Erfolgreicher Projektabschluss und Startschuss für eine digitale Zukunft

20.12.2019
Von: Jessica Ries

Im Rahmen des Projekts „Lernreise Digitalisierung“ unter der Leitung von Prof. Dr. Susanne Nonnast fand im Dezember 2019 die Abschlussveranstaltung unter dem Motto „Digital X-Change“ im Degginger-Haus statt.

Studierende der OTH Regensburg und interessierte Gäste auf der Abschlussveranstaltung „Digital X-Change“ am 10. Dezember 2019 im Degginger-Haus in Regensburg.

Studierende der OTH Regensburg und interessierte Gäste auf der Abschlussveranstaltung „Digital X-Change“ am 10. Dezember 2019 im Degginger-Haus in Regensburg.

Digitalisierungsexperte Johann Hofmann ging in seinem Vortrag auf die zukünftigen Auswirkungen der Industrie 4.0 und die dadurch entstehenden Chancen für die Menschheit ein.

Der weit über Regensburg hinaus bekannte Digitalisierungsexperte Johann Hofmann ging in seinem Vortrag auf die zukünftigen Auswirkungen der Industrie 4.0 und die dadurch entstehenden Chancen für die Menschheit ein.

Die zweite Keynote: Severin Diepold, Managing Director von Syskron X, beschreibt die Digitalisierung als Treibstoff des Maschinenbaus und spricht über die bevorstehenden Veränderungen für die Branche.

Die zweite Keynote: Severin Diepold, Managing Director von Syskron X, beschreibt die Digitalisierung als Treibstoff des Maschinenbaus und spricht über die bevorstehenden Veränderungen für die Branche. Fotos: Margarita Danderfer

Im Wintersemester 2019/2020 startete das Projekt „Lernreise Digitalisierung“ unter der Leitung von Prof. Dr. Susanne Nonnast von der Fakultät Betriebswirtschaft der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) in eine neue Runde. Auf insgesamt vier Messen konnten sich die Studierenden in den letzten zwei Semestern fit für das Thema Digitalisierung machen.

Fakultätsübergreifendes Projekt rund um die Digitalisierung

Auf der Abschlussveranstaltung „Digital X-Change“ am 10. Dezember 2019 im Degginger-Haus in Regensburg wurde die Lernreise offiziell beendet. Die unterschiedlichen Fakultätszugehörigkeiten der erschienenen Studierenden und die vielen weiteren Gäste machten einmal mehr die Aktualität und den Einfluss des Themas Digitalisierung deutlich.

„Ich freue mich, dass wir in unserem fakultätsübergreifenden Projekt, Studierende aus der gesamten OTH für die Herausforderungen und Möglichkeiten der Digitalisierung sensibilisieren und in Austausch bringen konnten.“ Mit diesen Worten begrüßte die Leiterin des Projekts, Prof. Dr. Susanne Nonnast, die etwa 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung.

„Vor allem die Vorträge auf den Messen haben mir einen sehr guten Einblick in den derzeitigen Wandel in Deutschland gegeben“, so Kristin R. von der Fakultät Betriebswirtschaft, als sie über ihre Eindrücke und Highlights der Lernreise berichtete. Auch ihr Kommilitone Markus Z. sieht die Dringlichkeit der Umsetzungsmaßnahmen und betont, wie wichtig die Digitalisierung von Tag zu Tag in allen Lebensbereichen werden wird.

Keynote über die Angst vor der Digitalisierung 

Zum Ende des Abends konnten die Studierenden weit mehr mit nach Hause nehmen als nur ein Zertifikat. Denn nach einem Rückblick auf die vergangenen Monate gab es für die Gäste noch wertvollen Input in Form zweier Keynotes. Johann Hofmann, Founder and Venture Architect of ValueFacturing® der Maschinenfabrik Reinhausen, berichtete in seinem Vortrag „Vom Homo sapiens zum Homo digitalis“, dass die Angst vor der Digitalisierung und damit einhergehenden Veränderungen allgegenwärtig sei. Viele Beschäftigte befürchteten den Ersatz ihrer Arbeitskraft durch Maschinen und somit den Verlust ihres Arbeitsplatzes. 

