Fluoreszenz-Seife gewinnt ersten Preis beim Digital-Hackathon STac-hack

02.06.2020
Von: Katharina Schryro

Wissenschaftlicher Mitarbeiter der OTH Regensburg überzeugt die Jury bei hochschulübergreifendem Wettbewerb mit seiner Erfindung zur Eindämmung von COVID-19.

Die Gewinner des Digital-Hackathons STac-hack Karl Tschurtschenthaler und Sebastian Reindl mit ihrer Erfindung „v.Sodi“.

Die Gewinner des Digital-Hackathons STac-hack Karl Tschurtschenthaler und Sebastian Reindl mit ihrer Erfindung „v.Sodi“. Foto: Karl Tschurtschenthaler

„Wie kann man die Menschen dazu bringen, sich immer und überall richtig und effektiv die Hände zu waschen?“, fragte sich Karl Tschurtschenthaler, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg), als die COVID-19-Pandemie sich ausbreitete. „Wäre es beispielsweise nicht sinnvoll, öffentliche Waschbecken umzugestalten, um es allen Menschen zu erleichtern, sich an die Hinweise der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu halten?“ Die Idee der Bevölkerung, diese Hygienemaßnahmen bereitzustellen, ließ den wissenschaftlichen Mitarbeiter nicht los.

Als er von der Ausschreibung des hochschulübergreifenden Digital-Hackathons STac-hack erfuhr, packte Tschurtschenthaler der Ehrgeiz und gemeinsam mit einem Freund, Sebastian Reindl, arbeitete er innerhalb von 48 Stunden eine Projektidee aus. Der Hackathon, der von der PROJEKTschmiede e.V., der Hochschule Augsburg, der Hochschule Kaiserslautern und der Hochschule Trier (Umweltcampus Birkenfeld) organisiert wurde, verfolgte das Ziel, das akademische Netzwerk zu aktivieren sowie hilfsbereite Studierende zu mobilisieren, um an Strategien und Konzepten im Umgang mit COVID-19 zu feilen. Aus den über 50 Anmeldungen von Angehörigen der Hochschulen Augsburg, Kaiserslautern, Trier und Regensburg entwickelten sich zehn Projekte, im Rahmen derer die Teams Start-Up-Ideen initiierten.

Tschurtschenthaler, der in einem Verbundprojekt der Labore Biofluidmechanik und Mikrosensorik an der OTH Regensburg promoviert und einen mikrofluidischen Siliziumchip zur Tumordiagnostik entwickelt, tüftelte innerhalb von zwei Tagen an der Erfindung des Produkts „v.Sodi“ und erstellte dessen Steuerung und Funktionsprinzip in einem 3D-Modell. Sein Mitstreiter Reindl übernahm die Vermarktungsstrategie. Bei der Erfindung „Visual Soap Dispenser – v.Sodi“ handelt es sich um einen kontaktlosen Seifenspender mit einem integrierten Display, das die von der WHO empfohlenen Schritte beim Händewaschen anzeigt und somit die Nutzerinnen und Nutzer anleitet. Zudem ist der Seifenspender mit fluoreszierender Seife befüllt, die es zusammen mit einer integrierten LED-Schwarzlichtlampe ermöglicht zu überprüfen, ob die Waschschritte gründlich durchgeführt wurden.

Die Mühe zahlte sich aus: Karl Tschurtschenthaler und Sebastian Reindl überzeugten die Jury mit ihrem Produkt „v.Sodi“ und belegten den ersten Platz des Hackathons mit einem Preisgeld von 500 Euro. Inwiefern die Start-Up-Idee und die tatsächliche Herstellung des Produkts künftig umgesetzt werden, steht noch nicht fest. Zunächst sollte die Idee als Anstoß und kreativer Lösungsansatz gedacht sein. Tschurtschenthaler könnte sich aber gut vorstellen, das Thema weiter zu verfolgen und eventuell Studierenden im Rahmen von Abschlussarbeiten die Möglichkeit zu geben, sich in die Umsetzung einzubringen und das Produkt weiterzuentwickeln.

Die Beschreibung der Erfindung „v.Sodi“, die beim hochschulübergreifenden Digital-Hackathons STac-hack eingereicht wurde, der vom 9. bis 13. April 2020 stattfand, ist auf der Homepage der Hochschule Augsburg zu finden. Die Funktionsweise des Seifenspenders wird in einem kurzen YouTube-Video erklärt.

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