Im Verbund für nachhaltige Mobilität

Die European Alliance on Sustainable Mobility (ERASMob) ist ein 2021 vereinbarter Zusammenschluss aus sieben europäischen Universitäten und Hochschulen, der eine europäische, mehrsprachige, campusübergreifende Universität für nachhaltige Mobilität schaffen soll. Es soll ein innovativer Ansatz entwickelt werden, der auf interdisziplinären und verstärkten Synergien zwischen Bildung, Forschung und Innovation basiert, um die kurz- bis mittelfristigen sozioökonomischen Herausforderungen zu bewältigen, denen sich Europa in den Bereichen Nachhaltigkeit, Umwelt, beruflicher und kultureller Wandel stellen muss. Dabei spielt die Einbindung und Zusammenarbeit von Industrie, Politik und Bevölkerung im Hochschulverbund eine wichtige Rolle. Der Hochschulverbund bereitet einen gemeinsamen Antrag für die nächste Ausschreibung des Programms Erasmus+ vor.

    Die Präsidenten und Rektoren der sieben Universitäten und Hochschulen, die an der Gründung von ERASMob beteiligt sind, kamen Mitte 2021 zu einem ersten virtuellen Treffen zusammen (Bericht).

    Das Partner-Netzwerk

    Unter der Leitung der Université Clermont Auvergne (Clermont-Ferrand, Frankreich) vereint der Verbund drei Universitäten und vier technische Hochschulen aus sieben europäischen Ländern. Neben der Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg zählen zu dem Zusammenschluss folgende Hochschulen: Vives University of Applied Sciences (Brügge, Belgien), Panepistimio Ioanninon (Ioannina, Griechenland), Tallinna Tehnikakõrgkool (Tallinn, Estland), Høgskulen på Vestlandet (Bergen, Norwegen) und Universitatea Ovidius din Constanta (Constanta, Rumänien).

      Die Ziele

      ERASMob zielt darauf ab, interdisziplinär verstärkt Synergien zwischen Bildung, Forschung und Innovation zu entwickeln, um die sozioökonomischen Herausforderungen nachhaltiger Mobilität, vor denen Europa heute steht, zu bewältigen. ERASMob hat sich zum Ziel gesetzt, eine innovative Bildungs-, Forschungs- und Innovationsdynamik zu schaffen, die in der Lage ist, akademische Praktiken durch ein vierstufiges Ziel zu erneuern:

        Eine breit angelegte Sensibilisierungskampagne für nachhaltige Mobilitätskonzepte, -lösungen und -hindernisse, die sich an 100 % der Forscher*innen, Mitarbeiter*innen und Student*innen richtet und die kontinuierliche Aufklärung der breiten Öffentlichkeit ermöglicht.

        Sicherstellung der raschen Einführung von integrativen Programmen, die die Grundlage für eine systemische Zusammenarbeit zwischen den Partnern (Hochschulen, Städte, Unternehmen, Zivilgesellschaft) schaffen.

        Vertiefung der fortgeschrittenen, interdisziplinären Zusammenarbeit auf lokaler und transnationaler Ebene.

        Definition und Umsetzung einer integrierten, systemischen Zusammenarbeit, die die sozioökonomischen Auswirkungen fördert, den Austausch bewährter Verfahren ermöglicht und zu erheblichen gesellschaftlichen Veränderungen führt ("scaling up the transformation").

        Die Initiative „Europäische Hochschule“

        Der ERASMob-Verbund ging aus der Initiative "Europäische Hochschule" hervor. Europäische Hochschulen sind transnationale Allianzen, die sich zu Hochschulen der Zukunft entwickeln, europäische Werte und europäische Identität fördern und außerdem die Qualität und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Hochschulbildung, Forschung und Innovation revolutionieren. Für diesen wichtigen Schritt prüft die Kommission im Rahmen zweier Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen für das EU-Programms Erasmus+, die 2019 und 2020 veröffentlicht wurden, verschiedene Modelle der Zusammenarbeit europäischer Universitäten. Insgesamt wurden bereits 41 Allianzen bewilligt.

        Die Ziele einer europäischen Allianz sind, dass

        • die europäischen Universitäten zu einem interuniversitären Campus werden,
        • Fachwissen, Plattformen und Ressourcen zu bündeln, um gemeinsame Lehrpläne oder Module für verschiedene Disziplinen anzubieten und neue Synergien in den Bereichen Forschung und Innovation auf europäischer Ebene zu entwickeln,
        • Europäische Hochschulen zur nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung der Regionen, in denen sie angesiedelt sind, beitragen, indem sie mit dem sozioökonomischen Bereich (Unternehmen, kommunale Behörden, Akademiker usw.) zusammenarbeiten.

        Eine Allianz, die sich zu einer europäischen Universität entwickeln will, muss folgende Anforderungen erfüllen:

        • Partner aus allen Arten von Hochschuleinrichtungen umfassen und ein breites geografisches Spektrum in Europa abdecken
        • auf einer gemeinsam erarbeiteten, langfristigen Strategie beruhen, die auf Nachhaltigkeit, Exzellenz und europäische Werte ausgerichtet ist,
        • studierendenzentrierte Lehrpläne anbieten, die gemeinsam im Rahmen eines interuniversitären Campus erstellt werden, wo eine heterogene Studierendenschaft eigene Programme entwickeln und auf allen Studienebenen Mobilität in Anspruch nehmen können,
        • Studierende, Wissenschaftler und externe Partner abhängig von den jeweiligen Herausforderungen in disziplinübergreifenden Teams zusammenbringen, um die größten Probleme zu bewältigen, mit denen Europa heute konfrontiert ist,
        • Entwicklung gemeinsamer Forschungs- und Innovationsaktivitäten innerhalb der Allianz.