Historische Bauforschung (Master)

Die Historische Bauforschung hat ihren methodischen Ursprung in Deutschland, wird jedoch nun noch an wenigen Hochschulen intensiv gelernt. Somit ist der interdisziplinäre, hochschulübergreifende Studiengang Historische Bauforschung an der OTH einer der ganz wenigen seiner Art in Deutschland.

Bauforscher, Architekten, Bauingenieure, Archäologen und Kunsthistoriker der Ostbayerischen Technischen Hochschule, der Universität Regensburg und aus der Praxis bieten Lehrveranstaltungen zur Gebäudeanalyse, Archäologie, Bauforschung, Denkmalpflege, Architektur- und Kunstgeschichte an.

Unsere Absolventen sind in der Lage, historisch relevante Bauten mit ihrem historischen und kulturellen Kontext zu analysieren und ihre funktionalen, ästhetischen und kultischen Zusammenhänge zu deuten.

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Bauforschungs-Summer-School in der weltberühmten Verbotenen Stadt von Peking

Informationen zum Studiengang

Studienbeginn:Wintersemester, Sommersemester
Studiendauer:4 Semester bei Vollzeitstudium, 7 Semester bei Teilzeitstudium, 120 ECTS-Credits
Studienverlauf:Studienablauf und Studienverlaufsplan
Schwerpunkte:Archäologische Bauforschung und die Bauforschung des Mittelalters und der Neuzeit
Abschlussgrad: Master of Arts (M.A.)
Akkreditierung:ACQUIN Akkreditierungsrat

Zulassungsvoraussetzung ist ein Bachelor-, Master-, Diplom- oder Magisterabschluss in einem der folgenden Studiengänge: Architektur, Gebäudeklimatik, Bauingenieurwesen, Archäologie (sämtliche Fachrichtungen), Kunstgeschichte, Innenarchitektur, Restaurierungswesen, Geschichte. Neben den üblichen Bewerbungsunterlagen ist ein Motivationsschreiben erforderlich. Außerdem wird eine mündliche Eignungsprüfung durchgeführt, bei der vor allem die Motivation geprüft wird.

Bewerbungsschluss: 15. Januar und 15. Juni

Studienbeginn: 15. März und 1. Oktober

Weitere Informationen erteilt gern der Studiengangsleiter Prof. Dr.-Ing. Dietmar Kurapkat

Die Historische Bauforschung beinhaltet das gesamte Spektrum des Bauens von den Anfängen bis zur Architektur der Gegenwart, von einfachen anonymen Bauten bis hin zur berühmten sakralen und profanen Architektur, dabei nicht nur Bauwer-
ke oder Monumente, sondern auch einzelne Architekturelemente sowie ganze Stadtanlagen. Zwei Schwerpunkte werden in der Lehre und Forschung des Studiengangs angeboten, die archäologische Bauforschung und die Bauforschung der mittelalterlichen und neuzeitlichen Architektur.

Studierende und Absolventen werden auf diese wissenschaftlichen Projekte vorbereitet und mit ihren Abschlussarbeiten, gegebenenfalls auch Doktorarbeiten eingebunden.

Aktuelle regionale Projekte sind das ehemalige Jahnstadion in Regensburg, die Regensburger Burgfriedensäulen und das Alte Rathaus in Regensburg. Internatio-
nale Projekte in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartnern sind derzeit der sogenannte Crystal Palace in Peking, Denkmalpflege in Nepal und Forschungen zu Basararchitektur im Vorderen Orient. Darüber hinaus sind Mit-
arbeiter und Absolventen des Studiengangs beteiligt an Projekten in Italien, in der Türkei und in Äthiopien.

