OTH Regensburg https://www.oth-regensburg.de Aktuelles von der OTH Regensburg en-gb Sat, 08 May 2021 15:10:12 +0200 Sat, 08 May 2021 15:10:12 +0200 TYPO3 EXT:news news-15230 Tue, 27 Apr 2021 08:30:00 +0200 Adaptive Integration von Krafteinleitungselementen auf bestehende Strukturen https://www.oth-regensburg.de/fakultaeten/maschinenbau/nachrichten/einzelansicht/news/adaptive-integration-von-krafteinleitungselementen-auf-bestehende-strukturen.html Im Mai 2021 startet das Forschungsprojekt "InPrinT" des Labors Faserverbundtechnik, das sich mit der Zukunft des 3D-Drucks befasst. Aufgrund des steigenden Leistungspotentials von technischen Produkten und ressourceneffizientem Leichtbau werden metallische Strukturen immer mehr durch aufwendig konzipierte Kunststoffbauteile mit und ohne Faserverstärkung substituiert. In Bezug auf die mechanischen Materialeigenschaften zeigen sich bisher faserverstärkte, duroplastische Kunststoffe (FVK), wie sie häufig in der Luft- und Raumfahrt Anwendung finden, am geeignetsten, weisen jedoch neben anderen Nachteilen vor allem kosten- und zeitintensive Fertigungsverfahren auf. Aus diesem Grund existiert in den letzten Jahren eine starke Fokussierung auf der Entwicklung von thermoplastischen FVK und deren Herstellungsmethoden, siehe z. B. Organobleche und -tapes.

Für flächige Bauteile und -gruppen setzt sich ein kombiniertes Verfahren aus Blechumformung zur Erzeugung flächiger Strukturen mit nachträglicher Anbringung von Sekundärstrukturen und Krafteinleitungselementen (Laschen, Schnapphaken usw.) über Spritzguss oder klassische nachträgliche Verbindungstechnologie durch. Somit sind diverse Prozessschritte mit sehr kostenintensiven Auslegungsprozessen und Werkzeugen verbunden. Zudem lassen sich Änderungen oder Individualisierungen der Bauteile nur aufwendig realisieren und die mögliche Geometrie ist aufgrund der sicherzustellenden Entformung eingeschränkt.

Das Forschungsprojekt “InPrinT” zielt auf die Entwicklung eines adaptiv-integrativen Fertigungsverfahrens auf Basis der Additiven Fertigung (3D-Druck) ab, welches die oben genannten Nachteile umgeht und eine freiere Gestaltung von Sekundärstrukturen erlaubt. Die Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) arbeitet an der Fakultät Maschinenbau unter der Leitung von Prof. Dr. Ingo Ehrlich (Technologie-Campus Neustadt a. d. Donau, Labor Faserverbundtechnik) zusammen mit der Firma thinkTEC 3D GmbH an diesem Thema.

Herausforderung Prozesstechnik, Verbindungsgestaltung und Anhaftungsqualität

Das Augenmerk wird vor allem auf die Erzeugung sowie kraft- und verbindungsgerechte Gestaltung des stoffschlüssigen Übergangs zwischen der Primärstruktur und dem adaptiv-integrativ gedruckten Element gerichtet. Die flächige Primärstruktur übernimmt dabei die hauptsächlichen Bauteillasten und die adaptiv-integrativ aufgebrachten Bauteile dienen zur Erfüllung von Sekundäraufgaben wie Befestigungen. Der Prozess wird zunächst an ebenen thermoplastischen FVK-Primärstrukturen erarbeitet, auf gekrümmte Strukturen erweitert und schließlich bei der Firma thinkTEC 3D GmbH in ein Robotersystem überführt.

Die Zielgrößen sind neben dem generellen Fertigungsprozess, die Anhaftungsqualität sowie Verbindungssteifigkeit und -festigkeit. Neben der konstruktiven Gestaltung des Übergangsbereiches zählen die Adaption von Druckwerkstoff und Trägermaterial, das Aufnehmen der Grundstruktur, beispielsweise mittels 3D-Scan, sowie die Betrachtung der Schälkräfte des Krafteinleitungselements, die beispielsweise aus dem Fertigungsverfahren resultieren, zu den Herausforderungen bei der Entwicklung des beschriebenen Verfahrens. Des Weiteren soll die komplette Prozesskette von der Aufnahme der Grundgeometrie, über den 3D-Druckvorgang zur Anbringung der Krafteinleitungselemente mittels Fused-Filament-Fabrication-Verfahren (FFF), bis hin zur Prüfung und Auswertung der Verbindungsstelle dargestellt werden.

Anwendung in der Kunststoff- und Automobilindustrie

Das Verfahren wird zusammen mit der Firma thinkTEC 3D aus Grafenau entwickelt. Das Unternehmen wird den Prozess zukünftig als Dienstleistung für die Bearbeitung komplexer, individueller Strukturen einsetzen. Dabei soll das erlangte Wissen die Wettbewerbsfähigkeit und die Innovationskraft des jungen Unternehmens nachhaltig stärken. Das am abstrahierten Beispiel entwickelte adaptiv-integrative Fertigungsverfahren kann nach der Erarbeitung der grundlegenden Vorgehensweise auf andere Anwendungsbereiche übertragen werden. Dazu gehören Verkleidungsteile, beispielsweise mit komplexen Aufbauten, die aufwendig zu befestigen sind oder eine komplexe Formgebung haben und in speziell ausgestatteten Nutzfahrzeugen verbaut werden. Im Bereich des Wohnmobilbaus kommen neben der äußeren Hülle des Fahrzeugs ebenfalls Teile im Interior, beispielsweise Halterung für Möbel, dazu. Auch die Anfertigung ergonomischer Sitzkonstruktionen, etwa für einen behindertengerechten Umbau von Fahrzeugen, wird in der Zukunft angestrebt. Der Einsatz des adaptiv-integrativen Fertigungsverfahrens kann in diesem Bereich einen signifikanten Vorteil bieten, da für viele Varianten und individuelle Kleinserien schnell Bauteile mit adaptiven Sekundärstrukturen gefertigt werden können.

