Kunst und Kultur im sozialpädagogischen Kontext

18.12.2018
Von: Prof. Renate Kühnel

Eindrücke, Begegnungen und Impulse: 38 Studierende konnten bei ihrer viertägigen Studienfahrt mit Prof. Renate Kühnel nach Hannover und Hamburg viele spannende Einblicke in die unterschiedlichsten sozialpädagogischen Arbeitsfelder gewinnen.

Vier Tage lang auf Studienfahrt in Hamburg und Hannover waren Studierende des Bachelorstudiengangs Musik- und bewegungsorientierte Soziale Arbeit der OTH Regensburg zusammen mit Prof. Renate Kühnel (ganz vorne sitzend) Ende November 2018. Foto: anonym

Vier Tage lang auf Studienfahrt in Hamburg und Hannover waren Studierende des Bachelorstudiengangs Musik- und bewegungsorientierte Soziale Arbeit der OTH Regensburg zusammen mit Prof. Renate Kühnel (ganz vorne sitzend) Ende November 2018. Foto: anonym

Soziale Kulturarbeit und kulturelle Sozialarbeit spielten eine zentrale Rolle bei der Studienfahrt des sechsten und siebten Semesters des Bachelorstudiengangs Musik- und bewegungsorientierte Soziale Arbeit der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg). Intensive Eindrücke, ermutigende Impulse, wegweisende Projekte und Begegnungen mit spannenden Persönlichkeiten ermöglichten Einblicke in unterschiedlichste sozialpädagogische Arbeitsfelder und inspirierten berufliche Visionen.

Am 28. November 2018 traf die Gruppe den Kinderliedermacher Unmada Manfred Kindel, der uns seinen „Kinderwald Hannover“ musikalisch, tänzerisch und naturpädagogisch erlebbar machte und über Entstehung und Entwicklung dieses Großprojekts informierte. Hauptreiseziel war danach Hamburg: Die Jugendherberge oberhalb der Landungsbrücken war idealer Ausgangspunkt für alle Ziele.

Am 29. November 2018 stand die Gemeinwesenarbeit St. Pauli mit ihrer offenen Kinder- und Jugendarbeit, ihrem Bauspielplatz und ihrer politischen Stadtteilarbeit auf dem Programm. Diese beeindruckte ebenso wie die Künstlerinnen und Künstler der Werkstätte für Menschen mit Behinderung (WfMB – „Barner 16“). Nach Informationen über die strukturelle und organisatorische Situation dieser einmaligen Form von WfMB konnte bei der Probenarbeit hospitiert werden. 

Wie viel nötig ist, um allen Zugang zu Kunst und Kultur zu eröffnen

Der Besuch beim Verein Lukulule, welcher niedrigschwellige Angebote im Bereich Musik, Tanz und Theater organisiert, machte deutlich, wie viel Fundraising und Projektanträge neben der Verpflichtung von Honorarkräften und Kursorganisation notwendig sind, um allen Menschen Zugang zu Kunst und Kultur zu eröffnen. Auch wenn die Stadt Hamburg Musik- und Tanzräume in den alten Lagerhallen im Oberhafen den Kunstschaffenden sowie den Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen günstig zur Verfügung stellt, ist das Thema Finanzierung immer präsent. Im alten Schlachthof konnten abends zwei Bands von „Barner 16“ live erlebt werden.

Am 30. November 2018 ging es nach Billstedt zum Kulturpalast mit HipHopAcademy. Absolut professionelle Kulturarbeit mit Veranstaltungsmanagement, Booking und Vermietung wurde uns vorgestellt, dazu flächendeckende frühkindliche musikalische Bildung in den Kitas des Bezirks, interkulturelle Musikbegegnungen, Hip-Hop-Ausbildung für Interessierte unabhängig von der Schulbildung. Ein Gesangsworkshop mit einem Künstler aus dem Haus rundete den Vormittag ab.

Kunst, Handwerk und Sozialpädagogik Hand in Hand 

Das soziokulturelle Zentrum in Wilhelmsburg „Honigfabrik“ setzte einen weiteren Höhepunkt. Künstlerinnen und Künstler sowie Handwerkerinnen und Handwerker arbeiten hier Hand in Hand mit den Sozialpädagoginnen  und Sozialpädagogen im Haus. Offene Kinder- und Jugendarbeit mit Musik, Tanz, Literatur und Theater bilden einen Schwerpunkt neben Autowerkstatt und Schiffsbau. In der Musikhochschule Hannover stellte abends noch der Rhythmiker Riedmüller das Kooperationsprojekt mit Geflüchteten zum Thema „International Music Education“ vor. Ein Bodypercussion-Workshop mit ihm rundete den Tag ab. 

Wer jetzt noch Aufnahmekapazitäten hatte, konnte zwischen zwei Konzertabenden auswählen: einem in der GWA St. Pauli und einem in der „Honigfabrik“. Zeit für Elbphilharmonie, Speicherstadt, Landungsbrücken, Weihnachtsmarkt Hamburg, Rathaus oder Michel blieb dann vor allem am 1. Dezember 2018 nach einer intensiven Führung im „Dialog im Dunkeln“, bei der uns Menschen mit Sehbehinderung ihre „Sicht der Welt“ nahebrachten. – „Jetzt bräuchten wir eine Woche zum Verarbeiten, Nachwirkenlassen und Auswerten“, war der einhellige Kommentar im Zug auf der Rückreise.

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