Ein Zwilling für alle Fälle

20.09.2022

Ein sprachgesteuerter Digitaler Zwilling für den Vertrieb, der schon im Kundengespräch Produktanpassungen ermöglicht und deren Umsetzbarkeit überprüft – mit dieser Idee landeten drei wissenschaftliche Mitarbeiter aus dem Labor Robotik in einem Ideenwettbewerb des H2Giga-Projekts auf dem ersten Platz.

Das Team "Digitale Drillinge" beim Pitch auf der H2Giga-Statuskonferenz in Frankfurt am Main Foto: Stefan Galka

Das Team "Digitale Drillinge" beim Pitch auf der H2Giga-Statuskonferenz in Frankfurt am Main Foto: Stefan Galka

Um innovative Lösungen für eine Verknüpfung von einem digitalem ProduWkt- und einem Produktionszwilling ging es beim Ideenwettbewerb im Rahmen des Wasserstoffleitprojekts H2Giga des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. In der Finalrunde, die Teil der ersten H2Giga Statuskonferenz in Frankfurt am Main war, setzten sich die wissenschaftlichen Mitarbeiter Lukas Schuhegger, Tobias Vogl und Jan Schneidewind als Team „Digitale Drillinge“ gegen mehr als 300 Konkurrenten durch. Mit seiner Vision eines sprachgesteuerten Zwillings für den Vertrieb gewann das Team, das unter der Leitung von Prof. Stefan Galka im Labor Robotik tätig ist, mit 63 Prozent der Teilnehmerstimmen und wurde mit einer Siegprämie von 1.000 Euro belohnt. 

Zwillinge in Kombination

Digitale Zwillinge bilden reale Objekte und Systeme in digitaler Form ab. Beispielsweise kann mithilfe des Digitalen Zwillings eines Autos das Verletzungsrisiko der Insassen bei einem Auffahrunfall untersucht werden, ohne einen „realen“ Blechschaden zu verursachen. Heute werden für ganze Fabriken Digitale Zwillinge erstellt, um beispielsweise den Produktionsfluss besser steuern zu können. 
Die Digitalen Drillinge wollen in ihrer Vision aufzeigen, dass die Kombination von beiden Zwillingen auch den Vertriebsprozess unterstützen kann. Wenn ein Kunde ein bestehendes Produkt für seinen Anwendungsfall verändern möchte, kann dies Auswirkungen auf die Funktion des Produktes haben, aber eventuell auch die Produktion vor Herausforderungen stellen. Die virtuellen Modelle erlauben eine rasche Überprüfung der Kundenanfrage. Mit Hilfe des Produktzwillings wird die Funktion geprüft, der Fabrikzwilling hilft bei der Bewertung der Produzierbarkeit und der Herstellungskosten. 
In der Vision der „Digitalen Drillinge“ übernimmt der Digitale Zwilling aber auch die Beschaffung der Materialien und organisiert den Versand zum Kunden – also ein Zwilling für alle Fälle.

Zurück