 

Über den Technologie-Campus Neustadt an der Donau

Die Tradierung von generiertem Wissen in Wirtschaft und Forschung, um Neuentwicklungen anzustoßen und den Stand der Technik in den spezifischen Forschungsfeldern Leichtbau und Werkstoffsimulation auf ein neues Niveau zu heben, ist eine der Grundaufgaben des Technologie-Campus Neustadt an der Donau. Das zweijährige Projekt "InPrinT" wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Programms Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) an der OTH Regensburg mit einer Summe von ca. 183.000 Euro gefördert.

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Nachrichten-Fakultät-Maschinenbau
news-15226 Fri, 23 Apr 2021 08:22:00 +0200 Studierende der OTH Regensburg zeigen starke Leistungen bei StartUP Factory https://www.oth-regensburg.de/fakultaeten/maschinenbau/nachrichten/einzelansicht/news/studierende-der-oth-regensburg-zeigen-starke-leistungen-bei-startup-factory.html Geschäftsideen von Studierenden der OTH Regensburg belegen die ersten drei Plätze bei dem dreitägigen Gründungswettbewerb StartUP Factory. 15 Studierende der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) nahmen an der diesjährigen StartUP Factory teil, die von der Digitalen Gründerinitiative Oberpfalz (DGO) ausgerichtet wurde. Sie entwickelten in interdisziplinären Teams tolle Ideen und Geschäftskonzepte mit denen sie die Jury begeisterten. Am Ende der dreitägigen Online-Veranstaltung belegten Teams mit Studierenden der OTH Regensburg die ersten drei Plätze.

Spitzenplätze für Studierende der OTH Regensburg

Das Team "Kiss Kitchen" schaffte es bei der StartUP Factory 2021 auf den ersten Platz. Die Studierenden Lea Feil, Ole Henning, Marcel Kappelsberger und Patrick Schmid (alle OTH Regensburg) entwickelten zusammen mit Sophia Kranz und Tizian Dick von der Universität Regensburg ein Kochbuch für Studierende, die zum ersten Mal alleine wohnen und selber kochen müssen. Um die Rezepte kompetent umzusetzen, enthält das Kochbuch QR-Codes, die zu Erklärvideos und zusätzlichen Tipps führen. Hier überzeugte nicht nur die Idee – ähnliche Bücher hat es schon gegeben – sondern vor allem die konsequente und zielgruppenspezifische Umsetzung sowie die Monetarisierung der Geschäftsidee. In nur 48 Stunden wurde sogar ein potentieller Sponsor für die Druckkosten der ersten Auflage gefunden. Die souveräne Präsentation des Teams mit einem in nur 48 Stunden entwickelten Prototypen des Buches, inklusive fertiger Videos, überzeugte die Fachjury. Patrick Schmid und sein Team hatten dazu das Angebot eines Pitch-Trainings für alle Teilnehmenden der StartUP Factory genutzt: „Ohne das Pitch-Training wäre der Erfolg wahrscheinlich nicht möglich gewesen. Hierbei wurde uns nochmal extra gezeigt, was in einem Pitch besonders wichtig ist und welche Punkte besonders hervorgehoben werden sollten“, so Schmid. Ole Henning, der wie Patrick Schmid Student im zweiten Semester des Bachelorstudiengangs Europäische Betriebswirtschaft ist, ergänzt: „Die drei Tage haben super viel Spaß gemacht und wir haben es geschafft, viel mehr auf die Beine zu stellen, als wir das erwartet hatten. Den ersten Preis zu gewinnen, hat uns riesig gefreut. Die meisten von uns hatten vorher nie an einem solchen Wettbewerb teilgenommen und dann gleich zu gewinnen, motiviert natürlich ungemein!“

Platz 2 ging an Bacherlorstudierende der OTH Regensburg, die einen neuartigen Kaugummi entwickelt hatten. Platz 3 belegte ein von Studierenden aus dem Masterstudigengang Digital Entrepreneurship entwickeltes System für den Textilhandel, das helfen soll, Retouren zu verhindern. Auch in diesen Teams war die Stimmung hervorragend. Bastian Graßl, Student im Bachelor Betriebswirtschaft bemerkt: „Innerhalb von nur 48 Stunden durchlebt man Höhen und Tiefen, während man sich den Herausforderungen der Umsetzung einer Geschäftsidee stellt. Eine tolle Erfahrung.“ Und Anja Kügel, ebenfalls Studentin im Bachelor Betriebswirtschaft, ergänzt: „Verrückt, was alles in zwei Tagen möglich ist, wenn man gemeinsam an einer Idee arbeitet.“

Dass die Studierenden begeistert sind, freut auch Prof. Dr. Sean Saßmannshausen: „Als Professor für Gründungslehre und Leiter des start-up centers an der OTH Regensburg freut es mich besonders, dass so viele Studierende meiner Hochschule an der StartUP Factory teilgenommen haben, zeigt dies doch den Gründungsgeist, der an unserer Hochschule weht. Dass unsere Studierende dann auch noch so hervorragende Ergebnisse erzielten, freut mich noch zusätzlich.“ Es zeige sich zudem, dass der Ansatz im durch den Bund geförderten Projekt O/HUB, nämlich die Gründungsaktivitäten der drei Hochschulen in der Oberpfalz zu vernetzen, richtig sei: „Ganz selbstverständlich hatten sich im erstplatzierten Team Studierende der OTH Regensburg und der Universität Regensburg zusammengefunden. Die Studierenden haben da keine Berührungsängste. Wir müssen in der Gründungsförderung gleichfalls den Chancen gerecht werden, die solche hochschulübergreifenden Ansätze bieten“, so Prof. Dr. Saßmannshausen. Das betont auch Johannes Vogl, Masterstudent an der Fakultät Maschinenbau: „Die StartUP Factory gibt einem eine tolle Gelegenheit, neue Leute aus anderen Studiengängen kennenzulernen, sich auszutauschen und gemeinsam hochmotiviert an einer Idee zu arbeiten.“ Peter Schöberl, Bachelorstudent im Studiengang Betriebswirtschaft, fasst seine Erfahrungen der letzten Tage so zusammen: „Die Startup Factory ist die perfekte Basis, um eine Idee aufblühen zu lassen. Ein super Format das ich definitiv wieder besuchen werde!“

 

Über die StartUP Factory

Die StartUP Factory wird seit dem Jahr 2017 von der DGO organisiert und abwechselnd von der TechBase und dem BioPark ausgerichtet. Sie ist ein 48-Stunden-Workshop, bei dem innovative Produktideen, fachlicher Austausch und Gründungsgeist im Fokus stehen. Ziel ist es, ein nützliches und existenzfähiges Produkt inklusive Kundenvalidierung, Marktforschung und Geschäftsmodell zu entwickeln. Erfahrene Mentor*innen stehen den Teilnehmenden bei der Umsetzung dieser Aufgabenstellung zur Seite. Impulsvorträge, Erfahrungsberichte erfolgreicher Gründer*innen aus der Region sowie Trainings und Coachings runden das Programm ab.

