Anträge zur DFG-Projektakademie Medizintechnik erfolgreich

02.03.2017
Von: Prof. Dr. Christoph Palm

Zwei Professoren der OTH Regensburg, aus der Medizinischen Informatik und dem Biomedical Engineering, waren erfolgreich bei der Bewerbung zur 1. Projektakademie Medizintechnik der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

von links: Prof. Dr. Christoph Palm und Prof Dr. Lars Krenkel. Foto: Universität zu Lübeck

von links: Prof. Dr. Christoph Palm und Prof Dr. Lars Krenkel. Foto: Universität zu Lübeck

Aus allen Antragsskizzen der Antragsteller wurden die 21 Besten von DFG-Gutachtern ausgewählt und zur Teilnahme an der Akademie eingeladen. Mit sehr unterschiedlichen Projektvorschlägen kam sowohl die Skizze von Prof. Dr. Christoph Palm (Medizinische Bildverarbeitung, ReMIC) als auch die von Prof. Dr. Lars Krenkel (Biofluidmechanik, BFM) zum Zuge.

Der Projektvorschlag von Prof. Dr. Palm hat das Ziel, computerunterstützt die Diagnose von Tumoren aus endoskopischen Farbbildern zu erleichtern. Dabei sollen moderne maschinelle Lernverfahren wie Deep Learning eingesetzt und problemspezifisch adaptiert werden. Die automatisierte Analyse der Bilder könnte künftig die Früherkennung von Speiseröhrenkrebs verbessern und die Zahl der Biopsien reduzieren. 

Das Projekt von Prof. Dr. Krenkel zielt darauf ab, ein erweitertes rheologisches Blutmodell mit Berücksichtigung von Gerinnungsprozessen für realistischere numerische Simulationen von komplexen Blutströmungen in künstlichen Lungen zu entwickeln. Mittels experimenteller optischer Methoden (u. a. Paticle Pracking) werden dabei strömungsmechanische Grundlagenuntersuchungen in Mikrokanälen zusammen mit zellbiologischen Untersuchungen zur Ableitung und Validierung der neuartigen rheologischen Modelle durchgeführt.

Im Präsenzteil der Akademie wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im September 2016 an die Universität zu Lübeck eingeladen (Pressemitteilung der DFG), um sowohl mit erfahrenen Gutachtern der DFG als auch mit einem Vertreter der DFG Geschäftsstelle über die Projektskizzen zu diskutieren. "Es ist hochinteressant, die große Bandbreite an Projektideen hier zu sehen. Durch die Diskussion bekommt auch mein eigenes Projekt noch einmal einen wichtigen Impuls.", meint Prof. Dr. Palm nach seiner Rückkehr. Ein zweites Treffen findet im März 2017 in Bonn bei der DFG statt. Die aus der Akademie resultierenden DFG Vollanträge durchlaufen dann das übliche DFG Begutachtungsverfahren.

Die DFG Projektakademie wurde speziell für Professorinnen und Professoren von Fachhochschulen eingerichtet, um in die Spezifika bei der DFG Antragstellung einzuführen. Zugleich besteht die Möglichkeit, Mittel bis zu 20.000 Euro zur Entlastung von Lehraufgaben zu beantragen, um sich für einige Monate stärker auf die Antragstellung konzentrieren zu können.

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