Alternativer Lehrtag Rechtsextremismus

20.12.2016
Von: Prof. Dr. Clarissa Rudolph

Auch der zweite alternative Lehrtag zum Thema „Rechtsextremismus“ fand großen Zuspruch. Studierende des Seminars „Rechtsextremismus in Deutschland“ haben Präsentationen und Workshops zum dem Thema vorbereitet und angeboten, außerdem haben externe Referentinnen und Referenten verschiedene Vorträge gehalten.

Präsentation der Arbeitsgruppe zum Vergleich von Wahlprogrammen

Präsentation der Arbeitsgruppe zum Vergleich von Wahlprogrammen

Informationen zur NSU-Mordserie

Informationen zur NSU-Mordserie

Eröffnung des Lehrtages mit Dekan Prof. Dr. Wolfram Backert, Prof. Dr. Clarissa Rudolph und Referent Prof. Dr. Elmar Brähler

Eröffnung des Lehrtages mit Dekan Prof. Dr. Wolfram Backert, Prof. Dr. Clarissa Rudolph und Referent Prof. Dr. Elmar Brähler. Fotos: Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften

Rechtsextreme Aktivitäten sind vielfältiger und vor allem öffentlicher geworden. Sie reichen von Hassbotschaften im Internet über Bedrohungen für liberale Politikerinnen und Politiker bis hin zu Tötungsdelikten und Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte. Das Bundeskriminalamt spricht von einem „Klima der Angst“, das rechte Aktivistinnen und Aktivisten in Teilen Ostdeutschlands geschaffen haben.

Damit wird auch die Analyse und Bewertung von „Rechtsextremismus“ in Theorie und Praxis immer dringender. Eine Möglichkeit dafür bot der Alternative Lehrtag an der Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften zum Thema “Rechtsextremismus”. Die Bearbeitung von Rechtsextremismus in sozialarbeiterischer Forschung und Lehre hat das Ziel, Fragen der politischen Kultur, des politischen Handelns und der politischen Bewegungen als Analyserahmen und Deutungshorizont von sozialen Lagen und Konflikten zu etablieren und gesellschaftlichen Wandel und seine Wirkungen auf struktureller, individueller und symbolischer Ebene begreifbar und damit auch gestaltbar zu machen. Es geht um Aufklärung im besten Sinne.

“Man bereitet sich doch noch mal anders vor, bei einem solchen Tag, dadurch sind wir auch tiefer in unsere Themen eingestiegen als sonst”, so das Fazit der Studierenden nach dem Alternativen Lehrtag. Seit Beginn des Semesters hatten sich die Studierenden des Seminars „Rechtsextremismus in Deutschland“ auf die Präsentationen ihrer Perspektiven auf Rechtsextremismus vorbereitet und Workshops angeboten: So konnte man sich theoretisch und praktisch mit rechtsextremer Musik auseinandersetzen, sich mit den eigenen Vorurteile und Stereotypen über „Andere“ konfrontieren, einen Vortrag über die rechte Bewegung „die Identitären“ hören, Programme konservativer und rechter Parteien miteinander vergleichen oder einen selbstgedrehten Film über geflüchtete Jugendliche aus Regensburg und Umgebung ansehen.

Zahlreiche Studierende und Lehrende der Fakultät nahmen die Angebote wahr, die anstelle des normalen Lehrbetriebes präsentiert wurden. Gerahmt wurden die eigenen Angebote von externen Referentinnen und Referenten: Prof. Dr. Elmar Brähler stellt die bekannte Leipziger Mitte-Studie vor, Prof. Dr. Fabian Virchow gab einen Überblick über die Entwicklung rechter Bewegungen in Deutschland und Dr. Jasmin Siri setzte sich mit dem Geschlechterbild der AfD auseinander. Am Abend vollzog Dr. Matthias Quent noch mal die Entwicklung des NSU in Thüringen nach, während an anderer Stelle das Forum Sozialwissenschaften den Film „Wie sind jung – wir sind stark“ präsentierte.

Zufrieden äußerte sich die Seminarleiterin Prof. Dr. Clarissa Rudolph nach dem Lehrtag: „Die Studierenden waren äußerst engagiert, kompetent und sorgfältig bei der Bearbeitung der Themen und die Organisationsgruppe hat unglaublich professionell die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen. Ein tolles Team!“

Der alternative Lehrtag war der zweite Teil der Schwerpunktsetzung „Rechtsextremismus“ der Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften der OTH Regensburg. Schon bei den Einführungstagen im Oktober hatte es eine Ausstellung, einen Vortrag und die Präsentation von Abschlussarbeiten zum Thema gegeben. Mit diesem Schwerpunkt möchte die Fakultät auch ein Zeichen setzen für eine offene, vielfältige und demokratische Gesellschaft.

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