"Kraftakt" an der Fakultät Maschinenbau

02.02.2011
Von: Diana Feuerer, Prof. Dr. Ingo Ehrlich

Zwei Tage dauerte allein die Einbringung und Aufstellung des neuen Heißluftautoklaven der Hochschule Regensburg. Die Fertigungsanlage für faserverstärkte Werkstoffe ermöglicht praxisnahe Lehre und Forschung.

Anlieferung an der Fakultät Maschinenbau der HS.R: Ein Schwerlasttransporter befördert den Heißluftautoklaven zum Lastenaufzug. Insgesamt zwei Tage dauerte es, bis das Gerät seinen Standort im Labor für Faserverbundtechnik eingenommen hat.

Im Labor für Faserverbundtechnik: Der insgesamt acht Tonnen schwere Heißluftautoklav hat „Platz“ genommen. Die Installation dauert voraussichtlich bis Ende März. Fotos: Feuerer

Großeinsatz am Standort der Hochschule Regensburg (HS.R) in der Galgenbergstraße: Am 18. Januar 2011 hat die Fakultät Maschinenbau der HS.R eine insgesamt acht Tonnen schwere Heißluftautoklavanlage erhalten. Wegen der sehr großen Abmessungen und des hohen Gewichts gestaltete sich die Anlieferung und Platzierung aufwendig: Zwei Tage dauerte es, bis alle Komponenten unversehrt ihren Platz im Labor für Faserverbundtechnik einnahmen. Mit dem 200.000 Euro teuren, aus Studienbeiträgen finanzierten, Gerät können unter Druck (bis max. 20 bar) und Temperatur (bis max. 400 °C) faserverstärkte Kunststoffe mit besonders hochwertigen mechanischen Eigenschaften gefertigt werden.

Nur wenige Hochschulen und Universitäten deutschlandweit sind im Besitz einer solchen Fertigungsanlage. Die Studierenden der HS.R haben somit die Möglichkeit neben den theoretischen Inhalten aus den Vorlesungen Leichtbau von Prof. Dr. Ehrlich und Leichtbauwerkstoffe von Prof. Dr. Hammer mit einer praxisnahen Komponente - der Fertigung von faserverstärkten Kunststoffen - einen ganzheitlichen Einblick in das Gebiet des Leichtbaus zu erhalten. Damit ist es ist möglich einen vollständigen Lebenszyklus von Leichtbauteilen durch Auslegung, Fertigung, Bearbeitung, Werkstoffprüfung und Schadensanalyse im Labormaßstab nachzubilden.

Zusätzlich bietet die Anlage die Möglichkeit angewandte Forschung auf dem hochinnovativen Gebiet der faserverstärkten Kunststoffe zu betreiben. In diesem Zusammenhang steht unter anderem das Promotionsvorhaben von Marco Romano, M.Eng., wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät Maschinenbau. Im Zuge der Promotion zu basaltfaserverstärkten Kunststoffen unter der Betreuung von Prof. Dr. Ehrlich wird es auf dem Themenfeld dieses neuartigen Funktionswerkstoffes im kommenden Semester vier Abschlussarbeiten und die Forschungs- und Entwicklungsarbeit von Studierenden im Masterstudiengang Maschinenbau geben.

Nach der Installation der Gesamtanlage und der Versorgung mit Kühlwasser und Druckluft wird die Inbetriebnahme des Heißluftautoklaven voraussichtlich Anfang April stattfinden.

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