiehilfe Ostbayern e.V.“. Betreuerin: Prof. Dr. Irmgard Schroll-Decker
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