09.06.2021 @ 17 Uhr: Maschinelles Lernen in der Medizin am Beispiel der Kasseler Stottertherapie:

09.06.2021

Thema

Maschinelles Lernen in der Medizin am Beispiel der Kasseler Stottertherapie

 

Abstract

Die Kasseler Stottertherapie setzt seit 1997 Spezialsoftware ein, um nachhaltige Übungseffekte in der Stottertherapie zu erreichen und gehört damit zu den Pionieren in der computer-gestützten Sprachtherapie. In der neuesten Softwaregeneration wird auch Machine Learning verwendet, um den Klienten automatisches Feeback zur Aussprache zu geben. In einem Forschungsprojekt mit der TH Nürnberg arbeiten wir an Methoden zum automatischen Monitoring des Therapiefortschritts. Wir geben Einblicke in die Entwicklung solcher KI-Systeme angefangen von Konzeption, über Datensammlung und Annotation bis hin zu Aspekten des Produktivbetriebs.

 

Datum

9.6.2021, 17 Uhr

 

Referenten

Dr. Florian Hönig ist Mitarbeiter der Kasseler Stottertherapie und entwickelt dort Systeme zur automatischen Verarbeitung pathologischer Sprache. Er promovierte 2016 an der Universität Erlangen-Nürnberg über die automatische Bewertung der Prosodie nicht-nativer Sprecher und war bis 2017 Mitarbeiter des Start-Up digithep, welches mit Speechagain eine App zur Eigentherapie von Stottern entwickelt.

 

Prof. Dr. Korbinian Riedhammer ist Professor für Informatik an der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm wo er an der Schnittstelle zwischen Softwarearchitektur und Maschinellem Lernen lehrt und forscht. Er studierte von 2003 bis 2007 an der Universität Erlangen-Nürnberg Informatik mit dem Schwerpunkt Machine Learning und promovierte 2012 dort zum Thema Spracherkennung. Von 2012-2013 forschte er als Stipendiat des DAAD am International Computer Science Institute in Berkeley, Kalifornien, und gründete im Anschluss dort das Start-Up Remeeting (dba. Mod9 Technologies) welches er als CTO mit leitete. Anfangs unterstützt durch Venturekapital von Citrix und Google, bietet Remeeting nun Spracherkennung, Suche und Informationsextraktion für Meetings an. Er wurde 2019 an die TH Nürnberg berufen, wo er nun den Schwerpunkt auf Sequence Learning legt.

 

Dr. Alexander Wolff von Gudenberg ist der Leiter und Gründer der Kasseler Stottertherapie (KST) Er ist Selbstbetroffener und Facharzt für Allgemeinmedizin, Stimm- und Sprachstörungen. Die KST bietet Intensivkurse nach dem Konzept des Fluency Shapings für vier Altersgruppen an: Für 3-6 und 6-9 Jährige unter aktiver Mitwirkung der Eltern, sowie für Patienten von 9-12 Jahre und ab 13 Jahren. Hybrid heisst, dass die Module je nach Situation in Präsenz oder online durchgeführt werden. Es gibt auch reine Onlinekurse. Alle Angebote sind selektiv vertraglich mit allen Krankenkassen abgesichert. Umso arbeiten zu können und eine komplexe intensive Gruppentherapie in den virtuellen Raum zu bringen, wurde die Plattform freach für die Administration und die Therapieplanung programmiert. Für die Therapiedurchführung wird die selbst entwickelte Sprachsoftware „flunatic“ zur Unterstützung der Intensiv-Stottertherapie und zum Erlernen und Weiterentwickeln des weichen und gebundenen Sprechens eingesetzt. Dies alles war nur möglich durch eine enge Kooperation von IT Ingenieuren mit dem Schwerpunkt Sprachverarbeitung pathologischer Sprache und erfahrenen Therapeuten. Die KST evaluiert seit über 20 Jahren ihre unterschiedlichen Therapieangebote und publiziert regelmäßig auch international. Auch Grundlagenforschung im neurophysiologischen Bereich vorwiegend mit der Uni Göttingen zählt zu ihrem Forschungsfeld.

 

Registrierung

oth-regensburg.zoom.us/meeting/register/tZMsf-ytpzojGNKz0hmhc9ZmkmNH5kdNybwe

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