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Drei Industriedesign-Studierende in Südafrika

12.11.2018
Von: Anna Schmied, Tobias Lechner, Melina Rieger

Im Rahmen eines Austauschprogramms mit der University of Johannesburg sind derzeit drei Studierende des Studiengangs Industriedesign aus Regensburg in Südafrika. Sie haben einen Bericht über ihre Eindrücke verfasst.

Von links: Anna Schmied, Melina Rieger und Tobias Lechner aus dem Studiengang Industriedesign sind im Rahmen eines Austauschprogramms an der University of Johannesburg in Südafrika.

Von links: Anna Schmied, Melina Rieger und Tobias Lechner aus dem Studiengang Industriedesign sind im Rahmen eines Austauschprogramms an der University of Johannesburg in Südafrika. Foto: Anna Schmied, Tobias Lechner, Melina Rieger

Die Kooperation der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) mit der University of Johannesburg (UJ) in Südafrika wird über das Programm Internationale Studien- und Ausbildungspartnerschaften (ISAP) des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) gefördert. Dieses DAAD-Programm ist vorerst auf zwei Jahre angelegt, in denen pro Semester jeweils drei Studierende die Möglichkeit haben sollen, die andere Seite kennenzulernen.
 
Derzeit sind drei Studierende des Studiengangs Industriedesign von der OTH Regensburg in Südafrika, namentlich: Anna Schmied, Tobias Lechner und Melina Rieger. Im nachfolgenden Bericht geben sie einen Einblick zu ihren Erfahrungen und Eindrücken.  

Bericht aus Südafrika von Anna Schmied, Tobias Lechner und Melina Rieger

Mittlerweile studieren wir seit gut drei Monaten und haben uns langsam an das afrikanische Studiensystem gewöhnt. Zu Beginn war es eine ziemliche Umstellung, direkt vom deutschen in das afrikanische System reinzukommen. Zwischen unserer letzten Prüfung in Deutschland und dem ersten Tag an der afrikanischen Universität lagen schließlich nur vier Tage.

Unser erstes größeres Projekt hier war aber dann auch zum erneuten Mal das Thema „weaving“, was es einerseits einfacher machte, sich in das Thema einzufinden, andererseits aber auch die Ideenfindung erschwerte, da man schon so viel zu diesem Thema recherchiert und gesehen hatte. Einen großen Unterschied zwischen der Aufgabenstellung in Deutschland gab es aber dann doch. Wir haben die Vorgabe bekommen, dass unser Endprodukt biologisch abbaubar sein sollte, was in Deutschland nicht zwingend notwendig war. 

Die wöchentlichen Deadlines sind für uns etwas Neues, da wir bei uns daheim zwar jede Woche neue Ergebnisse abliefern, diese aber nicht immer einzeln bewertet werden. Die Benotung an sich ist hier auch anders. Es gibt 100 Punkte, die man jedoch so gut wie nie erreicht. Das ist in Regensburg anders, dort kann man bei guten Ergebnissen doch auch durchaus einmal eine 1,3 oder sogar 1,0 erreichen. Unsere Kommilitoninnen und Komilitonen haben uns sehr unterstützt, mit dem neuen System klarzukommen. Wir haben uns sofort super aufgenommen gefühlt und wurden bei unserer Einführungsphase gut begleitet. Die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft sind wirklich unglaublich. 

Ein weiterer Unterschied ist, dass in der UJ während des Industriedesign-Studiums viele Essays geschrieben werden. Unser erster Essay handelte vom Design während der Apartheid in Südafrika. Während der Recherche über die Apartheid ist uns aufgefallen, dass wir in Deutschland kaum über die politische Lage in Südafrika aufgeklärt werden. Im Apartheidmuseum hatten wir sehr viele neue Eindrücke und auch bei Interviews, die wir mit Beteiligten geführt haben, war es sehr bewegend, über die damalige Zeit in Südafrika informiert zu werden. 

Andere Perspektiven einnehmen

In Design-History haben wir erst einmal alles über die deutsche Designgeschichte gelernt, was recht lustig ist, da man sich so weit entfernt von zu Hause befindet und nun erneut alles über die bekanntesten deutschen Designerinnen und Designer erfährt. Es ist aber sehr spannend die afrikanischen Sichtweisen zum Bauhaus oder zur Ulmer Hochschule zu sehen.

Nicht nur das Studium, sondern auch unser Studentenleben in Südafrika unterscheidet sich grundlegend von dem in Regensburg, denn wir sind es gewohnt, unter der Woche in die Stadt zu gehen, um Freundinnen und Freunde zu treffen, was hier eher unüblich ist. Hier ist es erstens zu gefährlich, sich nachts auf den Straßen rumzutreiben, und die wöchentlichen Benotungen lassen leider nicht viel Raum für Freizeitaktivitäten. Dies wirkt sich leider auch auf die Beziehungen zwischen und unter den Semestern aus.

Während des Studiums versuchen wir auch immer mal wieder das Land zu erkunden. Safari gehört dabei natürlich dazu. – Insgesamt sind wir sehr froh, dass wir an diesem Austauschprogramm teilnehmen dürfen. Es ist wirklich sehr interessant, zu sehen, wie das Studienleben hier ausschaut und welche Unterschiede und auch Gemeinsamkeiten es im Vergleich zu Regensburg gibt. Wir hoffen, dass es die Chance zum Austausch auch in Zukunft geben wird und viele andere Studierende die Möglichkeit bekommen, ein Semester in einem völlig fremden Land studieren zu können.  

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