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Praxiswissen vermitteln in Pandemie-Zeiten

09.10.2020
Von: Stabsstelle Hochschulkommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Unter Einhaltung eines aufwändigen Hygienekonzepts weicht die Fakultät Architektur für ihre Bauaufnahme-Übung ins Freilandmuseum Oberpfalz aus.

Die teilnehmenden Studierenden des Masterstudiengangs Historische Bauforschung im Denkenbauernhof des Freilandmuseums Oberpfalz nach getaner Arbeit.

Die teilnehmenden Studierenden des Masterstudiengangs Historische Bauforschung im Denkenbauernhof des Freilandmuseums Oberpfalz nach getaner Arbeit.

Vermessen mit Mund-Nasen-Schutz: Die Bauaufnahme-Übungen der Fakultät Architektur fanden im Sommersemester 2020 unter besonderen Bedingungen statt.

Vermessen mit Mund-Nasen-Schutz: Die Bauaufnahme-Übungen der Fakultät Architektur fanden im Sommersemester 2020 unter besonderen Bedingungen statt. Fotos: OTH Regensburg/Prof. Dr. Dietmar Kurapkat

Messen und Zeichnen mit Mund-Nasen-Schutz und farbcodierten, desinfizierten Vermessungsgeräten: Rund 100 Studierende des Bachelorstudiengangs Architektur sowie des Masterstudiengangs Historische Bauforschung der Fakultät Architektur an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) haben erfolgreich ihre Bauaufnahme-Übungen absolviert. Trotz der COVID-19-Pandemie konnten sie somit praktische Erfahrungen sammeln. „Das physisch-räumliche Erlebnis und materiell-konstruktive Begreifen historischer Architektur ist ein grundlegender Bestandteil der Lehre“, sagt Prof. Dr. Dietmar Kurapkat. Um den Studierenden diese essentiellen Lernerfahrungen und Kompetenzen auch in der aktuellen Situation nicht vorzuenthalten, erarbeiteten er, Prof. Dr. Ulrike Fauerbach sowie die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Annika Zeitler und Sophie Schlosser mit Unterstützung von Hochschulleitung und Dekanat ein den besonderen Bedingungen angepasstes Hygiene- und Durchführungskonzept und setzten dieses unter Mithilfe des Werkmeisters Dennis Ulrich erfolgreich um.

Kleingruppen auf 50 Hektar großem Gelände

Üblicherweise finden die Bauaufnahmeübungen in der Altstadt von Regensburg statt. Doch das Vermessen und formtreue Dokumentieren historischer Architektur in zumeist kleinteiligen Innenräumen und schlecht belüfteten Dachräumen wäre unter den derzeit geltenden Hygiene- und Abstandsregeln nicht möglich gewesen. Deshalb wurden die Bauaufnahme-Übungen an insgesamt neun Tagen im Freilandmuseum Oberpfalz in Neusath-Perschen in der Nähe von Nabburg durchgeführt. Zu diesem Zweck stellte Museumsleiter Dr. Tobias Hammerl die auf dem 50 Hektar großen Gelände weiträumig verteilten historischen landwirtschaftlichen Gebäude zur Verfügung und unterstützte mit seinem Team die studentischen Arbeiten.

Desinfektion für farbcodierte Vermessungsgeräte

Die Bedingungen auf dem Museumsgelände erlaubten es, die Studierenden in Kleingruppen auf viele Gebäude zu verteilen, wo sie immer in voll durchlüfteten Situationen arbeiten konnten. Jeweils maximal 20 Studierende wurden von einer Lehrkraft betreut und konnten Mindestabstände von 1,50 Metern einhalten. Das ständige Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes war für alle Beteiligten Pflicht. Bereits die Vorbereitung und der Transport der Messgeräte erfolgten unter Einhaltung besonderer Hygieneregeln. So bekam beispielsweise jede Arbeitsgruppe ihr eigenes Vermessungsgerät, das zuvor handschuhgeschützt farblich codiert worden war, um Verwechslungen auszuschließen und damit der Verbreitung des Virus vorzubeugen.

Präsenzveranstaltungen bleiben die Ausnahme

Der Mehraufwand hat sich in den Augen von Prof. Dr. Dietmar Kurapkat gelohnt: „Das Wissen über historische Konstruktionsweisen und ein funktionales und prozessuales Verständnis für das Zusammenfügen von Architekturbauteilen wird den Studierenden in ihrem gesamten Architekturstudium zu Gute kommen“, sagt er. Auch Prof. Andreas Emminger, Dekan der Fakultät Architektur, zieht ein positives Fazit: „Die Veranstaltung zeigt, dass innerhalb eines virtuellen Semesters – wenngleich mit äußerst hohem Aufwand – doch Präsenzpunkte gesetzt werden können.“ Gleichzeitig zeige die Übung aber auch, wie sinnvoll es angesichts der Vorsichtsmaßnahmen sei, ein weiteres virtuelles Semester abzuhalten. Denn: „So etwas lässt sich nicht in der gesamten Breite einer Fakultät oder eines Studienganges umsetzen“, sagt Prof. Andreas Emminger.

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