Zum Abschluss des Workshops präsentieren die Teams ihre Ergebnisse einer Fachjury und erhalten fundiertes Feedback. Außerdem kürt die Jury drei Gewinnerteams und übergibt Preisgelder im Gesamtwert von 3.000 Euro, die gemeinsam von TechBase und BioPark gestiftet wurden.

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Nachrichten-Fakultät-Maschinenbau Nachrichten-Fakultät-Betriebswirtschaft
news-14765 Fri, 12 Mar 2021 08:10:00 +0100 Forschungsprojekt entwickelt additiv gefertigte Aortenstents https://www.oth-regensburg.de/fakultaeten/maschinenbau/nachrichten/einzelansicht/news/forschungsprojekt-entwickelt-additiv-gefertigte-aortenstents.html Können neue innovative 3D-gedruckte Aortenstents Leben retten? Damit befasst sich ein laborübergreifendes Forschungsprojekt an der OTH Regensburg, das additiv gefertigte Aortenstents entwickelt. Die pathologische Veränderung der Aorta ist eine lebensbedrohliche Erkrankung der Hauptschlagader. Erreicht sie eine kritische Größe sind Durchblutungsstörungen anschließender Organe und im schlimmsten Falle eine Ruptur der Aorta und der unmittelbare Tod des Patienten die Folge. Die derzeitigen Behandlungsmöglichkeiten sind dabei aufgrund ihrer Invasivität mit einem hohen Risiko für den Patienten verbunden.

In den geraden Bereich der Aorta wird derzeit ein Stent als Gefäßersatz implantiert, wobei dazu in einer aufwändigen und langwierigen Operation der gesamte Brustkorb unter Vollnarkose geöffnet, ein künstlicher Herzstillstand herbeigeführt, das betroffene Stück Aorta vollständig entfernt und durch ein künstliches Äquivalent lokal ersetzt wird.

Neue innovative Behandlungsmöglichkeit durch die additive Fertigung 

Zusammen mit der FIT AG und dem Universitätsklinikum Regensburg forscht die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) an den Technologie-Campi Neustadt an der Donau und Parsberg/Lupburg im Rahmen des Projekts "Aortic Gen-i-Stent" an der Entwicklung von additiv gefertigten (AM) Aortenstents. Diese sollen neue Behandlungsmethoden der pathologischen Aortenerkrankung ermöglichen sowie den bestehenden Eingriff vereinfachen und somit den Patienten schonen.

Aortenstents sind Medizinprodukte der Klasse III, die permanent im Körper verbleiben und zudem im direkten Kontakt mit dem Herz-Kreislauf-System stehen. Der neuartige AM-Aortenstent obliegt somit hohen mechanischen, geometrischen und biologischen Anforderungen. Hier setzt das Projekt "Aortic Gen-i-Stent" der OTH Regensburg an, das laborübergreifend unter der Leitung von Prof. Dr. Ulf Noster (Technologie-Campus Parsberg/Lupburg, Labor für Werkstoffrandschichtanalytik), Prof. Dr. Aida Nonn (Technologie-Campus Neustadt an der Donau, Computational Mechanics and Materials Lab) und Prof. Dr. Thomas Schratzenstaller (Labor Medizinprodukte) an der Fakultät Maschinenbau durchgeführt wird.

Entwicklung von maßgeschneiderten Werkstoffzuständen, Stentdesigns und Materialmodellen

Die geometrischen Anforderungen der Aorten werden dabei anhand der Auswertung von klinischen CT-Daten bestimmt. Neben der hohen Designfreiheit ist die additive Fertigung jedoch mit komplexem mechanischen Verhalten verbunden, welches deutlich von dem eines konventionell verarbeiteten Werkstoffes abweicht. Hierbei stellen sich u. a. abweichende Materialeigenschaften in Abhängigkeit von Bauorientierung und Baudicke ein. Um diese spezifischen Werkstoffeigenschaften beim Design zu berücksichtigen, wird in "Aortic Gen-i-Stent" ein numerisches Materialmodell des AM Werkstoffes auf Basis umfassender experimenteller Analysen entwickelt und validiert. Anschließend wird dieses Materialmodell in die Simulation des Implantationsvorganges des Aortenstents integriert. Dieses ermöglicht die Analysen des mechanischen Verhaltens der Stents, eine anforderungsgerechte Vorgabe von lokalen Werkstoffeigenschaften sowie die abschließende modellgestützte Optimierung des Stentdesigns.

Im Kooperationsprojekt wird die OTH Regensburg von der FIT AG im Rahmen der Entwicklung von geeigneten Prozessparametern für den additiven Fertigungsprozess und der Bereitstellung von Proben und Funktionsmustern sowie durch das Universitätsklinikum Regensburg mit der Bereitstellung medizinischer Expertise unterstützt.

Förderung und Durchführung des Forschungsprojekts

Das Forschungsvorhaben wird über die Förderinitiative KMU-innovativ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

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Nachrichten-Forschung Nachrichten-Fakultät-Maschinenbau
news-14916 Thu, 04 Feb 2021 07:52:00 +0100 Prämierung der besten Konstruktionsarbeiten durch Evosys Laser GmbH https://www.oth-regensburg.de/fakultaeten/maschinenbau/nachrichten/einzelansicht/news/praemierung-der-besten-konstruktionsarbeiten-durch-evosys-laser-gmbh.html Welche studentischen Projektteams im Fach "Anwendung Konstruktion" an der Fakultät Maschinenbau haben die besten Konstruktionsarbeiten entwickelt? Die Evosys Laser GmbH aus Erlangen hat die Besten unter ihnen ausgezeichnet. Am 27. Januar 2021 wurden im Fach "Anwendung Konstruktion" im Bachelorstudiengang Maschinenbau der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) die besten Konstruktionsarbeiten von studentischen Projektteams durch die Evosys Laser GmbH aus Erlangen prämiert. Studierende der OTH Regensburg bearbeiteten eine konkrete Entwicklungsaufgabe, die von Evosys gestellt wurde. Acht Teams des Studienschwerpunkts "Entwicklung und Konstruktion" waren daran beteiligt. Die Studierenden im siebten Semester wurden durch Prof. Dr. Stefan Hierl und Prof. Dr. Thomas Schaeffer von der Fakultät Maschinenbau betreut.

