Was tun, wenn Kunstgelenke in die Jahre kommen?

10.04.2015
Von: Dr. Alexander Leis

Internationale Experten für Wechseloperationen von Knie- und Hüftprothesen Regensburger trafen sich zum "Regensburger Revisions Symposium" an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg).

Prof. Dr.med. Grifka, Prof. Dr.med. Renkawitz, Prof. Dr.-Ing. Dendorfer (v.l.).

Prof. Dr.med. Grifka, Prof. Dr.med. Renkawitz, Prof. Dr.-Ing. Dendorfer (v.l.).

Präsident Prof. Dr. Wolfgang Baier begrüßt die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Symposiums.

Präsident Prof. Dr. Wolfgang Baier begrüßt die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Symposiums.

Fachbesucher bei einem von fünf “Hands-On” Workshops. Fotos: Asklepios Klinikum Bad Abbach, K. Bahringer

Fachbesucher bei einem von fünf “Hands-On” Workshops. Fotos: Asklepios Klinikum Bad Abbach, K. Bahringer

Jedes Jahr werden in Deutschland rund 300.000 Hüft- und Knieprothesen implantiert. Nach 12 bis 18 Jahren müssen die Kunstgelenke oftmals ausgetauscht werden. Ein Eingriff für spezialisierte Experten aus der Orthopädischen Chirurgie. Die Besten davon haben sich Mitte März beim internationalen "Regensburger Revisions Symposium" der Orthopädischen Universitätsklinik und des Regensburg Center of Biomedical Engineering an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) getroffen.

Die Haltbarkeit eines künstlichen Gelenkersatzes ist von vielen Faktoren abhängig. Neben Patientenaktivität und –gewicht spielen auch die patientenindividuelle Anatomie, die Operationstechnik und die verwendeten Implantate bei der Erstoperation eine entscheidende Rolle für die Haltbarkeit. Moderne Hüft- und Kniegelenk-Prothesen haben heute eine mittlere Haltbarkeit von zwölf bis 18 Jahren.

Doch was tun, wenn sich die Knie- und Hüftgelenksprothesen lockern? Antworten darauf gaben beim „Regensburger Revisionssymposium“ der Orthopädischen Universitätsklinik Regensburg und des Regensburg Center of Biomedical Engineering Professor Dr. Joachim Grifka, Professor Dr. Tobias Renkawitz und Professor Dr. Sebastian Dendorfer  zusammen mit dem „who is who“ der internationalen Experten aus der Orthopädischen Chirurgie, Unfallchirurgie und Biomechanik.

Zum Auftakt der zweitägigen Veranstaltung dankte Prof. Dr. Wolfgang Baier, Präsident der OTH Regensburg, zunächst den Organisatoren, dem RCBE und der Orthopädischen Universitätsklinik Regensburg. Baier betonte in seinem Grußwort: „Wir arbeiten gegenwärtig intensiv daran, unsere Aktivitäten in der Medizintechnik und Medizininformatik um Aspekte der medizinischen Versorgung und Pflege zu erweitern.“

Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Bürgermeisterin von Regensburg, richtete sich an die Teilnehmer, Teilnehmerinnen und Organisatoren: „Dass Sie sich für Gesundheit einsetzen, dafür danke ich Ihnen im Namen des Oberbürgermeisters.“ Prof. Dr. Sebastian Dendorfer, Direktor des RCBE und Prof. Dr. Renkawitz, leitender Oberarzt der Orthopädischen Universitätsklinik Regensburg/Bad Abbach, stellten dem Publikum im Anschluss kurz die verschiedenen Schwerpunkte der Veranstaltung vor. Dendorfer erläutert: „In zahlreichen Vorträgen und „Hands-On“ Workshops gehen Ingenieurwesen und Medizin hier Hand in Hand.“

Im Rahmen des Vortragsprogramms berichteten hochkarätige Referenten aus Biomechanik, Medizin, Materialwissenschaften und anderen Bereichen über den aktuellen Stand wissenschaftlich fundierter Therapieverfahren beim Wechsel von Knie- und Hüftprothesen. An den zwei Kongresstagen wurden Teilnehmern aus ganz Europa der aktuelle Stand der modernen Revisionsendoprothetik  an diesen Gelenken präsentiert.

Fazit der Vorträge: Wichtig ist vor allem das frühzeitige Erkennen einer beginnenden Lockerung der Gelenkprothese. Zu spätes Feststellen oder langes Warten bei bekanntem Befund verschlechtert die lokale Knochensituation rasch und kann im Extremfall nicht mehr mit einer anderen Prothese versorgt werden. Im schlimmsten Fall ist das zu versorgende Gelenk dann ohne Halt.

Neben zahlreichen interessanten Vorträgen hatten die Fachbesucher auch in fünf Firmenworkshops die Gelegenheit, selbst neue Systeme kennen zu lernen und an Kunstknochen auszuprobieren.

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