Straßen- und Tunnelbau zum Anfassen

04.11.2019
Von: Prof. Andreas Appelt

Im Rahmen der Vorlesung Straßenbau II besichtigten Bauingenieurwesen-Studierende zusammen mit Prof. Andreas Appelt am 24. Oktober 2019 den Neubauabschnitt der Autobahn A94 im Regierungsbezirk Niederbayern.

Projektleiter Florian Prinzen erläutert den Einbau einer Betonfahrbahn im Bereich eines Kreisverkehrs.

Projektleiter Florian Prinzen erläutert den Einbau einer Betonfahrbahn im Bereich eines Kreisverkehrs. Foto: Prof. Andreas Appelt

Nach einer Befahrung des bereits seit 2013 fertiggestellten, rund fünf Kilometer langen Autobahnabschnittes bei Malching wurde die Exkursionsgruppe der Fakultät Bauingenieurwesen der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) von Sachgebietsleiter Christian Lallinger und Projektleiter Florian Prinzen von der Autobahndirektion Südbayern, Dienststelle Deggendorf, in der Bauführung der Tunnelbaumaßnahme begrüßt.

Christian Lallinger erläuterte den Umfang und den Stand des Gesamtprojektes der A94 zwischen dem aktuellen Autobahnende bei Burghausen und der A3 bei Pocking. Neben dem bereits planfestgestellten Abschnitt bis Pocking, der sich aktuell in Bauvorbereitung befindet, erfolgen derzeit intensive Planungen im Bereich von Simbach a. Inn.

Anschließend wurden die Schwierigkeiten des Bauabschnittes bei Kirchham erläutert. Herzstück bildet der Tunnel Tutting. Das Tunnelbauwerk wird im Bereich eines Wasserschutzgebietes errichtet, wird künftig vom Kößlarner Bach überquert und ist mit der anschließenden Grundwasserwanne insgesamt ca. 850 m lang. Das Grundwassermanagement mit Vorgaben der maximal zulässigen Grundwasseraufstauungen beeinflusst maßgeblich den Bauablauf und die Bauzeit. Um den Grundwasseraufstau im Endzustand zu minimieren, werden Düker eingebaut, die das Grundwasser künftig unter dem Bauwerk durchleiten.

Neben den Herausforderungen beim Tunnelbau erläuterte Christian Lallinger auch anschaulich die weiteren Herausforderungen zur Strukturierung und schrittweisen Umsetzung eines Großprojektes mit einem Bauvolumen von über 100 Millionen Euro. Insbesondere wurde auf die Anforderungen zu Baufeldfreimachung mit umfangreichen archäologischen Grabungen und aufwendigen Spartenverlegungen eingegangen.

Nach den allgemeinen Informationen zum Projekt wurde die Baumaßnahme vor Ort besichtigt. Dabei konnten die Rammarbeiten zur Herstellung des Spundwandkastens des Baugrubenverbaus sowie die Betonage des eigentlichen Tunnelbauwerkes begutachtet werden.

Zusammenfassend konnten im Rahmen der Exkursion die Themen Erd-, Ober- und Ingenieurbau, die im aktuellen Vorlesungsbetrieb theoretisch vermittelt werden, hautnah erlebt werden. Prof. Appelt bedankte sich sehr herzlich bei allen beteiligten Firmen und Behördenvertretern, die den Studierenden diese Einblicke ermöglichten.

Zurück

Nachrichten & Termine