Klimaschonende Antriebstechnik für Traktoren

20.09.2017
Von: Stabsstelle Hochschulkommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

In einem gemeinsamen Projekt mit dem Technologie- und Förderzentrum Straubing (TFZ Straubing) und der Deutz AG entwickelt ein Forscherteam der OTH Regensburg eine umweltfreundliche Rapsöltechnologie für Landtechnikmotoren.

Das Projektteam: (v. l.) Jürgen Gebhard (TFZ), Robert Altmann (OTH Regensburg), Dr. Klaus Thuneke (TFZ), Dr. Edgar Remmele (TFZ), Prof. Dr.-Ing. Hans-Peter Rabl (OTH Regensburg), Markus Winkler (Deutz AG) und Dr.-Ing. Peter Emberger (TFZ). Foto: TFZ

Das Projektteam: (v. l.) Jürgen Gebhard (TFZ), Robert Altmann (OTH Regensburg), Dr. Klaus Thuneke (TFZ), Dr. Edgar Remmele (TFZ), Prof. Dr.-Ing. Hans-Peter Rabl (OTH Regensburg), Markus Winkler (Deutz AG) und Dr.-Ing. Peter Emberger (TFZ). Foto: TFZ

Rapsölkraftstoff nach DIN 51605 ist eine klimaschonende Alternative zu Dieselkraftstoff in Off-Road-Anwendungen. Foto: TFZ

Rapsölkraftstoff nach DIN 51605 ist eine klimaschonende Alternative zu Dieselkraftstoff in Off-Road-Anwendungen. Foto: TFZ

Die optimale Motorabstimmung für den Einsatz von Rapsölkraftstoff in Traktoren erforschen das Technologie- und Förderzentrum (TFZ, Straubing), die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) und die Deutz AG (Köln) in einem gemeinsamen Projekt. Ziel ist es, für die Land- und Forstwirtschaft, in der noch lange Zeit Verbrennungsmotoren gebraucht werden, eine klimaschonende Antriebstechnologie zu entwickeln. Dabei sind hohe Standards bei den Abgaswerten einzuhalten und gleichzeitig die Kundenwünsche hinsichtlich Kosten, Leistung und Kraftstoffverbrauch zu berücksichtigen. Das Forschungsvorhaben wird vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gefördert.

Selbstzündende Verbrennungsmotoren werden trotz aller Bestrebungen nach mehr Elektromobilität noch lange Zeit in mobilen Anwendungen gebraucht werden. Überall dort, wo hohe Leistung und lange tägliche Betriebszeiten erforderlich, aber Lade- bzw. Tankzeiten, der Bauraum und das Gewicht der Maschinen limitiert sind, sind derzeit keine anderen marktfähigen Lösungen in Aussicht. Um dennoch den Anteil der Treibhausgase, welcher durch die Verbrennung fossiler Kraftstoffe entsteht, zu verringern, bietet sich der Einsatz von energiedichten und nachhaltigen Biokraftstoffen an.

Rapsöl statt Diesel

„Rapsölkraftstoff ermöglicht im Vergleich zu Dieselkraftstoff eine Verringerung der Treibhausgasemissionen um rund 80 Prozent. In Feldversuchen mit Traktoren der Abgasstufe I bis IV hat Rapsölkraftsoff bereits seine hohe Praxistauglichkeit unter Beweis gestellt“, so Gesamtprojektleiter Dr. Edgar Remmele vom TFZ. 

Die Deutz AG als ein führender Dieselmotorenhersteller für die Land- und Forstwirtschaft beschäftigt sich schon seit Jahren mit umweltfreundlichen Antriebstechnologien auf Basis biogener Kraftstoffe. So wurde 2007 mit dem Deutz Natural Fuel Engine® auf der Agritechnica der erste Industrieseriendieselmotor der Abgasstufe IIIA vorgestellt, der ausschließlich mit 100 Prozent Rapsöl betrieben werden konnte.

Mit diesen Erfahrungen aus der Praxis und zusätzlichen Grundlagenuntersuchungen zum Zünd- und Verbrennungsverhalten und zur Einspritzcharakteristik soll nun ein Landtechnikmotor der Deutz AG für die künftige Abgasstufe V und für die Anforderung hinsichtlich Klimaschutz fit gemacht werden. 

Traktoren fit machen für die Abgasstufe V

Prof. Dr.-Ing. Hans-Peter Rabl von der OTH Regensburg: „Wir freuen uns, erstmalig systematisch und grundlagenorientiert ein Motorsystem samt Abgasnachbehandlung für die Verbrennung von Rapsölkraftstoff optimieren zu können. Ich bin überzeugt, dass Rapsölkraftstoff auch in der künftigen Abgasstufe V eine kundenfreundliche Alternative für Dieselkraftstoff in der Land- und Forstwirtschaft werden wird.“ Rund zwei Jahre wollen sich die Forscher Zeit nehmen, um das zukunftsfähige Antriebssystem auf den Weg zu bringen.

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