Die Evosys Laser GmbH ist ein mittelständisches und hochinnovatives Unternehmen mit Sitz in Erlangen, das sich auf die Entwicklung und Produktion von Maschinen für das Laser-Kunststoffschweißen fokussiert. Ein wesentlicher Teil einer Laser-Kunststoffschweißmaschine ist die Spanntechnik. Üblicherweise wird für jede Schweißanwendung ein individuelles Spannwerkzeug hergestellt, was insbesondere bei kleinen und kleinsten Fertigungslosen zu hohen Fixkosten führt. Solche kleinsten Lose sind insbesondere im Applikationslabor von Evosys alltäglich, wo zusätzlich zu den Kosten die Fertigungszeit für die Spanntechnik negativ zu Buche schlägt.

Aktuelle und praxisnahe Ingenieuraufgabe für die Studierenden

Ausgehend von dieser Problemstellung ergab sich eine aktuelle und praxisnahe Ingenieuraufgabe für die Studierenden mit dem Thema "Entwicklung einer universellen Spanntechnik für das Laser-Durchstrahlschweißen von Kunststoffbauteilen mit komplexen Geometrien". Die entstandenen Konzepte wurden insbesondere hinsichtlich Erfüllung der geforderten Funktionen, Zuverlässigkeit und Kosten bewertet.

Für die Firma Evosys Laser GmbH als dem beteiligten Industriepartner bot diese Form der kooperativen Konstruktionsarbeit den Vorteil, dass kreative Ideen von angehenden Ingenieur*innen ausgearbeitet wurden, die den erfahrenen Konstrukteur*innen als neue Impulse und Lösungsansätze dienen.

Die Veranstaltung fand diesmal komplett virtuell per Zoom statt. Dies hatte natürlich den großen Nachteil, dass der persönliche Kontakt der Studierenden untereinander sowie zu den Firmenvertreter*innen sowie den Professor*innen ausblieb. Auch musste die sonst übliche Exkursion zum beteiligten Unternehmen, also zur Evosys Laser GmbH, ausfallen. Hingegen konnten Prof. Dr. Hierl und Prof. Dr. Schaeffer eine sehr hohe Anwesenheitsquote bei den einzelnen Meetings verzeichnen. Außerdem war es Oliver Brandmayer als Ansprechpartner von Evosys ohne Reisezeit einfach möglich, an den Lehrveranstaltungen teilzunehmen, weshalb er fast immer dabei war.

Präsentation der Ergebnisse in Kurzvorträgen

Alle Teams präsentierten in Kurzvorträgen ihre Arbeitsergebnisse. Im Anschluss hieß es für die Evosys-Jury, bestehend aus Oliver Brandmayer, René Geiger, Michael Schwandner und Michael Wetter, die ausgearbeiteten Spannsysteme zu bewerten.

Den ersten Platz erreichte das Team mit Michael Kohl, Josef Lammel, Fabian Regnet und Jakob Weber mit einer sehr durchdachten und innovativen Lösung. Der zweite Platz wurde gleich an zwei Dreier-Teams vergeben: Das eine Team setzte sich zusammen aus Markus Ebnet, Tobias Hartmann und Dominik Morgott. Das zweite Team bildeten Eva Gradl, Lukas Forstner und Christoph Tschernitz.

Neben einer Urkunde erhielten die Preisträger*innen auch großzügige Geldprämien. Der sonst übliche Imbiss im Anschluss an die Preisverleihung konnte diesmal leider nicht stattfinden.

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Nachrichten-Fakultät-Maschinenbau
news-14854 Tue, 19 Jan 2021 08:36:00 +0100 Studierende der Fakultät Maschinenbau verleihen "Preis für gute Lehre" https://www.oth-regensburg.de/fakultaeten/maschinenbau/nachrichten/einzelansicht/news/studierende-der-fakultaet-maschinenbau-verleihen-preis-fuer-gute-lehre.html Die Studierenden der Fakultät Maschinenbau haben entschieden: Für ihr Modul "Präsentation und Moderation" erhielt Dr. Karin Herzog den "Preis für gute Lehre". Damit geht der Preis erstmals an eine Lehrkraft für besondere Aufgaben. Dr. Karin Herzog von der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) erhält für das Wintersemester 2020/2021 den "Preis für gute Lehre" der Fakultät Maschinenbau für ihre besonders gute Lehre im Modul "Präsentation und Moderation". Die Auszeichnung wird jährlich von den Studierenden vergeben.

Preis geht erstmals an Lehrkraft für besondere Aufgaben

Ausgezeichnet wird Dr. Herzog für ihre bereits seit Jahren besonders gut bewertete Lehre im Modul "Präsentation und Moderation", ein Modul, das sie studiengangübergreifend an der Fakultät Maschinenbau lehrt. Der Dekan der Fakultät, Prof. Dr. Ulrich Briem, überreichte ihr zusammen mit dem Studiendekan der Fakultät, Prof. Dr. Andreas Wagner, und dem Studierendenvertreter Johannes Wagner am 12. Januar 2021 die Urkunde. Dieser Preis ist mit einer Summe von 500 Euro dotiert. Das Besondere an der diesjährigen Verleihung war, dass mit Dr. Herzog zum ersten Mal eine Lehrkraft für besondere Aufgaben ausgezeichnet wurde.

Die Studierenden bewerten jede Lehrveranstaltung der Fakultät im Abstand von zwei Jahren. Dafür erhalten sie gegen Semesterende einen Evaluationsbogen, in dem sie ihre Dozent*innen bewerten können. Studiendekan Prof. Dr. Wagner wertet die Ergebnisse aus und schlägt der Studierendenvertretung der Fakultät einige Professor*innen vor, die besonders gute Ergebnisse erzielt haben. Die Studierendenvertretung entscheidet dann, wer den "Preis für gute Lehre" der Fakultät Maschinenbau erhalten soll.

