Medizinische Informatik "made in Regensburg"

09.12.2020
Von: BioPark Regensburg

Die BioPark Regensburg GmbH und die Patentanwaltskanzlei Dehmel & Bettenhausen haben den Innovationspreis 2020 vergeben. Die prämierte Arbeit entstand im Zuge der Kooperation von Uniklinik Regensburg und Regensburg Center of Biomedical Engineering der OTH Regensburg.

Von links: Der BioPark Innovationspreis 2020 ging an Dr. Daniel Deuter. Überreicht wurde ihm der Preis vom Geschäftsführer der BioPark Regensburg GmbH Dr. Thomas Diefenthal. Das Projekt entstand im Zuge einer Kooperation zwischen dem Universitätsklinikum Regensburg und dem Regensburg Center of Biomedical Engineering der OTH Regensburg.

Von links: Der BioPark Innovationspreis 2020 ging an Dr. Daniel Deuter. Überreicht wurde ihm der Preis vom Geschäftsführer der BioPark Regensburg GmbH Dr. Thomas Diefenthal. Das Projekt entstand im Zuge einer Kooperation zwischen dem Universitätsklinikum Regensburg und dem Regensburg Center of Biomedical Engineering der OTH Regensburg. Foto: BioPark Regensburg GmbH

Die BioPark Regensburg GmbH ist ein Unternehmen der Stadt Regensburg. Zusammen mit der im BioPark ansässigen Patentanwaltskanzlei Dehmel & Bettenhausen hat der BioPark den Innovationspreis 2020 für eine herausragende Arbeit vergeben, die im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Universitätsklinikum Regensburg und dem Regensburg Center of Biomedical Engineering (RCBE) der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) entstand.

Die Jury mit dem Geschäftsführer des BioParks Dr. Thomas Diefenthal, Patentanwalt Dr. Berthold Bettenhausen, Prof. Dr. Bernhard Weber von der Universität Regensburg und der Vizepräsidentin der OTH Regensburg Prof. Dr. Klaudia Winkler hatte es nicht leicht, aus den Bewerbungen mit hoher Qualität die diesjährige Preisträgerin oder den Preisträger zu bestimmen. Ausschlaggebend waren die Kriterien Innovationskraft und Anwendungspotenzial der Arbeiten.

Schnellere Risikoabschätzung durch bildgebendes Verfahren 

Den Preis erhielt Dr. Daniel Deuter von der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie (Direktor: Prof. Dr. Nils Ole Schmidt) des Universitätsklinikums Regensburg (UKR). In seiner Dissertation am ehemaligen Lehrstuhl von Prof. Dr. Alexander Brawanski hatte er in der Arbeitsgruppe Flussdynamik (Leitung: Dr. Christian Doenitz) eine Software für ein bildgebendes Verfahren entwickelt, das zur schnellen Risikoabschätzung von Aneurysmen, arteriellen Aussackungen der Hirngefäße, dient. Die Brisanz dieser degenerativen Gefäßwanderkrankungen liegt in ihrer potenziell tödlichen Rupturgefahr (also Rissbildung) mit nachfolgender Hirnblutung. Leider existieren zum heutigen Zeitpunkt keine endgültig belastbaren Modelle zur Einschätzung des Rupturrisikos.

Computational Fluid Dynamics (CFD), ursprünglich aus den Ingenieurwissenschaften stammend, stellt eine etablierte Methode zur Abschätzung hämodynamischer Bedingungen in Gefäßsystemen dar. Im Forschungsprojekt VisKo von Prof. Dr. Lars Krenkel werden am Regensburg Center of Biomedical Engineering numerische Berechnungsmodelle für kombinierte Strömungs- und Gerinnungseigenschaften des Blutes entwickelt. 

Forschung an der Schwelle zwischen Medizintechnik und Klinik

In Kooperation mit der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie des UKR, die auf eine große Expertise in der Behandlung von Patient*innen mit neurovaskulären Erkrankungen zurückgreifen kann und jährlich eine Vielzahl von Patient*innen mit diesen Erkrankungen behandelt, bestanden so optimale Bedingungen für die Durchführung des Forschungsprojekts an der Schwelle zwischen Medizintechnik und Klinik. Auf dieser Basis konnte Dr. Deuter einen CFD-Workflow entwickeln, der erstmals die Hämodynamik von Aneurysmen innerhalb von 30 Minuten berechnen kann und damit den behandelnden Kliniker*innen zeitnah Informationen zur ersten Risikoabschätzung zum Wohle der Patient*innen ermöglicht.

 

Das Regensburg Center of Biomedical Engineering (RCBE) 

Das Regensburg Center of Biomedical Engineering (RCBE) ist eine fakultäts- und hochschulübergreifende Forschungseinrichtung zur Koordination und Förderung der interdisziplinären Forschung im Bereich Healthcare Technology, insbesondere auf den Gebieten Medizinische Informatik und Medizintechnik. Seit seiner Gründung 2012 bündelt es die biomedizinische Kompetenz der Universität Regensburg sowie die ingenieurwissenschaftliche und medizininformatische Kompetenz der OTH Regensburg. Dabei steht die gemeinsame Forschung und Entwicklung sowie die Weiterbildung im Fokus. 

Das RCBE wird von einem wissenschaftlichen Direktorium geleitet, unterstützt von der Geschäftsstelle des RCBE.

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