Der Studiengang vermittelt die analytische Sichtweise des Bauforschers/
-forscherin, das Erkennen baukonstruktiv und bautechnisch relevanter Details und eine Sensibilisierung im Umgang mit historisch bedeutenden Bauwerken. Grund-
lage der Historischen Bauforschung ist die Methode der verformungsgenauen Bauaufnahme, der Vermessung eines baulichen Zusammenhangs von einem unabhängigen Messsystem. Dabei wird das Gebäude mit allen konstruktiven und technischen Details, eventuellen Verformungen und Veränderungen gezeichnet. Neben dem traditionellen Handaufmaß und der zeitgemäßen digitalen Bauauf-
nahme wird auch das zukunftsorientierte Laserscanning eingeführt. Im Weiteren werden eine Fotodokumentation und eine detaillierte Baubeschreibung mit Raumbuch und Architekturinventar erarbeitet. Anhand dieser detaillierten Dokumentation werden die verschiedenen Bauphasen ermittelt. Diese Ergebnisse werden in Bauphasenplänen und Rekonstruktionszeichnungen als auch in Modellen und Visualisierungen präsentiert. Ein Ziel ist die Erforschung des historischen und kulturellen Kontextes von Gebäuden und städtebaulichen Strukturen mit ihrer zeitlichen und stilistischen Einordnung, wie auch der funktionalen, ästhetischen und kulturellen Deutung. Zentrale Anliegen der Architektur und des Bauens werden analysiert: Entwurf, Baukonstruktion, Bautechnik, Bauablauf, Vorfertigung, Tragverhalten. Für die Bauwerke müssen auf der Grundlage der bauhistorischen Untersuchung und des Denkmalrechtes denkmalpflegerische Maßnahmen, Site Management Pläne erarbeitet werden, bei denen die Aspekte der Denkmalpflege berücksichtigt werden und Konzepte zur Konservierung, Restaurierung und statischen Sicherung auf der Grundlage einer Schadenskartierung, sowie zur Nutzung und Präsentation entwickelt werden. In den Denkmalschutzstrategien geht es um die Frage des Denkmalschutzes in Bezug auf gesellschaftliche und politische Akzeptanz und die Analyse der wirtschaftlichen, touristischen und kulturpolitischen Bedeutung. Bei den archäologischen Stätten müssen zusätzlich Konzepte zu einem eventuellen Wiederaufbau, zu Schutzdächern, touristischen Leitlinien, zur Präsentation der wissenschaftlichen Ergebnisse als Teil der Bildungspolitik und Entwicklungshilfe erarbeitet werden. Es erwartet Sie ein maßgeschneidertes Studium: Zu Beginn wird ein geeignetes Projekt für die Masterarbeit ausgewählt, das den Wünschen, Erfahrungen und beruflichen Qualifikationen der Studierenden entspricht.

Im Studiengang Historische Bauforschung erwerben die Absolventinnen und Absolventen dann folgende Qualifikationen:

Umfassende Fähigkeiten im Bereich der archäologischen Bauforschung, sowie im Bereich der Bauforschung der mittelalterlichen und neuzeitlichen Architektur, vernetztes Verständnis baulich-konstruktiven und historischen Wissens aus Architektur, Bauingenieurwesen, Archäologie und Kunstgeschichte. Umfassende Kenntnisse der Bau- und Stadtbaugeschichte, Denkmalkunde, Baustilkunde, Baubeschreibung.  Befähigung zur Literatur- und Archivrecherche, zum wissenschaftlichen Arbeiten. Befähigung zur Erarbeitung von Rekonstruktionen, sowie zur Bestimmung von Bauphasen auf der Grundlage einer detaillierten Dokumentation, Überlegungen zur Datierung und Deutung.

Kompetenzen, Kenntnisse und Fertigkeiten, die für den Einsatz als Historische Bauforscherin und Historischer Bauforscher in Architekturbüros für den sensiblen Umgang mit historisch relevanten Gebäuden erforderlich sind. Befähigung zum Erkennen wichtiger Aspekte historischer Bauwerke.

Anwendungsorientierte  Kenntnisse für den Bereich des Denkmalschutzes, der Denkmalpflege und des Site Managements auf der Basis der Historischen Bauforschung.  Vertiefende Kenntnisse zu Geschichte, Methoden, Organisation und Aufbau der Denkmalpflege, Theorie und Praxis von denkmalpflegerischen Maßnahmen, Denkmalrecht, Denkmalschutzstrategien, Restaurierungswesen.

Befähigung und Vorbereitung auf wissenschaftliche Projekte und Abschlussarbeiten in der Region, sowie auf die Projekte und Abschlussarbeiten der archäologischen Bauforschung  des Mittelmeerraums und der Bauforschung außereuropäischer Architektur.

Vertiefende Kenntnisse für eine anschließende Promotion und wissenschaftliche Laufbahn in einer Universität, Hochschule, dem deutschen Archäologischen Institut, den Denkmalämtern, Bauämtern oder Museen.

Neben Fachkompetenzen im wissenschaftlichen und methodischen Bereich erwerben die Studierenden im Rahmen eines entsprechend integrierten Lehrangebots zusätzliche soziale und methodische Kompetenz zur Förderung der Persönlichkeitsbildung sowie von Führungsqualitäten, Befähigung zur selbstbewussten und professionellen Präsentation wissenschaftlicher Arbeiten und Ergebnisse.

Module und Fächerbeschreibungen

Rechtliche Grundlagen