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Patentiert sicherer Betrieb von Drohnen und Co

06.07.2021
Von: Institut für Angewandte Forschung und Wirtschaftskooperationen

Die Kombination aus Erfinder- und Teamgeist einer Forschergruppe der OTH Regensburg ist mit einem Patent belohnt worden. Ihre Idee sorgt für sicherere Drohnen – und das ohne ein Gramm mehr Gewicht.

Die Technologie erkennt Beschädigungen schon vor dem Abheben.

Die Technologie erkennt Beschädigungen schon vor dem Abheben. Foto: OTH Regensburg/Florian Olbrich

Funktionstüchtig oder beschädigt? Die Zustandsbewertung der Drohne erfolgt mithilfe einer intelligenten Analyse des Frequenzspektrums.

Funktionstüchtig oder beschädigt? Die Zustandsbewertung der Drohne erfolgt mithilfe einer intelligenten Analyse des Frequenzspektrums. Foto: OTH Regensburg/Christian Pongratz

Der Gebrauch von Drohnen, oder allgemein Kleinst-Luftfahrzeugen (UAV), steigt aktuell enorm an und wird auch für Behörden und Industrie zunehmend interessanter. Etwa im Vermessungswesen, bei Einsätzen der Feuerwehr oder im Katastrophenschutz kann deren schneller Einsatz und die Möglichkeit, schnell einen Blick von oben zu erhalten, von großem Nutzen sein. Mit dem professioneller werdenden Einsatzgebieten steigen aber auch die Sicherheitsanforderungen an solche Flugsysteme.

Methode nutzt bereits verbaute Komponenten

Um diesen zu begegnen, entstand im Rahmen der Zusammenarbeit des Sensor-ApplikationsZentrums (SappZ) und des Labors Faserverbundtechnik (LFT) eine Erfindungsidee. Sie soll dafür sorgen, dass mechanische Schäden an der Struktur solcher Flugsysteme schon vor dem Abheben erkannt und Abstürze somit verhindert werden können. Das System nutzt dafür einen schwingungs- bzw. vibrationsbasierten Ansatz; das heißt, dass die Motoren oder Triebwerke klar definierte Anregesignale in die Struktur senden, die über die Bordelektronik gezielt wieder ausgelesen werden können. Indem die so gewonnenen Daten anschließend analysiert werden, geben sie Aufschluss über den Zustand des Chassis und die Art eventuell vorhandener Beschädigungen.

Der besondere Clou der Methode ist, dass sie Komponenten nutzt, die typischerweise bereits im Flugsystem verbaut sind. Sie ist damit praktisch gewichtsneutral. Das ist ein großer Vorteil, da bereits kleine Erhöhungen des Gewichts die Flugzeit stark reduzieren können.

Idee an interessierte Firmen weitertragen

Die Erfindungsidee wurde mit Hilfe der Bayerischen Patentallianz (BayPAT) eingereicht. Schließlich erfolgte die Nachricht an die Entwickler, Florian Olbrich (SappZ), Christian Pongratz (LFT), Prof. Dr. Rudolf Bierl (SappZ) und Prof. Dr. Ingo Ehrlich (LFT), dass die Patentanmeldung erfolgreich war. Seitdem ist die Erfindung ein gültiges europäisches (Patent-Nr. 3748327) und internationales Patent (Veröffentlichungsnr. WO 2020/245305) und auf der Homepage des BayPAT gelistet, um die Methode an interessierte Firmen weiterzutragen.

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