Datenschutz und Privatheit: Was Privatheit ist und warum wir sie schützen sollten

20.12.2021
Von: Manon Portal

Die inzwischen dritte Podiumsdiskussion der Regensburg School of Digital Sciences stand im Zeichen von Datenschutz und Privatheit. Knapp 70 Personen nahmen an der virtuellen Veranstaltung teil.

„Ich habe nichts zu verbergen“. Diese Aussage hört man oft, wenn es zu Datenschutz kommt; doch ist dem wirklich so? Ist das in Ordnung, immer wieder das Cookie-Banner schnellstmöglich „wegzuklicken“? Was sind uns unsere Daten wert und welche werden erhoben? Können wir unsere Privatheit im Netz noch schützen oder haben wir die Kontrolle längst verloren? Mit diesen Überlegungen beschäftigte sich die dritte Podiumsdiskussion der Regensburg School of Digital Sciences (RSDS) am 30. November 2021. In einer virtuellen Runde mit ca. 70 Hochschulangehörigen wurde zum Thema Datenschutz debattiert, gefragt und hinterfragt.

Kurzweilige Vorträge von Expert*innen der OTH Regensburg

Als Impulsgeber hielten Prof. Dr. Dorothea Betten (Professorin für Wirtschaftsrecht, IT-Recht, Recht des geistigen Eigentums, Wettbewerbsrecht und Internationales Recht) von der Fakultät Betriebswirtschaft und Prof. Dr. Christoph Skornia (Professor für Informationssicherheit), Dekan der Fakultät Informatik und Mathematik, Vorträge.

Prof. Dr. Betten erläuterte, welche Daten über welche Wege gesammelt werden. Unser Verhalten im Netz könne so analysiert, ausgewertet und an Dritte zu Werbezwecken verkauft werden. Haben wir also wirklich nichts zu verbergen? Ist es in Ordnung, wenn Firmen uns ausschließlich maßgeschneiderte Werbung im Netz anzeigen? Diese gezielte Werbung soll, so lautet die Rechtfertigung der Unternehmen, unsere Kaufentscheidung erleichtern. Schränkt sie uns in Wirklichkeit nicht ein, weil wir aufgrund der Personalisierung der Werbung nur noch eingeschränkte Informationen und maßgeschneiderte Preise bekommen?

Im Anschluss beschäftigte sich Prof. Dr. Skornia mit dem eher technischen Aspekt der Datenerhebung, und wie Bürger*innen ihre Privatheit schützen können. Er betonte, dass kostenlose Dienste sich auf eine andere Art finanzieren müssten und dass dies nun mal über die Monetarisierung der Nutzerdaten erfolgt. Diese Daten verraten viel mehr über unsere Gewohnheiten und Persönlichkeit, als wir im Alltag wahrnehmen. Es brauche einen sorgsameren und bewussteren Umgang der Verbraucher, um die Privatheit zu schützen. Dennoch sei die Lage nicht aussichtslos, auch seitens der Technik und durch gesetzliche Regulierung ließe sich viel mehr unternehmen.

Prof. Dr. Thomas Kriza (Professor für Digitalisierung, Technologiefolgen und angewandte Ethik), Lehrender an der Fakultät Angewandte Natur- und Kulturwissenschaften und an der RSDS, stärkte die Diskussionsrunde. Über den Chat konnten die Teilnehmenden ihre Fragen stellen. Wiederkehrende Themen wie die Datenerhebung zu politischen Zwecken, Datenschutz an der Hochschule oder die pseudonymisierte bzw. anonymisierte Datenerhebung zu Forschungszwecken wurden über fast eineinhalb Stunden diskutiert.

Das RSDS-Team bedankt sich herzlich bei allen Referent*innen und Teilnehmenden für den interessanten Austausch und freut sich bereits auf die nächste Podiumsdiskussion.

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