Exkursion über Straßenbau und Asphaltproduktion

14.05.2019
Von: Prof. Andreas Appelt

Unter dem Motto "Straßenbau hautnah" unternahmen 20 Studierende der Fakultät Bauingenieurwesen der OTH Regensburg eine Exkursion mit Baustellenbesichtigung. Auf dem Programm: die äußerst komplexe Baustelle zum sechsstreifigen Ausbau der Autobahn A3.

Bauleitung Peter Novak (1. von links) mit Studierenden der Fakultät Bauingenieurwesen der OTH Regensburg am Brückenbauwerk Unterislinger Weg bei ihrer Exkursion im Mai 2019.

Bauleitung Peter Novak (1. von links) mit Studierenden der Fakultät Bauingenieurwesen der OTH Regensburg am Brückenbauwerk Unterislinger Weg bei ihrer Exkursion im Mai 2019.

Prof. Andreas Appelt (2. von links) und Wolfgang Melzl (Autobahndirektion) (3. von links) mit Studierenden bei Fräsarbeiten auf der A3.

Prof. Andreas Appelt (2. von links) und Wolfgang Melzl (Autobahndirektion) (3. von links) mit Studierenden bei Fräsarbeiten auf der A3.

Michael Liegl (BAM) erläutert den Studierenden die Funktionsweise der Asphaltmischanlage

Michael Liegl (BAM) erläutert den Studierenden die Funktionsweise der Asphaltmischanlage. Fotos: Prof. Andreas Appelt

Unter dem Motto "Straßenbau hautnah" besichtigten 20 Studierende der Fakultät Bauingenieurwesen der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) zusammen mit Prof. Andreas Appelt am 2. Mai 2019 die Baustelle zum sechsstreifigen Ausbau der A3 zwischen den Anschlussstellen Rosenhof und dem Autobahnkreuz Regensburg sowie die Asphaltmischanlage RAM in Rosenhof.

Zunächst erhielt die Gruppe von Bauleiter Wolfgang Melzl an der Autobahndirektion Südbayern, Dienststelle Regensburg, einen Überblick über das komplexe Gesamtprojekt. In einem anschaulichen Vortrag erläuterte Wolfgang Melzl die Notwendigkeit des Ausbaus und die Herausforderungen und Schwierigkeiten, eine Strecke mit einer überdurchschnittlichen Schwerverkehrsbelastung und einer Gesamtbelastung von bis zu 70.000 Kraftfahrzeugen pro 24 Stunden im laufenden Verkehr auszubauen.

Schwierige Rahmenbedingungen der Baumaßnahme

In diesem Zusammenhang wurde klar, warum eine Bauzeit von sechs Jahren erforderlich ist, um die 15 Kilometer lange Strecke mit 16 Brückenbauwerken und fünf Anschlussstellen im Baubereich je Richtung um einen Fahrstreifen zu erweitern. Die Baumaßnahme gleicht aufgrund der schwierigen Randbedingungen einer Operation am offenen Herzen: Die A3 muss als Hauptschlagader im Großraum Regensburg im Verkehrsbereich zu allen Zeiten des Bauprojekts an allen Anschlussstellen und mit allen Fahrstreifen verfügbar sein.

Anschließend wurde die Exkursionsgruppe mit Schutzausrüstung ausgestattet und es konnte die Baustrecke an unterschiedlichen Punkten besichtigt werden. Gestartet wurde zunächst am Brückenbauwerk am Unterislinger Weg. Hier erläuterte die örtliche Bauleitung, Peter Novak, die unterschiedlichen Bauweisen und Gründungen der neu zu bauenden Überführungsbauwerke. Neben Ortbetonbauwerken kommen verstärkt auch Verbundfertigteilträger ohne Mittelpfeiler zum Einsatz.

Logistische und bautechnische Herausforderungen

Auch der aktuelle Erd- und Streckenbaubereich zwischen den Anschlussstellen Rosenhof und Neutraubling wurde von den Studierenden besichtigt. Vertreter der ausführenden Firma Strabag erläuterten dabei anschaulich die logistischen und bautechnischen Herausforderungen. Dies beginnt im Baubereich bereits mit der umfangreichen Kampfmittelsondierung, die vor jeder Bautätigkeit erforderlich ist. Bei den aktuell laufenden Fräsarbeiten konnten die speziellen Anforderungen des Bauens im Bestand hautnah erlebt werden.

Außerdem wurde seitens Strabag das Konzept der örtlich umgesetzten digitalen Baumaschinensteuerung erläutert. Abgeschlossen wurde die Baustellenbesichtigung mit Informationen zur komplexen Bauablauf- und Terminplanung bei einem derartigen Großprojekt.

Einblick in die aufwändige Asphaltproduktion

Auf dem Gelände der Bayerischen Asphaltmischwerke an der Mischanlage in Rosenhof wurde die Exkursion fortgesetzt. Hier konnten alle Schritte der aufwändigen Asphaltproduktion besichtigt werden. Der Niederlassungsleiter Michael Liegl begrüßte die Gruppe zusammen mit dem Mischmeister und dem Laborleiter der Anlage. Zudem konnten Einblicke in alle Schritte der Asphaltproduktion von der Lagerung der Gesteinskörnungen über den Aufwand zum Einsatz von Asphaltgranulat bis zur Labortätigkeit gewonnen werden. Die Mischanlage beliefert auch die Baustelle der A3 und so wurde das komplexe Zusammenspiel von Materialfluss, Anlagentechnik und Baustellenkoordination anschaulich dargestellt.

Wie vielfältig die Asphaltproduktion ist, wurde anhand der zirka 300 verschiedenen Asphaltrezepturen deutlich, die an der Anlage hergestellt werden können. Mit einem Ausstoß von stündlich bis zu 400 Tonnen handelt es sich zudem um eine der größten Asphaltmischanlagen in der Region.

Zusammenfassend konnten im Rahmen der Exkursion die Themen Erd-, Ober- und Ingenieurbau sowie Bauen im Bestand und die Anforderungen an die Baumaterialien, die im aktuellen Vorlesungsbetrieb theoretisch vermittelt werden, hautnah erlebt werden.

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