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Nachrichten-Fakultät-Maschinenbau
news-14834 Thu, 14 Jan 2021 07:51:00 +0100 Podiumsdiskussion der Regensburg School of Digital Sciences zu Big Data https://www.oth-regensburg.de/fakultaeten/maschinenbau/nachrichten/einzelansicht/news/podiumsdiskussion-der-regensburg-school-of-digital-sciences-zu-big-data.html Kann man je zu viele Daten erheben? Und wie sie gewinnbringend einsetzen? Bei einer Podiumsdiskussion der RSDS konnten die Hochschulangehörigen der OTH Regensburg drei Expert*innen zu Big Data befragen. Am 21. Dezember 2020 lud die Regensburg School of Digital Sciences (RSDS) die Hochschulangehörigen der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) zu einer virtuellen Podiumsdiskussion zum Thema Big Data ein. Rund 140 Studierende, Mitarbeiter*innen und Professor*innen folgten der Einladung. Auf dem Podium nahmen Prof. Dr. Ulrike Plach, Professorin für Wirtschaftsinformatik und Digitale Transformation, Prof. Dr. Markus Goldhacker, Professor für Data Science in der Automatisierungstechnik und Predictive Maintenance, und Prof. Dr. Thomas Kriza, Professor für Digitalisierung, Technologiefolgen und angewandte Ethik – ebenfalls von der OTH Regensburg –, Platz.
 
Big Data unter ethischen Aspekten

Der Begrüßung von Prof. Dr. Markus Heckner, dem Beauftragten der Hochschulleitung für die Regensburg School of Digital Sciences, folgte ein kurzer Einblick in die Aufgaben und das Angebot der RSDS. Hieran schloss sich ein Impulsvortrag von Prof. Dr. Thomas Kriza über die ethischen Gesichtspunkte von Big Data an. Prof. Dr. Kriza ging dabei auf die statistische Mustererkennung bei scheinbar banalen digitalen Daten wie Facebook-Likes und Porträtfotos ein und stellte unter anderem das Ergebnis einer Studie vor, nach der ein Facebook-Like bei Curly Fries ein Indikator für hohe Intelligenz sei. Mit seinem Vortrag zeigte er auf, in welches Spannungsverhältnis die technischen Möglichkeiten und die ethischen Grundsätze schnell geraten können.

Dieses Thema beschäftigte auch das Publikum in der anschließenden Fragerunde besonders. Über das Internet und Open-Source-Projekte kann man heutzutage recht einfach und legal auf eine Vielzahl an Daten zugreifen. „Eigentlich eine tolle Sache“, findet Prof. Dr. Goldhacker. So könne beispielsweise die Forschung im Gesundheitswesen von Big Data profitieren. „Als sehr plakatives Beispiel wäre zum Beispiel das Human Connectome Project zu nennen, das Terrabytes an Gehirnscans zur freien Verfügung stellt“, so Prof. Dr. Goldhacker weiter. Während aus technischer Sicht eigentlich nie zu viele Daten vorliegen können, weil das Ziel der Datenanalyse zu Beginn einer Untersuchung offen sei, stehe aus ethischer Perspektive viel mehr die Frage im Mittelpunkt, woher die Daten kommen und wie sie verwendet werden. 

Hindernis technischer Innovationen oder Schutz der Privatsphäre?

Prof. Dr. Kriza stellte in seinem Vortrag die Frage: „Wie bewahren wir den Kern unserer fundamentalen ethischen Prinzipien im Zeitalter der Digitalisierung?“ Dass sich auch das Publikum über einen zu laschen Umgang mit Daten Gedanken macht, zeigten verschiedene Fragen - so etwa danach, wie man diejenigen Mitglieder unserer Gesellschaft aufklären könne, die noch nicht wissen, welchen Einfluss die Verarbeitung von Big Data auf ihre individuellen Daten hat.

Hier verwies Prof. Dr. Kriza auch auf die DSGVO. Die Datenschutz-Grundverordnung (kurz: DSGVO) der Europäischen Union trat 2018 zum Schutz vor der unrechtmäßigen Verarbeitung personenbezogener Daten in Kraft. Worin einige eine Hemmschwelle für technische Innovationen sehen, sehen andere den Schutz unserer Privatsphäre.
 
Chancen und Risiken von Big Data

Sicherlich bringt die Verarbeitung von Big Data einige Risiken mit sich, vor allem dann, wenn unrechtmäßig erworbene personenbezogene Daten monetarisiert werden. In diesem Zusammenhang soll noch einmal auf einen verantwortungsbewussten Umgang mit individuellen Daten hingewiesen werden.

Aber Big Data birgt auch Chancen, die es richtig zu nutzen gilt. Das Fazit von Prof. Dr. Plach lautet deshalb: „Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist vor allem eine gute Aufbereitung der vorhandenen Datenmengen zielführend, dann sind diese ein wahrer Schatz für Unternehmen und helfen, bessere Entscheidungen zu treffen.“ Die neuen Technologien und Themenbereiche – zu denen auch Big Data gehört – eröffnen uns spannende Felder, in denen es sich ethisch reflektiert, aber kreativ auszuleben gilt.

Mit den Kursen der RSDS kann man tiefer in das Thema Digitalisierung eintauchen: Dazu bietet die School im Sommersemester 2021 zum Beispiel Lehrveranstaltungen rund um Data Science oder zu ethischen Fragen in einer technischen Welt an. Das Kursangebot wird zeitnah auf der Website der RSDS veröffentlicht.

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Nachrichten-Fakultät-Maschinenbau Nachrichten-Fakultät-Betriebswirtschaft Nachrichten-Fakultät-Angewandte-Natur-und-Kulturwissenschaften
news-14766 Mon, 11 Jan 2021 08:25:00 +0100 Forschungsprojekt befasst sich praxisnah mit Additive Manufacturing https://www.oth-regensburg.de/fakultaeten/maschinenbau/nachrichten/einzelansicht/news/forschungsprojekt-befasst-sich-praxisnah-mit-additive-manufacturing.html Wie kann man die mechanischen Eigenschaften von additiv gefertigten Metallstrukturen vorhersagen und so deren Design optimieren? Damit befasst sich ein laborübergreifendes Projekt an der Fakultät Maschinenbau. Additive Manufacturing (AM), oft auch als 3D-Druck bezeichnet, ist eine schnell expandierende Technologie mit großem Potenzial für die Herstellung komplexer, kosteneffizienter Produkte mit verbesserten Designmöglichkeiten. Derzeit hat sich die AM jedoch noch nicht als praktische und robuste Alternative für die konventionelle Herstellung von tragenden und sicherheitsrelevanten Strukturen etabliert. Einer der Gründe dafür ist das Fehlen von Methoden zur Vorhersage des Strukturverhaltens, die für die Konstruktion von AM-Metallkomponenten unerlässlich ist. Dies stellt ein großes Hindernis für viele Industriezweige dar, die AM zur Herstellung von tragenden Metallkomponenten einsetzen wollen. 

