Aktuelles

Neue Kooperation mit der University of Johannesburg

19.02.2018
Von: Stabsstelle Hochschulkommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Einmal Südafrika und zurück. Drei Studierende der Fakultät Architektur konnten im Rahmen eines internationalen Austauschprogramms Erfahrungen an der University of Johannesburg sammeln. Im Gegenzug waren drei Studierende aus Südafrika an der OTH Regensburg zu Gast.

Drei Studentinnen von der University of Johannesburg, Südafrika, zu Gast an der Fakultät Architektur – von links: Keitumetse Maake, Khanya Peacock und Nicola Smith

Drei Studentinnen von der University of Johannesburg, Südafrika, zu Gast an der Fakultät Architektur. Von links: Keitumetse Maake, Khanya Peacock und Nicola Smith.

Im Austausch waren die drei Studierenden Lucas Sabisch, Larissa Berghofer und Jacopo Foglietti von der Fakultät Architektur in Südafrika. Foto: privat

Im Austausch waren die drei Studierenden Lucas Sabisch, Larissa Berghofer und Jacopo Foglietti von der Fakultät Architektur in Südafrika. Fotos: privat

Dass ihre Studentenzimmer, ja sogar das ganze Haus, in dem sie noch bis Februar wohnen, geheizt werden, war für Keitumetse Maake, Khanya Peacock und Nicola Smith aus Johannesburg eine ganz neue Erfahrung. „Bei uns in Joburg rentiert sich das nicht, weil es ja fast immer warm ist“, sagten die drei Studentinnen. "Joburg" – das ist umgangssprachlich für Johannesburg in Südafrika, woher die drei jungen Frauen kommen. Sie studieren Industriedesign – zum Zeitpunkt ihres Besuchs im fünften Semester – an der University of Johannesburg (UJ) und absolvierten ein Austauschsemester an der Fakultät Architektur der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg).

Die neue Kooperation kam über einen Kontakt von Prof. Matthew Burger, Fakultät Architektur, zustande und wird über das Programm Internationale Studien- und Ausbildungspartnerschaften (ISAP) des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) gefördert. Gleichzeitig waren drei Studierende der OTH Regensburg in Südafrika: Lucas Sabisch, Jacopo Foglietti und Larissa Berghofer verbrachten ihrerseits ein Semester in Johannesburg, wo sie sich daran gewöhnen mussten, dass die Menschen wegen der hohen Kriminalität hinter Mauern und Elektrozäunen leben.

Keitumetse, Khanya und Nicola hatten bereits nach drei Wochen Aufenthalt erkannt, was hier im Studium anders läuft, als bei ihnen zu Hause: Nur ein Projekt pro Semester, das Arbeiten etwas abstrakter und am Schluss eine ausgefeilte Powerpoint-Präsentation. Alle drei waren sich einig, dass es bei ihnen an der UJ „a little bit more messy“ zugeht und man sich mit kreativeren Ansätzen an die Projekte heranwagt. Das erlebten die Regensburger Studierenden Lucas, Jacopo und Larissa als „ein wenig fordernd“, schließlich hatten sie dort sehr häufig Abgabetermine für verschiedenste Projekte, zuletzt ging es beispielsweise darum, innovative Schraubzwingen für eine Werkstatt mit einer passenden Brand Identity zu gestalten. Einen weiteren Unterschied hatten die drei Regensburger Studierenden außerdem bemerkt: Anders als in Deutschland die Bachelorarbeit gibt es an der UJ keine theoretische Abschlussarbeit.

Das DAAD-Programm ist vorerst auf zwei Jahre angelegt, in denen pro Semester jeweils drei Studierende die Möglichkeit haben sollen, die andere Seite kennenzulernen. Auf beiden Seiten ist der Wunsch groß, an diesem Programm teilzunehmen; die Auswahl erfolgt über die Studienleistungen sowie eine eigens einzureichende Motivationsarbeit. Was die drei Studentinnen aus Johannesburg vor allem freute: Dass sie das Glück hätten, im Wintersemester hier zu sein. „Wir hoffen auf ganz viel Schnee und wollen auch nach Österreich zum Skifahren gehen“, sagten sie.

Auszug aus dem Erfahrungsbericht

Abschließend noch ein Auszug aus dem Bericht der Austauschstudierenden von der OTH Regensburg Larissa Berghofer, Lucas Sabisch und Jacopo Foglietti: „Über das Austauschprogramm der OTH Regensburg und der University of Johannesburg sind wir jetzt schon über einen Monat in Südafrika. Da wir anfangs Probleme mit dem Visum hatten, kamen wir ein paar Wochen zu spät in die Uni und mussten gleich in das laufende Projekt einsteigen. Anders als bei uns gibt es fast jede Woche Abgaben oder Präsentationen, dazu Recherche, Konzeption usw., was im Moment ein wenig fordernd ist. Im Endeffekt ähnelt sich aber das Studium sehr, man kriegt seine Aufgabe, fängt an zu recherchieren, sketchen, Modelle bauen und hofft, dass das Design am Ende funktioniert. Anders als bei uns, gibt es fast kein Campus-Leben. Da alle Studierenden verstreut über die Fläche Johannesburgs wohnen, ergeben sich fast keine Möglichkeiten, mal nach der Uni oder abends was zu unternehmen. Außerdem leben hier alle hinter Mauern, Elektrozaun und elektrischem Tor. Wenn man kein Auto hat, kommt man einerseits nirgendwo hin und andererseits läuft man durch leere Straßen, wovon nachts tunlichst abzuraten ist. Deswegen bewegen wir uns momentan mit Uber und Taxify fort. Aber obwohl in Deutschland die Meinung vorherrscht, dass Johannesburg eine extrem gefährliche Stadt ist, war unser Aufenthalt hier bisher 'lekker', was Afrikaans für alles Positive ist. Die Menschen sind alle so herzlich und gastfreundlich: Wir wurden schon zu mehreren Braais (Grillen), zum Wandern und Klettern oder nach Soweto eingeladen."

Und weiter heißt es: "Zwischendrin, als wir eine Woche Mid-Term Break hatten, waren wir in Kapstadt. In diese Stadt haben wir uns verliebt. Mit dem Tafelberg und dem Ozean hat man, landschaftlich gesehen, alles, was man braucht. Wir konnten wieder atmen, einerseits, weil es nicht so hohe Mauern gibt und man überall Menschen sieht, andererseits wegen der Meeresluft. Dort scheint das Leben ein bisschen leichter und relaxter zu sein. Alles in allem war die Entscheidung nach Südafrika zu gehen, die beste, die wir treffen hätten können. In dem Sinne: cheers, take care, oder wie hier alle sagen: 'shab hab'."

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