Prof. Dr. Daniela Neri-Ultsch mit Vortrag zu Gast

30.10.2018
Von: Veronika Rösch, Prof. Dr. Clarissa Rudolph

„‚Nun begann ein neues Leben!‘ 100 Jahre Frauenwahlrecht – Parlamentarierinnen in Bayern. Eine Bilanz“ - so lautete der Titel des gut besuchten Vortrags von Prof. Dr. Daniela Neri-Ultsch, den diese zum 100-jährigen Jubiläum am 17. Oktober 2018 hielt.

Zuhörerinnen und Zuhörer beim Vortrag von Prof. Dr. Daniela Neri-Ultsch am 17. Oktober 2018 an der Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften der OTH Regensburg.

Zuhörerinnen und Zuhörer beim Vortrag von Prof. Dr. Daniela Neri-Ultsch am 17. Oktober 2018 an der Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften der OTH Regensburg. Foto: Veronika Rösch

Freie Plätze waren beim Vortrag von Prof. Dr. Daniela Neri-Ultsch am 17. Oktober 2018 rar, als sie an der Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) zum Thema „‚Nun begann ein neues Leben!‘ 100 Jahre Frauenwahlrecht – Parlamentarierinnen in Bayern. Eine Bilanz“ vor den Studierenden des Seminars „100 Jahre Frauenwahlrecht“ bei Prof. Dr. Clarissa Rudolph referierte. Neben der Frauenbeauftragten der OTH Regensburg Prof. Dr. Christine Süß-Gebhard und Angehörigen der Fakultät folgten einige weitere interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer der Einladung anlässlich des 100. Jubiläumsjahres der politischen Teilhabe von Frauen in Deutschland. 

Organisiert von der Seminarleitung Prof. Dr. Rudolph und der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Veronika Rösch wurde der Vortrag durch die zentrale Servicestelle Gender und Diversity ermöglicht und bot somit einen geeigneten Rahmen, um den gleichstellungspolitischen Meilenstein in den Fokus zu rücken.

Rückblick: ein langer Kampf um Gleichberechtigung

Für viele Studierende sei es, so Prof. Dr. Neri-Ultsch, heutzutage selbstverständlich, dass Frauen sich aktiv in die Politik einbringen und gleichgestellt sind, doch diesem Recht gehe ein langer Kampf um Gleichberechtigung voraus. Bis Frauen in Bayern in der Nacht auf den 8. November 1918 mit der Ausrufung des Freistaates Bayern durch den ersten bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner (USPD) das aktive und passive Wahlrecht zugesprochen wurde, war Politik in Deutschland rein männlich geprägt. 

Wie Prof. Dr. Neri-Ultsch in ihrem anschaulichen Vortrag darlegte, reichen die Wurzeln der Bemühungen um die Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland bis nach Frankreich zur Revolutionärin und Frauenrechtlerin Olympe de Gouges zurück, die bereits 1791 die „Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin“ verfasste.

Höchst aktuell: Thema Frauenanteil in der Politik

Der Vortrag glich dabei „einem spannenden Ritt durch die Frauengeschichte“ - so Prof. Dr. Rudolph –, denn der Referentin gelang es, die Anfänge der ausdauernden Forderung nach Gleichberechtigung gleichsam zu beleuchten wie die fortwährenden Fortschritte und Rückschläge. Besonders einschneidend war vor allem der politische Rückschritt durch den Nationalsozialismus, der die politische Teilhabe von Frauen stark begrenzte. Ebenso interessant war die Entwicklung des Frauenanteils im bayerischen Landtag bis heute, welche bislang überraschend ernüchternd ausfiel.

Prof. Dr. Neri-Ultsch machte am Ende deutlich, dass in den letzten Jahrzehnten zwar viel erreicht wurde, aber die Bemühungen an einigen Stellen aufrechterhalten bleiben müssten, vor allem dort, wo es um tradierte Geschlechterrollen und ungleiche Bezahlung trotz gleicher Arbeitsleistung geht. Besonders mit Blick auf die gerade zurückliegende Landtagswahl bleibt das Thema Frauenanteil in der Politik zudem höchst aktuell: Mit der Landtagswahl am 14. Oktober 2018 ist der Frauenanteil im bayerischen Landtag um mehr als drei Prozentpunkte auf 26,8 Prozent zurückgegangen.

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