Eine der Herausforderungen liegt vor allem im fehlenden Verständnis und der Verknüpfung von Mikrostruktur- und Materialeigenschaften der AM-Bauteile. Die bestehenden Designrichtlinien für die konventionell hergestellten Strukturen sind deshalb ohne Berücksichtigung detaillierter Kenntnisse über das Eigenschaftsprofil nicht direkt auf AM-Strukturen übertragbar. 

Entwicklung einer zuverlässigen Vorhersage des mechanischen Verhaltens von AM-Strukturen

Genau hier setzt das Forschungsprojekt PreStige der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) unter der Leitung von Prof. Dr. Aida Nonn (Computational Mechanics and Materials Lab, Fakultät Maschinenbau) an. Am Technologie-Campus Neustadt an der Donau arbeitet ihre Forschungsgruppe an der Entwicklung einer neuartigen Methodik zur zuverlässigen, robusten und effizienten Vorhersage des mechanischen Verhaltens von AM-Strukturen und legt somit einen grundlegenden Baustein zur Ausweitung des Einsatzes von AM auf sicherheitsrelevante Anwendungen.

Unter Anwendung fortgeschrittener experimenteller Methoden und mikromechanischer Modellierungsansätze werden dabei quantitative Zusammenhänge zwischen der Mikrostruktur und den mechanischen Eigenschaften des AM-Werkstoffs abgeleitet. Mittels numerischer Modelle können so verschiedene „Was wäre wenn?“-Szenarien in Abhängigkeit von unterschiedlichen Werkstoffen, Geometrien und Belastungsbedingungen leicht bewertet und virtuell getestet werden, bevor die AM-Produkte tatsächlich hergestellt werden. 

Neben physikalisch-basierter Modellierung werden zudem fortschrittliche, datenbasierte Modellierungsansätze der künstlichen Intelligenz (u. a. Deep Learning) angewandt, die dank der umfassenden Analyse experimenteller und numerischer Daten neue Erkenntnisse über die Mikrostruktur-Eigenschaft-Beziehungen ermöglichen. Die entwickelte Methodik aus PreStige könnte unter anderem Zertifizierungs- und Qualifizierungsverfahren von AM-Produkten erleichtern sowie Kosten und Dauer zur Optimierung sicherheitsrelevanter AM-Strukturen reduzieren.

Das Kooperationsprojekt wird zum einen durch den Praxispartner FIT AG, einen führenden Spezialisten im Bereich der additiven Fertigung, und seitens der klinischen Expertise vom Universitätsklinikum Regensburg unterstützt.

Förderung und Durchführung des Forschungsprojekts PreStige

Das Forschungsvorhaben wird vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst mit einem Fördervolumen von 243.345 Euro für die Projektdauer von 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2023 gefördert.

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Nachrichten-Forschung Nachrichten-Fakultät-Maschinenbau
news-14795 Tue, 15 Dec 2020 08:13:00 +0100 Vizepräsidentenposten der OTH Regensburg neu besetzt https://www.oth-regensburg.de/fakultaeten/maschinenbau/nachrichten/einzelansicht/news/vizepraesidentenposten-der-oth-regensburg-neu-besetzt.html Die Vizepräsident*innen der OTH Regensburg für die nächsten drei Jahre stehen fest: Prof. Dr. Ralph Schneider und Prof. Dr. Klaudia Winkler wurden in ihren Ämtern bestätigt; neu gewählt ist Prof. Dr. Oliver Steffens. Die Vizepräsident*innen der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) für die nächsten drei Jahre stehen seit der Auszählung durch den Wahlleiter, Kanzler Peter Endres, am 14. Dezember 2020 fest: Per Briefwahl hat der Hochschulrat Prof. Dr. Klaudia Winkler und Prof. Dr. Ralph Schneider in ihren Ämtern bestätigt. Neu gewählt wurde Prof. Dr. Oliver Steffens. Der bisherige Vizepräsident für Internationales, Prof. Dr. Thomas Fuhrmann, stellte sich nicht mehr zur Verfügung, da er sich anderen Aufgaben widmen möchte.

Die Aufgaben teilen sich die gewählten Vizepräsident*innen in der neuen Amtsperiode, die am 15. März 2021 beginnt und am 14. März 2024 endet, folgendermaßen auf:

  • Prof. Dr. Klaudia Winkler (Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften) ist zuständig für die Bereiche Berufungen, Weiterbildung und Gesundheit.
  • Prof. Dr. Ralph Schneider (Fakultät Maschinenbau) verantwortet die Bereiche Studium und Lehre, Qualitätsmanagement und Organisation sowie Digitalisierung in der Lehre.
  • Prof. Dr. Oliver Steffens (Fakultät Angewandte Natur- und Kulturwissenschaften) übernimmt künftig die Bereiche Internationalisierung in Lehre und Forschung sowie Angewandte Forschung und Entwicklung. Er lehrt seit März 2010 an der OTH Regensburg Halbleiterphysik und Bauphysik und ist seit 2016 Dekan der Fakultät Angewandte Natur- und Kulturwissenschaften. In seiner Vorstellung vor dem Hochschulrat bewarb er sich als „Brückenbauer, Botschafter und Navigator für Forschung und Internationalisierung an der OTH Regensburg“.

Im Namen des Hochschulrats dankte dessen Vorsitzender Dr. Georg Haber dem scheidenden Vizepräsidenten Prof. Dr. Thomas Fuhrmann für seine Verdienste. Er habe in den vergangenen beiden Amtsperioden in seinem Geschäftsbereich „sehr viele neue Impulse“ setzen können. Insbesondere den Ausbau der Hochschulpartnerschaften vor allem im asiatischen Raum habe er maßgeblich vorangetrieben sowie das Gastdozentenprogramm weiterentwickelt. Der Dank des Vorsitzenden galt auch Prof. Dr. Klaudia Winkler und Prof. Dr. Ralph Schneider für deren Engagement und Bereitschaft, eine weitere Amtsperiode an der Entwicklung der OTH Regensburg mitzuwirken.

