EU-Förderungen

Die Europäische Union (EU) möchte mit der im Jahr 2010 auf zehn Jahre angelegten „Europa 2020-Strategie“, dem Nachfolger der „Lissabon-Strategie“, Mängel unseres Wachstumsmodells beheben und Grundlagen für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum schaffen.

Zur Erreichung der fünf Kernziele und der rahmengebenden sieben Leitinitiativen investiert die EU in zahlreiche Förderprogramme. Für den Bereich Forschung und Innovation wurde mit HORIZON 2020 das mit einem Budget von 80 Milliarden Euro für den Zeitraum 2014-2020 weltweit größte Förderprogramm für Forschung und Innovation ins Leben gerufen worden. HORIZON möchte durch grenzüberschreitende Zu­sammenarbeit in unterschiedlichen Bereichen der Wissenschaft und Forschung fördern und damit zu den oben genannten Zielen bei­tra­gen.

Neben HORIZON 2020 bestehen noch weitere Programme wie EFRE, ESF, Eurostars oder COST, welche nachfolgend näher erläutert werden. Weitere Informationen zur Europa 2020-Strategie sind auf den quellgebenden, verlinkten Seiten zu finden.

Horizon 2020 ist ein im Rahmen der Europa-2020-Strategie entwickeltes EU-Programm für Forschung und Innovation. Dadurch soll ein intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum erreicht werden, welches gleichzeitig das Hauptziel der 2020-Stra­te­gie darstellt.

Horizon 2020 umfasst drei Säulen, die die grundsätzlichen Förderungsbereiche abbilden und jeweils verschiedene Förder­ins­tru­mente beinhalten: Exzellente Wissenschaft, Industrielle Führungsrolle, Gesellschaftliche Herausforderungen.

Es werden u.a. gefördert:

  • Forschungsprojekte in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnologie, Nano- und Biotechnologie, Neue Mate­rialien
  • Projekte mit innovativen Lösungen zu Themen wie demografischer Wandel, sichere und saubere Energie, intelligenter Verkehr und Ressourceneffizienz
  • Vernetzung von Forschungsinfrastruktur und Errichtung neuer Forschungsanlagen

Weitere Informationen zu den Fördermöglichkeiten und zum Rahmenprogramm selbst finden Sie unter: EU Horizon 2020 - BayFOR.

In Bezug auf die Region Bayern wurden seitens des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) für den Förder­zeit­raum 2014-2020 zwei Förderziele definiert:

1. "Investitionen in Wachstum und Beschäftigung"

2. "Europäische territoriale Zusammenarbeit"

Das erste Ziel umfasst insgesamt fünf Förderbereiche, darunter auch Forschung, Entwicklung und Innovation, welche den Förderbereich 1 bilden. Dieser ist zum einen auf den Ausbau von Forschungs- und Kompetenzzentren ausgerichtet und zum anderen auf den Technologietransfer zwischen Hochschulen bzw. Forschungseinrichtungen und KMU.

Generell förderungsfähig sind Projekte, die in den Förderbereichen thematisch angesiedelt sind, aus dem entsprechenden EFRE-Fördergebiet stammen und mit dessen Zielen konform sind.

Das im Rahmen des EFRE bestehende Kooperationsprogramm "Ziel ETZ 2014-2020" umfasst die grenzüberschreitende Zu­sam­menarbeit zwischen dem Freistaat Bayern und der Tschechischen Republik.

Der Europäische Sozialfonds (ESF) konzentriert sich im Rahmen der Förderperiode 2014-2020 vor allem auf die Förderung von Beschäftigung und Bildung.

Spezifische bundesweite ESF-Förderungsprogramme, welche u.a. auf Verbundprojekte von Hochschulen und Unternehmen ab­zie­len, sind beispielsweise:

Weitere Informationen zu allen ESF-Programmen des Bundes sowie der jeweiligen Bundesländer sind hier verfügbar.

Im Rahmen der Förderaktion "Netzwerktätigkeiten zwischen Hochschulen und Unternehmen" des ESF-Bavaria wird der Wissenstransfer zwischen Hochschulen und Unternehmen in Bayern gefördert.

Das Förderprogramm Eurostars ist auf Forschungs- und Entwicklungsvorhaben von KMU gerichtet, die innerhalb der euro­päi­schen Forschungsinitiative EUREKA in Kooperation mit einem oder mehreren Partnern (forschungstreibende KMU, Hoch­schu­len oder andere Forschungseinrichtungen) aus anderen Mitgliedstaaten umgesetzt werden.

Im Fokus stehen dabei Forschungsprojekte von zivilem Charakter, die sich auf neue Verfahrens- oder Produktentwicklungen kon­zen­trieren. Die geförderten Themenbereiche sind dabei nicht beschränkt und können frei gewählt werden.

Zu den Fördervoraussetzungen zählen u.a. die Mitwirkung von mindestens zwei aus unterschiedlichen Teilnehmerstaaten stammenden Partnern sowie eine maximale Projektlaufzeit von drei Jahren.

Hinweis: Das Verwertungsinteresse der verschiedenen Partner muss klar erkennbar sein. Auch Hochschulen sowie Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen sind zur wirtschaftlichen Verwertung ihrer Forschungsergebnisse inkl. Patentierung schutz­wür­diger Ergebnisse verpflichtet. (Quelle: Homepage Eurostars)

Die Initiative COST (European Cooperation in Science and Research) stellt das weitreichendste und älteste zwischen­staat­liche Netzwerk im Bereich der Forschungszusammenarbeit dar.

Durch die Koordination nationaler Forschungsarbeiten soll eine engere Kooperation in der wissenschaftlichen und technischen For­schung innerhalb Europas erreicht werden. Das grundlegende Ziel ist die umfassende Errichtung von dauerhaften, interdis­zi­pli­nären Forschungsnetzwerken in Europa.

Der Fokus der Förderungen liegt dabei nicht auf den einzelnen Forschungsmaßnahmen. Im Vordergrund stehen vor allem Konfe­ren­zen, Tagungen sowie Kurzaufenthalte der Wissenschaftler, die durch einen finanziellen Beitrag gefördert werden und zu ge­mein­samen Forschungsprojekten von Hochschulen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen anregen sollen.

Die Initiative zählt momentan 36 Teilnehmerstaaten, darunter 7 Nicht-EU-Mitgliedsstaaten sowie Israel als kooperierendes Land.