Aber nicht nur in den Unternehmen sei der Begriff aktueller denn je. Trotz einiger negativer Assoziationen eröffneten sich durch den Wandel immer mehr Möglichkeiten: Einige Dinge müsse man ab sofort nicht mehr selbst erledigen, wie zum Beispiel das Rasenmähen. Ein Roboter übernehme in Zukunft die Arbeit und die dadurch eingesparte Zeit könne auf andere Dinge verwendet werden, die vor der Digitalisierung gar nicht selber möglich waren. Heute sei es möglich, Reisen ganz einfach selbst über das Internet zu buchen und so spare man sich den Gang ins Reisebüro und freue sich auch hier über eine Zeitersparnis.

Digitalisierung: Treibstoff des Maschinenbaus

Anschließend bekam Severin Diepold, Managing Director von Syskron X, das Wort und erzählte aus der Praxis. Darüber, wie er mit Syskron für das Mutterunternehmen Krones die Weichen für eine Zukunft mit erfolgreicher Digitalwirtschaft stellen möchte. Gerade dem Bereich Maschinenbau stehe in den nächsten Jahren eine komplette Veränderung bevor. Bislang verkaufen Unternehmen ihre Maschinen an Kunden, warten diese regelmäßig und verkaufen weitere Produkte und Ersatzteile. In Zukunft werde das allein nicht mehr ausreichen, denn die Maschinen würden immer komplexer und digitaler und könnten somit eine größere Masse an Daten verarbeiten. 

Es sei also notwendig, dass Maschinen vom Hersteller mit entsprechender Software bespielt und gemanaged würden. Die Tatsache, dass das Aufkommen an Datenmengen immer größer und die Speicherkosten immer geringer würden, spiele jungen Unternehmen und Start-ups zunehmend in die Karten. So würden die Hürden für Neugründungen immer geringer, weshalb es für bestehende Maschinenbauerinnen und -bauer so wichtig sei, den Anschluss im Bereich Digitalisierung nicht zu verlieren, um neben der neuen Konkurrenz auch weiterhin bestehen zu können. „Aus Made in Germany wird in Zukunft also Operated by Germany werden“, so Severin Diepold im Bezug auf die bevorstehenden Veränderungen für deutsche Maschinenbauunternehmen.

Zertifikate für die Studierenden und Raum für Austausch 

Nach dem offiziellen Teil mit spannendem Input und der Verleihung der Zertifikate an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gab es anschließend genügend Gesprächsstoff und die Möglichkeit, in lockerer Atmosphäre den Abend ausklingen zu lassen und sich zu vernetzen. Bei Pizza und Getränken konnten sich die Gäste über ihre Erfahrungen, Eindrücke und Ideen austauschen. Noch offene Fragen wurden durch die beiden Referenten geklärt.

Digitalisierung als gemeinsamer Nenner aller Fakultäten

Besonders erfreulich für die Initiatorinnen und Initiatoren der Lernreise war neben den vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch die interdisziplinäre Mischung. Studierende aus allen Fakultäten waren vertreten, die meisten kamen aus der Betriebswirtschaft, dem Maschinenbau und der Informatik. Die Nachwuchskräfte von morgen sehen die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt vor allem in der Entstehung neuer Tätigkeitsfelder und im zunehmenden Ersatz von Routinearbeiten durch Maschinen und Software.

Auf diesem Gebiet gibt es also noch viel zu tun – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Studierenden selbst. Was die allgemeinen Digitalkompetenzen betrifft sowie die Datenanalyse- und Interpretationsfähigkeit, sehen viele noch viel persönliches Verbesserungspotenzial.

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