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Nachrichten-Fakultät-Maschinenbau Nachrichten-Fakultät-Angewandte-Sozial-und-Gesundheitswissenschaften Nachrichten-Fakultät-Angewandte-Natur-und-Kulturwissenschaften
news-14758 Mon, 14 Dec 2020 08:00:00 +0100 Neuartige Herstellung industriell eingesetzter Leichtbaustrukturen https://www.oth-regensburg.de/fakultaeten/maschinenbau/nachrichten/einzelansicht/news/neuartige-herstellung-industriell-eingesetzter-leichtbaustrukturen.html Für einen neuartigen Herstellungsprozess von industriell eingesetzten Leichtbaustrukturen wurde im September 2020 das Projekt "AdWinT" gestartet. An der Forschung maßgeblich beteiligt ist das Labor Faserverbundtechnik der OTH Regensburg. Leichtbaustrukturen aus faserverstärkten Kunststoffen spielen in der Industrie eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, bewegte Massen bei gleichzeitiger Erreichung der mechanischen Anforderungen zu reduzieren. Die vergleichsweise hohen Kosten in der Fertigung vermeiden aber oftmals einen Einsatz von Faserverbunden in Industrieanwendungen. Das Forschungsprojekt "AdWinT – Advanced Winding of Thermoplastic Composites" des Bereichs Leichtbau des Technologie-Campus Neustadt an der Donau hat sich zum Ziel gesetzt, einen neuartigen Fertigungsprozess im industriellen Maßstab zu entwickeln, der einerseits die Materialkosten senkt und dazu noch recyclebare Bauteile erzeugt.

Seit September 2020 forschen das Labor Faserverbundtechnik der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) unter Leitung von Prof. Dr. Ingo Ehrlich und der Kooperationspartner HÄHL GmbH im Projekt "AdWinT – Advanced Winding of Thermoplastic Composites" an einem industrienahen Filament-Winding-Verfahren zur Fertigung faserverstärkter Kunststoffrohre für den Einsatz als Walzen in der Kunststofffolien-, Papier- und Druckindustrie oder als Antriebswellen bei Windenergieanlagen beziehungsweise maritimen Anwendungen.

Nachteile im Sinne der Nachhaltigkeit

Derzeit werden, meist aufgrund der einfachen Verarbeitbarkeit, duroplastische Kunststoffe als Grundmaterial zur Erzeugung von Leichtbaustrukturen im Filament-Winding-Verfahren verwendet. Im Sinne der Nachhaltigkeit zeigen diese Nachteile, und zwar vor allem mit Blick auf die fehlende Recyclingfähigkeit und die langen Aushärte- und damit Prozesszeiten. 

Zur Behebung dieser Schwächen macht sich in den letzten Jahren ein wachsender Trend in der Forschung und Entwicklung von Fertigungsprozessen mit thermoplastischer Kunststoffmatrix und Endlosfaserhalbzeugen bemerkbar. In Industrieanwendungen wird bereits auf voll imprägnierte sowie fertig konsolidierte Faser-Thermoplast-Halbzeuge (sog. Tapes oder Organobleche) zur Weiterverarbeitung im Wickelverfahren zurückgegriffen. Die über einen gesonderten Pressprozess hergestellten Halbzeuge sind vom Rohrhersteller zu beziehen und werden meist mit sogenannten Tape-Lege-Maschinen verarbeitet. 

Direkte Verarbeitung im Wickelprozess wäre wirtschaftlicher

Bei einer Verwendung von Organoblechen im Wickelverfahren liegen die Kosten jedoch bei vergleichbaren Bauteileigenschaften um den Faktor drei bis vier höher als bei duroplastischen Werkstoffen. Da die Grundmaterialien des thermoplastischen Kunststoffgranulats und der Verstärkungsfaser im Vergleich zu den zugekauften faserverstärkten Halbzeugen mit Thermoplastmatrix wesentlich günstiger sind, ist es neben den technologischen Faktoren auch auf wirtschaftlicher Seite erstrebenswert, eine direkte Verarbeitung im Wickelprozess zu realisieren.

Der Neuheitsgrad bei der Prozess- und Anlagenentwicklung im Projekt "AdWinT" liegt in der Verwendung der beiden Ausgangsmaterialien in der ersten Erzeugnisstufe zur Herstellung von Organotapes und der stoffschlüssigen Verbindung im Filament-Winding-Prozess in einer Anlage unter industrienahen Prozessgeschwindigkeiten und -bedingungen. Darüber hinaus soll zum Nachweis der Prozessfunktionalität ein Demonstratorbauteil, zum Beispiel eine Walze, gefertigt und in der direkten Anwendung getestet werden.

Herausforderungen und Technologietransfer

Der Einsatz von thermoplastischem Kunststoff bietet den Vorteil der Warmumform-, Recyclebar- und Schweißbarkeit sowie erhöhter Schlagzähigkeit und Dämpfungseigenschaften im Vergleich zum heute überwiegend im Wickelverfahren eingesetzten duroplastischen Kunststoff. Gründe für den nicht vorhandenen Einsatz einer direkten Verarbeitung der Rohmaterialien zur Herstellung von faserverstärkten Thermoplastrohren sind die aufwändige Imprägnierung von Fasermaterialien mit thermoplastischen Kunststoffen aufgrund ihrer hohen Schmelzviskosität und der damit verbundenen komplexen Prozess- und Temperaturführung mit notwendiger vorhergehender Parameteridentifizierung.

Im Grundlagenforschungsbereich konnte im Labor Faserverbundtechnik im Rahmen des von der Europäischen Union mit Mitteln aus den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) geförderten internationalen Projekts "TheCoS – Thermoplastic Composite Structures" zwischen 2016 und 2019 eine Imprägnierstrecke mittels Schmelzbadimprägnierung und feststehenden Bolzen entwickelt werden, die im Labormaßstab eine Herstellung von Organotapes aus den Ausgangsmaterialien im Filament-Winding-Prozess realisiert. Zudem sind im Wickelverfahren aus den einzelnen Tapes Faserverbundrohre entstanden, die mittels Infrarot-Technologie stoffschlüssig miteinander verbunden werden können. Basierend auf diesem generierten Wissen gilt es in "AdWinT“, die grundlegenden analytischen Ansätze und der daraus entwickelten und erprobten Technologie in Bezug auf die Industrieanforderungen zu transferieren.

