Exkursion zu Eurocopter in Donauwörth

16.06.2010
Von: Simon Smerczek

Maschinenbaustudenten der Hochschule Regensburg bekamen bei ihrem Besuch im Hause Eurocopter Einsicht in die Trainingsakademie, die Rotorblattfertigung, sowie die Hubschrauberfertigung und -wartung.

Am Mittwoch, 02.06.2010, sind interessierte Maschinenbaustudenten in den Genuss gekommen, bei dem Weltmarktführer für Helikopterherstellung Eurocopter einen Blick hinter die Kulissen werfen zu können. Interessierte Studierende der Leichtbauvorlesungen von Prof. Dr. Joachim Hammer und Prof. Dr. Ingo Ehrlich hatten sich für diese Fachexkursion zusammengefunden. Nach der Vorstellung des Unternehmens und einer Einführung in die Grundzüge der Hubschraubertechnik durch den Trainingsakademieleiter via Powerpoint im Luxuspräsentationsraum der Firma, ging die Erforschung des Betriebes unter Anleitung los.

Erste Etappe war die Trainingsakademie. Hier konnte man an drei Modellen der zivilen Luftfahrt Einblick in das komplette Innenleben der jeweiligen Helikopter nehmen. Die Helikopter, denen fast sämtliche Verkleidung fehlte, stellten ein anschauliches Lehrmaterial im Bereich der Avionik, der Elektronik und der Mechanik dar. Eurocopter selbst nutzt diese Halle zur Schulung von Piloten und Wartungspersonal.

Als nächstes bekamen die Angereisten eine Führung durch die verschiedenen Produktionsbereiche des Unternehmens. In Donauwörth werden die gesamten Blätter der Hauptrotoren der bestellten Helikopter gefertigt (Bild 1), sowie beschädigte begutachtet und wiederhergestellt. Die Studierenden durften hautnah miterleben, wie die Rotorblätter in penibler Handarbeit Bahn für Bahn zusammengeklebt wurden. Die gesamte Fertigung bis auf das Zuschneiden der Prepregs (in Harz getränkte Glasfasermatten) und das abschließende „verbacken“ der Rotorblattkomponenten im Autoklaven geschieht alles per Handarbeit. Somit liegt die maximale Produktion bei fünf Blättern pro Tag, wobei hinzu kommt, dass hohe Qualitätsstandards einzuhalten sind, und allein diese 30 Prozent der Fertigungszeit benötigen.
 
Weiterer Punkt der Führung war die Außentür des A380, welche für Airbus vor Ort zusammengebaut wird. Technisches Highlight dieser Tür ist das elektronische Schließen und Öffnung, welches bei allen anderen Flugzeugen per Hand vorgenommen muss. Weiter durften die Studenten die neueste Entwicklung im Bereich Flugzeugtür bestaunen, wobei diese zum Einsparen von Gewicht größtenteils aus kohlenstofffaserverstärkten Kunststoff gefertigt wird.
Der nächste Stopp zeigte die Montage einzelner Zellen der Militärhubschrauber Tiger und NH90.

Als Hintergrund: Jeder Helikopter wird aus mehreren Zellen zusammengefügt, welche in verschiedenen Ländern montiert werden. In Donauwörth befindet sich die Endmontage der Helikopter des zivilen Bereichs. Hier konnte man sehen, wie die einzelnen Zellen zu einem Ganzen zusammengesetzt wurden, und gemäß den Kundenwünschen individuell ausgestattet wurden.

Letzter Punkt der Führung bildete der Wartungs- und Bestückungshangar in dem die komplette Flotte der Bundeswehrhelikopter regelmäßig gewartet und für Einsätze neu ausgerüstet wird. Zum gelungenen Abschluss der gesamten Exkursion wurden die Studenten sowie der mitgereiste Organisator Prof. Dr. Ehrlich zum Essen in die werksintere Kantine zu einem köstlichen Mittagessen eingeladen.

Bild 1: EC 145 mit Rettungswinde.

Bild 2: Rotorblattsegment mit Schaumkern und glasfaserverstärkten Deckhäuten. Fotos: Smerczek

 

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