Fachtagung "Alter und Behinderung" war gut besucht

25.03.2015
Von: Petra Schmöller / Stabsstelle Hochschulkommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

260 Gäste besuchten das Symposium "Alter und Behinderung: Glücklich bis ans Lebensende – Gelingend Beziehung gestalten" an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg).

Dr. Barbara Romero bei ihrem Vortrag im Hörsaal an der OTH Regensburg. Foto: OTH Regensburg

Dr. Barbara Romero bei ihrem Vortrag im Hörsaal an der OTH Regensburg. Foto: OTH Regensburg

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Musik verbindet, sie schafft emotionale Nähe und ermöglicht gemeinsame Erlebnisse von Jung und Alt, von Nicht-Behinderten und Behinderten. „Musikalische Berührung“ – Prof. Renate Kühnel, Diplom-Rhytmikerin und Diplom-Musiklehrerin an der OTH Regensburg, hat in ihrem Workshop auf der Fachtagung „Alter und Behinderung“, die am 13. März 2015 an der OTH Regensburg stattgefunden hat, gezeigt, wie man mit Musik „glücklich bis ans Lebensende“ – so das Motto der Veranstaltung – bleiben kann.

Die Kooperationsveranstaltung zwischen der Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften der OTH Regensburg und der Fachakademie für Heilpädagogik der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e. V. war mit 260 Teilnehmern sehr gut besucht. Organisiert wurde das Symposium vom Zentrum für Weiterbildung und Wissensmanagement (ZWW) der OTH Regensburg. Mitarbeiter von Behörden, Lehrer an Fachschulen und Fachkräfte der Altenarbeit und Behindertenhilfe machten den Großteil  der Besucher aus.    

„Die hervorragende Resonanz und die große Teilnehmerzahl haben uns selbst überrascht“, resümierte das Vorbereitungsteam um Prof. Renate Kühnel von der OTH Regensburg sowie Petra Werner, Sabine Steindl und Hedi Pruy-Lange von der Fachakademie für Heilpädagogik. Darin zeigten sich die Aktualität und Brisanz des Themas.  

Nach den Grußworten von Prof. Dr. Klaudia Winkler, Vizepräsidentin der OTH Regensburg, Jürgen Huber, Bürgermeister der Stadt Regensburg, Gert Wölfel, Ehrensenator und Vorstandsvorsitzender der Stiftung zur Förderung der Hochschule Regensburg, und der Leitung der Fachakademie, Petra Werner, präsentierten zwei Hauptreferenten aktuelle Ergebnisse aus der Forschung sowie evidenzbasierte Konzepte.

Fast zehn Prozent der Gesamtbevölkerung in Deutschland weist eine Behinderung auf, 70 Prozent davon sind älter als 55 Jahre. Zu der daraus erwachsenden gesellschaftlichen Aufgabe und Herausforderung  präsentierten Prof. Dr. Heinrich Greving von der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen sowie Dr. Barbara Romero, Begründerin der Selbsterhaltungstherapie, aktuelle Ergebnisse aus der Forschung sowie evidenzbasierte Konzepte.

Prof. Dr. Heinrich Greving erläuterte die Grundlagen und Anforderungen an die Profession der Heilpädagogik als Ergebnis seines Forschungsprojektes LEQUI der letzten Jahre.  Mit der Erfahrung einer lebenslangen Behinderung sind folgende Veränderungen, die das Altwerden mit sich bringt, besonders in den Blick zu nehmen: der Verlust des Arbeitsplatzes, vertraute Personen, die Gestaltung freier Zeit, Umgang mit Kompetenzeinbußen, Palliativversorgung und das Erleben der Begrenztheit des eigenen Lebens. Hieraus entwickelte er Empfehlungen für die Behindertenhilfe in allen genannten Bereichen. Mit Wortwitz und  vielen konkreten Beispielen verstand es Prof. Dr. Greving vorzüglich, das Interesse der  Teilnehmer zu wecken.  

Demenz als eine Sonderform von Behinderung bildete den Schwerpunkt des Vortrags von Dr. Barbara Romero. Die Neuropsychologin präsentierte eine kurzweilige Mischung aus theoretischen Erkenntnissen und konkreten Handlungsansätzen. Als langjährige Leitung des Alzheimerzentrums in Bad Aibling konnte sie die Grundsätze der Selbsterhaltungstherapie anhand vieler Beispiele verdeutlichen.

In den Pausen hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich „zwischendurch zu bewegen“, angeleitet von Barbara Maier vom Mehrgenerationenhaus in Regenstauf. Ebenso konnten sie sich bei den zahlreichen Ausstellern und Infoständen einen Überblick über die Thematik verschaffen.

In insgesamt 13 Workshops wurde es dann konkret: Sie behandelten beispielsweise Themen wie Menschen mit Behinderung und Migrationshintergrund, ermöglichten eine „musikalische Berührung“ oder gaben Einblicke in die Palliativ- und Hospizarbeit.  "Die hervorragende Resonanz und die große Teilnehmerzahl haben uns selbst überrascht", fasste das Vorbereitungsteam mit Prof. Renate Kühnel, Petra Werner, Sabine Steindl und Hedi Pruy-Lange zusammen. Darin zeigen sich die Aktualität und Brisanz des Themas.

Mit der Band „Power Pack“ unter Leitung von Klaus Kracker fand das Symposium einen musikalischen und sehr schwungvollen Ausklang. Die Band unter dem Dach der Offenen Behindertenarbeit der Caritas ist mit jungen beeinträchtigten Musikern besetzt, die mit diesem Hobby gute Chancen haben, glücklich ihr Leben zu meistern, auch im Alter und bis zum Lebensende.

Kurzbeschreibungen zu den Vorträgen und Workshops gibt es zum Nachlesen auf der OTH-Homepage.

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