„Eine Hochskalierung der bestehenden Technologie auf höhere, industrierelevante Geschwindigkeiten ist aufgrund der komplexen Wechselwirkung verschiedener Prozessgrößen nicht ohne wissenschaftliche Untersuchungen umzusetzen und bedingt weitere Anpassungen zur Erreichung einer akzeptablen Materialqualität und Prozesssicherheit“, lautet die Begründung von Projektmanager Marco Siegl bezüglich der Relevanz einer Kooperation auf Basis der angewandten Wissenschaften zwischen der OTH Regensburg und der HÄHL GmbH. Weiterhin sind grundlegende Berechnungsmethoden zur Auslegung einer Imprägnierstrecke und Konsolidierungssysteme weiterzuentwickeln und auf den industrienahen Einsatz anzupassen und zu validieren.

 

Technologie-Campus Neustadt an der Donau

Die Tradierung von generiertem Wissen in Wirtschaft und Forschung, um Neuentwicklungen anzustoßen und den Stand der Technik in den spezifischen Forschungsfeldern Leichtbau und Werkstoffsimulation auf ein neues Niveau zu heben, ist eine der Grundaufgaben des Technologie-Campus Neustadt an der Donau. Das zweijährige Projekt "AdWinT" wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Programms Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) an der OTH Regensburg mit einer Summe von zirka 185.000 Euro gefördert.

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Nachrichten-Forschung Nachrichten-Fakultät-Maschinenbau
news-14757 Wed, 09 Dec 2020 08:26:00 +0100 Medizinische Informatik "made in Regensburg" https://www.oth-regensburg.de/fakultaeten/maschinenbau/nachrichten/einzelansicht/news/medizinische-informatik-made-in-regensburg.html Die BioPark Regensburg GmbH und die Patentanwaltskanzlei Dehmel & Bettenhausen haben den Innovationspreis 2020 vergeben. Die prämierte Arbeit entstand im Zuge der Kooperation von Uniklinik Regensburg und Regensburg Center of Biomedical Engineering der OTH Regensburg. Die BioPark Regensburg GmbH ist ein Unternehmen der Stadt Regensburg. Zusammen mit der im BioPark ansässigen Patentanwaltskanzlei Dehmel & Bettenhausen hat der BioPark den Innovationspreis 2020 für eine herausragende Arbeit vergeben, die im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Universitätsklinikum Regensburg und dem Regensburg Center of Biomedical Engineering (RCBE) der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) entstand.

Die Jury mit dem Geschäftsführer des BioParks Dr. Thomas Diefenthal, Patentanwalt Dr. Berthold Bettenhausen, Prof. Dr. Bernhard Weber von der Universität Regensburg und der Vizepräsidentin der OTH Regensburg Prof. Dr. Klaudia Winkler hatte es nicht leicht, aus den Bewerbungen mit hoher Qualität die diesjährige Preisträgerin oder den Preisträger zu bestimmen. Ausschlaggebend waren die Kriterien Innovationskraft und Anwendungspotenzial der Arbeiten.

Schnellere Risikoabschätzung durch bildgebendes Verfahren 

Den Preis erhielt Dr. Daniel Deuter von der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie (Direktor: Prof. Dr. Nils Ole Schmidt) des Universitätsklinikums Regensburg (UKR). In seiner Dissertation am ehemaligen Lehrstuhl von Prof. Dr. Alexander Brawanski hatte er in der Arbeitsgruppe Flussdynamik (Leitung: Dr. Christian Doenitz) eine Software für ein bildgebendes Verfahren entwickelt, das zur schnellen Risikoabschätzung von Aneurysmen, arteriellen Aussackungen der Hirngefäße, dient. Die Brisanz dieser degenerativen Gefäßwanderkrankungen liegt in ihrer potenziell tödlichen Rupturgefahr (also Rissbildung) mit nachfolgender Hirnblutung. Leider existieren zum heutigen Zeitpunkt keine endgültig belastbaren Modelle zur Einschätzung des Rupturrisikos.

Computational Fluid Dynamics (CFD), ursprünglich aus den Ingenieurwissenschaften stammend, stellt eine etablierte Methode zur Abschätzung hämodynamischer Bedingungen in Gefäßsystemen dar. Im Forschungsprojekt VisKo von Prof. Dr. Lars Krenkel werden am Regensburg Center of Biomedical Engineering numerische Berechnungsmodelle für kombinierte Strömungs- und Gerinnungseigenschaften des Blutes entwickelt. 

Forschung an der Schwelle zwischen Medizintechnik und Klinik

In Kooperation mit der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie des UKR, die auf eine große Expertise in der Behandlung von Patient*innen mit neurovaskulären Erkrankungen zurückgreifen kann und jährlich eine Vielzahl von Patient*innen mit diesen Erkrankungen behandelt, bestanden so optimale Bedingungen für die Durchführung des Forschungsprojekts an der Schwelle zwischen Medizintechnik und Klinik. Auf dieser Basis konnte Dr. Deuter einen CFD-Workflow entwickeln, der erstmals die Hämodynamik von Aneurysmen innerhalb von 30 Minuten berechnen kann und damit den behandelnden Kliniker*innen zeitnah Informationen zur ersten Risikoabschätzung zum Wohle der Patient*innen ermöglicht.

 

Das Regensburg Center of Biomedical Engineering (RCBE) 

Das Regensburg Center of Biomedical Engineering (RCBE) ist eine fakultäts- und hochschulübergreifende Forschungseinrichtung zur Koordination und Förderung der interdisziplinären Forschung im Bereich Healthcare Technology, insbesondere auf den Gebieten Medizinische Informatik und Medizintechnik. Seit seiner Gründung 2012 bündelt es die biomedizinische Kompetenz der Universität Regensburg sowie die ingenieurwissenschaftliche und medizininformatische Kompetenz der OTH Regensburg. Dabei steht die gemeinsame Forschung und Entwicklung sowie die Weiterbildung im Fokus. 

Das RCBE wird von einem wissenschaftlichen Direktorium geleitet, unterstützt von der Geschäftsstelle des RCBE.

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