Stechmückenfalle: HS.R in Kooperation mit Biogents AG Regensburg

16.08.2013
Von: Prof. Dr. Gerhard Goldmann

Studierende der Fakultät Maschinenbau der Hochschule Regensburg (HS.R) entwickeln zusammen mit dem Regensburger Unternehmen Biogents eine Stechmückenfalle. Eine Projektarbeit zur technischen Weiterentwicklung ist geplant.

Prof. Dr. Gerhard Goldmann mit dem ersten Prototypen der Brennereinheit für die Stechmückenfalle. Foto: Fakultät Maschinenbau der Hochschule Regensburg

Prof. Dr. Gerhard Goldmann mit dem ersten Prototypen der Brennereinheit für die Stechmückenfalle. Foto: Fakultät Maschinenbau der Hochschule Regensburg

Weltweit erkranken jährlich über 300 Millionen Menschen, vor allem in den Tropen und Subtropen, an Malaria, Dengue-Fieber und anderen gefährlichen Infektionserkrankungen, häufig mit Todesfolge. Übertragen werden diese Krankheiten von verschiedenen Stechmückenarten.

Oft gibt es keine ausreichenden Vorbeugungsmaßnahmen oder Impfstoffe, sodass die Bekämpfung der Überträgermücken besonders wichtig ist. Insbesondere zur Vermeidung des Mückenproblems können auch spezielle Fallen eingesetzt werden, wie sie von der Regensburger Firma Biogents entwickelt wurden.

In einer Projektarbeit der Hochschule Regensburg versuchten Studierende im sechsten Semester des Studiengangs Maschinenbau die Mückenfallen weiterzuentwickeln. Die Stechmückenfalle soll ohne aufwändige externe Energie- und Lockstoffversorgung auskommen und möglichst autonom betrieben werden können.

Die Faktoren, die den Menschen für Mücken so attraktiv machen, wurden über 14 Jahre an der Universität Regensburg erforscht - wichtig sind Hautgeruch und Kohlendioxid.

Im Jahr 2002 wurde aus der Universität Regensburg heraus die Biogents AG gegründet, um die Forschungen weiterzuführen und in verwendungsfähige Produkte zu überführen. 2004 präsentierte Biogents dann einen neuartigen und besonders effektiven Mückenfallentypus.

Aus der von Biogents patentierten Mückenfalle strömt ein Gasgemisch aus Kohlendioxid und Lockstoff. Die angelockten Mücken werden angesaugt und in einem Fangbeutel festgehalten. Verschiedene Varianten dieser Fallen werden für die Stechmückenbekämpfung weltweit eingesetzt.

Bei dauerhaften Einsatz der Mückenfalle kann eine Verminderung der Mückendichte und somit der Stichbelastung innerhalb eines bestimmten Gebiets erreicht werden. Die Mückenfalle zeichnet sich durch hohe Fangleistung bei großer Umwelt- und Anwenderfreundlichkeit aus. 
Durch Zugabe von Kohlendioxid können Steckmücken in allen relevanten Klimazonen gefangen werden. Das Kohlendioxid stammt nach dem gegenwärtigen Stand der Technik aus Gasflaschen.

Projektziel der Kooperation zwischen Biogents, Geschäftsführer Dr. Andreas Rose, und der Hochschule Regensburg, unter Leitung von Prof. Dr. Gerhard Goldmann, besteht in der Weiterentwicklung eines Patents der Biogents AG. Das Kohlendioxid soll durch die katalytische Verbrennung von Alkohol generiert werden und die Verbrennung soll zudem Energie für den Betrieb der Falle liefern.

Der Vorteil des neuen Verfahrens liegt in geringeren Betriebskosten, höherer Energieeffizienz sowie der Möglichkeit, die Zusammensetzung des Verbrennungsproduktes einzustellen. Letzteres beeinflusst die Effizienz der Lockwirkung.

Nach Fertigstellung des ersten Prototyps der Brennereinheit für die Stechmückenfalle werden seit Juli 2013 bereits erste Feldversuche durchgeführt. Im kommenden Semester ist die technische Weiterentwicklung des Prototyps im Rahmen einer neuen Projektarbeit sowie einer Bachelorarbeit geplant.

Zurück