Water is Light: Nachhaltige Entwicklung in Kamerun

23.11.2018
Von: Monja Rinderle

Die erste Turbine ist installiert. Ein Team des Projekts „Water is Light“ von „Ingenieure ohne Grenzen“ und OTH Regensburg war im Sommer 2018 in Kamerun und hat den Grundstein für die Energiegewinnung aus Wasserkraft gelegt.

Die Turbine des Projekts „Water is Light“, mit der eine umweltschonende Möglichkeit der Energiegewinnung mittels Wasserkraft möglich ist.

Die Turbine des Projekts „Water is Light“, mit der eine umweltschonende Möglichkeit der Energiegewinnung mittels Wasserkraft möglich ist.

Zwei Regensburger Studierende und lokale Fachkräfte in enger Zusammenarbeit, um die Turbineninstallation zu realisieren.

Zwei Regensburger Studierende und lokale Fachkräfte in enger Zusammenarbeit, um die Turbineninstallation zu realisieren.

Im Sommer 2018 reiste ein Team aus Regensburg nach Kamerun in das Dorf Bangang, um dort die erste Kleinstwasserkraftanlage zu installieren.

Im Sommer 2018 reiste ein Team aus Regensburg nach Kamerun in das Dorf Bangang, um dort die erste Kleinstwasserkraftanlage zu installieren. Fotos: Justus Hofmeister

Das Projekt „Water is Light“ von „Ingenieure ohne Grenzen“ hat in Zusammenarbeit mit der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) und Green Step e. V. ein Kleinstwasserkraftsystem für ländliche Regionen des globalen Südens entwickelt. Dabei war der Anspruch, eine technologisch hochwertige und effiziente Wasserturbine zu konstruieren, die von örtlichen Fachkräften aus lokal verfügbaren Materialien kostengünstig produziert werden kann.

Unabhängiger Zugang zu Elektrizität

Mit dem Turbinensystem können zirka zehn Häuser mit Licht und USB-Ladestationen ausgerüstet werden. Damit wird für die Menschen vor Ort der unabhängige Zugang zu Elektrizität möglich. Wasserkraft bietet im wasserreichen Kamerun eine umweltschonende Möglichkeit der Energiegewinnung und ermöglicht so eine nachhaltige, ressourcenschonende Entwicklung.

Im Sommer 2018 war ein vierköpfiges Team der Regionalgruppe von „Ingenieure ohne Grenzen“ für drei Wochen in Kamerun, um zusammen mit den lokalen Partnern mit viel Fleiß und Schweiß die erste Turbine an einem Wasserfall zu installieren. Das System soll nun während einer einjährigen Pilotphase unter Realbedingungen erprobt werden.

Die Idee: „Hilfe zur Selbsthilfe“

Im nächsten Schritt sollen Handwerkerinnen beziehungsweise Handwerker vor Ort ausgebildet werden, die in verschiedenen Orten Kameruns den Bau, Vertrieb und die Wartung der Turbinen übernehmen können. Entsprechend dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ soll das „Water is Light“-Projekt Wege in die Selbstständigkeit bieten und so nachhaltig die ländliche Elektrifizierung und lokale Wertschöpfung vorantreiben.

Sich ehrenamtlich engagieren und mitmachen

Der Verein lebt von ehrenamtlichen Unterstützerinnen und Unterstützern, dabei sind Berufstätige oder Studierende aller Fachrichtungen herzlich willkommen. So sind am Bau der Turbine etwa sowohl Maschinenbauerinnen und Maschinenbauer als auch Elektrotechnikerinnen beziehungsweise Elektrotechniker beteiligt. Für den Einbau hingegen wird das Wissen von Bauingenieurinnen oder Bauingenieuren benötigt und nicht zuletzt können Informatikerinnen und Informatiker bei der Verarbeitung und Auswertung von erfassten Daten behilflich sein. Außerdem sollen die Kopplung mit anderen Erzeugern wie Photovoltaik-Anlagen ermöglicht und Smart-Grid Ansätze untersucht werden. Hier ergeben sich vielfältige Forschungs- und Umsetzungsmöglichkeiten.

Es werden allerdings nicht nur Ingenieurinnen und Ingenieure gebraucht. Auch Leute aus nicht-technischen Bereichen sind gefragt, die zum Beispiel betriebswirtschaftliche Kenntnisse für die Markteinführung der „Water is Light“-Turbine oder interkulturelle Kompetenzen mitbringen, um eine reibungslose Verständigung und Zusammenarbeit mit den Projektpartnerinnen und -partnern in Kamerun und die Reisen dorthin zu ermöglichen.

Egal, ob technische Entwicklung, Qualitätsmanagement, Projektplanung und -leitung oder PR und Fundraising: Es ist für jeden etwas dabei. Zudem gibt es immer wieder auch die Möglichkeit, Projekt-, Bachelor- und Masterarbeiten zu schreiben oder sein Praxissemester durchzuführen.

Interesse geweckt? 

Wer sich ehrenamtlich engagieren möchte, kann Teil der Regionalgruppe von „Ingenieure ohne Grenzen“ in Regensburg in einem tollen Team werden. Anmeldung und weitere Infos sind auf Anfrage per E-Mail oder auf einem der regelmäßigen Gruppentreffen, die zweimal im Monat am Dienstagabend stattfinden, erhältlich. Genau Daten finden sich auf der Projektseite im Internet

Über "Ingenieure ohne Grenzen"

"Ingenieure ohne Grenzen" ist eine als gemeinnützig anerkannte private Hilfsorganisation und hat mittlerweile etwa 3.500 Mitglieder und ehrenamtlich organisierte Regionalgruppen in 30 deutschen Städten. Ziel der Organisation ist es, die Lebensbedingungen notleidender und benachteiligter Menschen langfristig zu verbessern. Hierbei wird der Fokus auf eine nachhaltige, partnerschaftliche Unterstützung im Rahmen einer grundbedürfnisorientierten Entwicklungszusammenarbeit gelegt.

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