Vorträge zum Hebammenalltag

19.05.2022

Themen aus dem Hebammenalltag im Hörsaal diskutiert: Das ist das Konzept der neuen Vortragsreihe „Gemeinsam im Hörsaal“ von Prof. Dr. Barbara Fillenberg, Studiengangleitung Hebammenkunde.

Bei einer Neugeborenen-Gelbsucht wird auch die Fototherapie eingesetzt. Foto: Barbara Fillenberg

Bei einer Neugeborenen-Gelbsucht wird auch die Fototherapie eingesetzt. Foto: Barbara Fillenberg

Hierfür greift sie Themen aus dem Hebammenalltag auf und lädt ausgewiesene Spezialist*innen für Vorträge und zu Diskussionen ein, an denen sowohl die Studierenden, aber auch praxisanleitende Hebammen und Forschende teilnehmen.

Erstes Thema: Neugeborenen-Gelbsucht

Den Auftakt der Reihe gestaltete Prof. Dr. Michael Melter, Direktor und Chefarzt der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Regensburg. Er referierte, untermauert mit zahlreichen Praxisbeispielen, zur Gelbsucht von Neugeborenen, dem sogenannten Ikterus neonatorum. Die Gelbsucht stellt eine der größten Gefahren für die Kleinen dar. Denn: Wird der Ikterus durch die betreuenden Hebammen falsch eingeschätzt, kann es für die Kinder schnell lebensbedrohlich werden. Umso wesentlicher ist die sorgfältige Diagnostik – denn neben dem harmlosen Krankheitsbild des Stillikterus gibt es die gefährliche Cholestase, also die Gallenstauung. Als Koordinator war Michael Melter maßbeglich an der Erstellung der aktuellen S 2K-Leitlinie „Cholestase im Neugeborenenalter“ beteiligt. 

Zweiter Vortrag zu Harninkontinenz

Als zweiter Referent in der Reihe bot Prof. Dr. Maximilian Burger, Direktor der Klinik für Urologie am Caritas-Krankenhaus St. Josef, stellvertretender Ärztlicher Direktor und Leiter des Uroonkologischen Zentrums, Orientierung in Sachen Harninkontinenz. Warum bekommt ein „busy girl“ eine „lazy bladder“? Maximilian Burger machte deutlich, dass die Blase viel verzeiht, aber trotzdem ein sensibles Organ ist, das regelmäßig entleert werden muss. Zudem mag sie keinen dauerhaften Druck, sonst reagiert sie mit Harninkontinenz. Gesellschaftlich ein Tabuthema, und doch trifft es im Alter nahezu 70 Prozent der Frauen. Aus Scham gehen die Betroffenen in der Regel erst spät zur Untersuchung. Als größte Risikofaktoren für Inkontinenz gelten Übergewicht, Zahl der Geburten (in Abhängigkeit von Geburtsmodus, Geburtsdauer und Anzahl der Geburten) und das Alter. Umso wichtiger, dass Hebammen die von ihnen betreuten Frauen früh sensibilisieren: Nur, wenn das Thema kein Tabuthema mehr ist, kann Prophylaxe betrieben und den Betroffenen geholfen werden. 
Die Rückmeldungen auf die interaktiv gestalteten Vorträge waren durchwegs positiv; Prof. Fillenberg freut sich, dass das neue Format gut angenommen wird.
 

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