Maschinenbauer bei Energy Delta Convention 2009

02.12.2009
Von: Dr. Michael Elsner

Regensburger Studierende besuchen 14. Internationale Stirling-Konferenz in Groningen in den Niederlanden

Nach Tokio 2007 war Groningen in den Niederlanden 2009 Austragungsort
der alle zwei Jahre stattfindenden Internationalen Stirling-Konferenz. Hierbei präsentieren Forscher und Entwickler aus aller Welt im Rahmen von Fachvorträgen und Diskussionen ihre jüngsten Fortschritte und neuesten Errungenschaften im Bereich von Stirlingmotoren jeglicher Art.

Auch an der Hochschule Regensburg, Fakultät Maschinenbau, wird seit längerer Zeit an dem von Robert Stirling im Jahre 1816 entwickelten Motorenkonzept geforscht und die Maschinen stetig weiterentwickelt. Rückblickend wurden im Verlauf des vergangenen Jahres diesbezüglich im Labor für Energie- und Wärmetechnik mehrere Diplom- und Bachelorarbeiten sowie eine im Masterstudium integrierte Forschungs- und Entwicklungsprojektarbeit zum
Thema „Stirling“ durchgeführt. Alle Beteiligten haben sich hierfür intensiv und fachspezifisch in die Thematik des Stirlingprozesses eingearbeitet und fundiertes Fachwissen zur Funktionsweise, dem konstruktiven Aufbau und zu thermodynamischen Vorgängen im Stirlingmotor aufgebaut.

Unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Elsner entschied man sich, mit einer kleinen Gruppe von sechs Personen die von 16. bis 18. November 2009 stattfindende Stirling-Konferenz in den Niederlanden zu besuchen, um den eigenen Entwicklungsstand zum Thema „Stirling“ näher zu analysieren und den Wissenshorizont aller Beteiligten weiter auszubauen.

Nach akribischer Vorarbeit, bei der vorrangig der Transfer von Regensburg bis ins knapp 900 Kilometer entfernte Groningen sowie die Beschaffung eines Quartiers für drei Nächte im Vordergrund stand, war der organisatorische Part schnell erledigt. Der Kostenaspekt war lange Zeit ein Manko, der das Vorhaben auf der  Kippe stehen ließ. Diesbezüglich wurde ein Antrag an die Kommission zur Vergabe von Studiengebühren gestellt, mit der Bitte um eine Finanzierung
aus Studienbeiträgen. Das Gremium war schnell zum Entschluss gekommen, die Exkursion mit wissenschaftlicher Basis finanziell zu unterstützen.

Der Fahrt stand nichts mehr im Wege und am 16. November um 8:00 Uhr startete die Fahrt ins Flachland der Windmühlen. Mit an Bord waren mit Prof. Dr.-Ing. Elsner ein Vertreter der Professorenschaft und mit Nicole Fischer, Nikolaos Maragkoulis, Stefan Motschenbacher, Sebastian Egner und Andrea Neukam fünf Studierende, die während ihres Studiums Arbeiten auf dem Sektor „Stirling-Kraftwärmekopplung“ erfolgreich durchgeführt haben. Nach gut acht Stunden Fahrt - vorbei an Windparks und Gasbohranlagen - erreichte das Team
die angemietete Ferienwohnung im malerischen Örtchen Steendam, 25 Kilometer südlich von Groningen gelegen. Nach kurzer Begutachtung machten sich die Regensburger auf nach Groningen, wo abends im pompösen Firmensitz eines niederländischen Gasriesen die Konferenz offiziell eröffnet wurde. Groningen mit 185 000 Einwohnern und rund 22 500 Studenten der „University of Groningen“ verfügt über große Gasvorkommen und macht wirtschaftlich einen äußerst gefestigten Eindruck, so die Teilnehmer einstimmig.

Am Tag zwei begann die Konferenz bereits früh morgens im Konferenzgebäude „Martiniplaza“ mit hochrangigen „Keynotes-Rednern“ beispielsweise vom elitären MIT (Massachusetts Institute of Technology). Auch ein früherer dänischer Außenminister gab sein Statement zur aktuellen Energie- und Klimasituation ab. Im Anschluss folgten Fachvorträge zu verschiedensten Themen rund um das Thema „Stirling“. Das am Abend angesetzte „Convention Dinner“ mit hochrangiger Prominenz aus Politik und Wissenschaft war nicht im Studententarif der Tagungsgebühr inbegriffen. Nur durch den Einsatz und das vorbildliche Engagement von Prof. Dr.-Ing. Elsner war es den Regensburger Studenten möglich, an dieser prunkvollen Feierlichkeit in der „Martini Church“
teilzunehmen. Tags darauf folgte die Fortsetzung der Fachvorträge,
die äußerst informativ, allgemeinbildend und manchmal auch etwas amüsant in
den Köpfen aller Beteiligten in bester Erinnerung blieben. Die Abschlussrede des ehemaligen deutschen Bundeskanzlers Gerhard Schröder
rundete die 14. Internationale Stirling-Konferenz erfolgreich ab.

Am Donnerstag den 19. November 2009 traten die Regensburger Früh morgens ihre Heimreise an und analysierten ihren eigenen Entwicklungsstand im Bereich des Stirlingmotors. Die Exkursionsteilnehmer unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Elsner bedanken sich in diesem Sinne vor allem beim Fachbereichsrat, insbesondere beim Dekan Prof. Dr.-Ing. Rill sowie den Studierendenvertretern -
für die finanzielle Unterstützung und die damit verbundenen Impressionen einer
internationalen Tagung. Die Teilnehmer plädieren dafür, derartige Exkursionen nach Möglichkeit auch weiterhin finanziell zu unterstützen, um die Hochschule Regensburg auch in nächster Zeit in Wissenschafts- und Forschungskreisen international repräsentieren zu können.

Bild eins: Die Teilnehmer (von links) Andrea Neukam, Stefan Motschenbacher, Nicole Fischer, Nikolaos Maragkoulis, Sebastian Egner, Prof. Dr.-Ing. Michael Elsner.

Bild zwei: Ausgestelltes Stirlingkonzept der Fa. MICROGEN

Fotos: Fakultät Maschinenbau

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