Pläne für ideale Städte entwerfen

03.04.2019
Von: Tanja Rexhepaj

Für Prof. Dr. Susan Draeger von der Fakultät Architektur muss gute Lehre interdisziplinär, integrativ und praxisorientiert sein. – Die „Serie: Lehre“ stellt ausgewählte Beispiele aus den acht Fakultäten der OTH Regensburg vor, die einen Einblick in die Vielfalt der Lehre geben.

Dr. Susan Draeger ist Professorin an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) und lehrt im Studiengang Gebäudeklimatik. Foto: Florian Hammerich, OTH Regensburg

Dr. Susan Draeger ist Professorin an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) und lehrt im Studiengang Gebäudeklimatik. Foto: Florian Hammerich, OTH Regensburg

„Die interdisziplinäre Lehre im Studiengang Gebäudeklimatik war und ist für mich Hauptmotivation für den Wechsel von der Wirtschaft an die Hochschule.“ – Dr. Susan Draeger ist Professorin an der Fakultät Architektur der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) und lehrt im Studiengang Gebäudeklimatik. Vor ihrer Berufung an die OTH Regensburg war sie in internationalen Ingenieurbüros in führender Position tätig.

Das Regensburger Hochschulmagazin „OTH Regensburg aktuell“ besuchte sie in ihrem fachspezifischen Wahlpflichtfach „Sustainable Urban Design“, das sich sowohl an Studierende der Architektur als auch der Gebäudeklimatik richtet und als englischsprachiges Seminar explizit auch Erasmus-Studierenden offensteht. 

Interdisziplinarität ist für Prof. Dr. Susan Draeger neben einem integrativen und praxisorientierten Ansatz eine der Grundvoraussetzungen für gute Lehre. „In meiner Studienzeit – ich habe in den 90ern an der TU Berlin und TU Delft in den Niederlanden studiert – gab es keine studiengangübergreifende Lehre. Ob Versorgungstechnik, Architektur oder Bauingenieurwesen – alle waren unter sich und kamen während des gesamten Studiums nie miteinander in Berührung. Heute haben wir die Notwendigkeit der studiengang- und fakultätsübergreifenden Lehre erkannt“, berichtet die Professorin. 

Ein Blick hinter die Kulissen und in die Hörsäle

So sitzen alle zwei Wochen am Montagnachmittag Studierende aus den beiden Fachrichtungen Architektur und Gebäudeklimatik fünf Stunden lang beisammen. Heute geht es um einen Plan für die ideale Stadt zu verschiedenen Zeiten: eine hauptsächlich auf Verteidigung ausgerichtete, spätmittelalterliche Stadt aus dem 16. Jahrhundert, eine möglichst vielen Menschen Wohnraum bietende Stadt zu Beginn der industriellen Revolution im 18. Jahrhundert, eine auf den Einklang mit der Natur bedachte Stadt aus dem 19. Jahrhundert und eine moderne Stadt mit möglichst geringem CO2-Abdruck. 

Bevor die vier Kleingruppen, bestehend aus jeweils drei bis vier Studierenden, loslegen, hat Gastlektorin Arch. Deepika Gunasekaran aus Indien in einem Vortrag die Aufgabenstellung erläutert und Anregungen für die nun zu erstellende „conceptual map“ gegeben. Beide, Prof. Dr. Draeger und Deepika Gunasekaran, gehen dann von Gruppe zu Gruppe, hören zu, was die Studierenden planen, und geben Tipps oder Hilfestellungen. Am Ende des Nachmittags wird jedes Team seinen Entwurf kurz präsentieren. 

Auch wissenschaftliches Schreiben steht auf dem Programm

„Neben dem Fachwissen erlernen die Studierenden in meinen Modulen Teamarbeit, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Analyse- und Urteilsfähigkeit und wissenschaftliches Schreiben“, erläutert Prof. Dr. Draeger. Ihr Konzept für den Kurs: Die Themen von nachhaltiger Quartiersentwicklung über zukunftsfähige Infrastrukturen und Smart City bis hin zu Klimaschutz sollen auf verschiedenen Ebenen vermittelt werden, vor allem im Dialog mit den Studierenden. 

Besonderen Wert legt sie dabei darauf, die internationale Bandbreite darzustellen; dass das komplette Modul auf Englisch abgehalten wird, ist für sie eine logische Konsequenz. Für das kommende Sommersemester freut sich Prof. Dr. Draeger vor allem auf einen studiengangübergreifenden Workshop, den sie im Mai 2019 durchführen wird: „Der Kurs ist auch für mich eine neue Erfahrung und darauf bin ich sehr gespannt.“

Dieser Beitrag erschien auf Seite 2 der Ausgabe 01/2019 von „OTH Regensburg aktuell“.

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