Diversity Audit an der OTH Regensburg

Als eine von bundesweit aktuell 53 Hochschulen und Universitäten nahm die OTH Regensburg von 2016 - 2018 am Diversity Audit "Vielfalt gestalten" des Stifterverbands teil. In einem zweijährigen Prozess wurde ein Gesamtkonzept zu einer diversitätsorientierten Hochschulkultur erarbeitet das im weiteren Verlauf umgesetzt wird. Nach Auffassung des Stifterverbands seien viele Hochschulen immer noch auf den "Normalstudenten" ausgerichtet -"einen Abiturienten deutscher Herkunft, der unmittelbar nach dem Schulabschluss ein Vollzeitstudium aufnimmt und dieses als seinen Lebensmittelpunkt betrachtet", wie es auf der Verbandshomepage heißt. Inzwischen sei es jedoch längst keine Ausnahme mehr, dass Studierende unterschiedlichste Erfahrungs- und Lebensumstände mitbrachten. Vor diesem Hintergrund will sich die OTH Regensburg weiterentwickeln.

"Das Audit 'Vielfalt gestalten' will Hochschulen ermutigen, die damit verbundenen Herausforderungen anzunehmen, und mithelfen, Diversitätsstrategien zu entwickeln und umzusetzen." (Stifterverband)

Die OTH Regensburg will sich der zunehmenden Diversität stellen. Schon heute exisitiert eine Vielzahl an Maßnahmen für unterschiedliche Zielgruppen - diese stehen aber häufig ohne eine konzeptionelle Verknüpfung nebeneinander, wodurch Synergien und Wirkungen verloren gehen. Der Wunsch ist es deshalb, die Maßnahmen sinnvoll in ein Gesamtkonzept zu bringen. Bezogen auf die Kernaufgaben einer Hochschule, soll eine Diversitätsstrategie im Kontext der allgemeinen Hochschulstrategie entwickelt und umgesetzt werden. Während der Laufzeit des Audits soll das Thema innerhalb der Hochschule präsenter und gezielt in der Hochschulkommunikation und -kultur verankert und ein Kulturwandel angestoßen werden.

Zur Bearbeitung des Themas wurde eine Steuerungsgruppe und ein Lenkungskreis initiiert.

Steuerungsgruppe

  • Prof. Dr. Christine Süß-Gebhard, Projektleitung, Hochschulfrauenbeauftragte, beratendes Mitglied der Hochschulleitung für Diversity
  • Prof. Dr. Susanne Nonnast, stellvertretende Hochschulfrauenbeauftragte
  • Boris Goldberg, Referent für Hochschulentwicklung
  • Sabine Hoffmann, Referentin für Gender und Diversity

Lenkungskreis

  • Alle Mitglieder der Steuerungsgruppe
  • Prof. Dr. Klaudia Winkler, Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften, Vizepräsidentin, Zentrum für Weiterbildung und Wissensmanagement
  • Prof. Dr. Manfred Hopfenmüller, Fakultät Angewandte Natur- und Kulturwissenschaften, Beauftragter für Qualitätsmanagement
  • Prof. Dr. Birgit Scheuerer, Fakultät Architektur
  • Prof. Dr. Birgit Albertin-Hummel, Fakultät Bauingenieurwesen, Fakultätsfrauenbeauftragte
  • Prof. Dr. Markus Westner, Fakultät Informatik und Mathematik, Studiendekan
  • Prof. Dr. Birgit Rösel, Fakultät Elektro- und Informationstechnik, Prüfungskommissionsvorsitzende
  • Prof. Dr. Ralph Schneider, Fakultät Maschinenbau, Senatsvorsitzender
  • Diana Feuerer, Öffentlichkeitsarbeit, Gleichstellungsbeauftragte
  • Andrea März-Bäuml, Allgemeine Studienberatung, Senatsbeauftragte für Studierende mit Behinderung
  • Anne Groll, Akademisches Auslandsamt, stellvertretende Leitung
  • Katharina Pöllmann-Heller, wissenschaftliche Mitarbeiterin
  • Andrea de Santiago, Virtuelle Lehre
  • Mitglied der Studierendenvertretung

Das Audit lief insgesamt zwei Jahre. In dieser Zeit fanden fünf Workshops mit einer externen Auditorin und dem Lenkungskreis statt. Zudem fanden fünf Diversity-Foren zum kollegialen Austausch mit den Hochschulen, die sich zur selben Zeit dem Audit unterziehen, statt. Zusätzlich hat sich die Steuerungsgruppe regelmäßig getroffen und auch weitere kleinere Workshops organisiert.

Ein erster erfolgreicher Schritt aus dem Diversity-Audit war, dass es gelungen ist, über die verschiedenen Fakultäten hinweg ein gemeinsames Diversity-Verständnis zu erarbeiten und daraus gemeinsame strategische Ziele abzuleiten. Von der erweiterten Hochschulleitung wurde am 19. April 2018 folgendes Diversity Verständnis verabschiedet:
„Diversität in der hier relevanten Bedeutung des Begriffes bezieht sich auf die Verschiedenartigkeit von Menschen und ihrer Kulturen. Für das Diversitätsverständnis an der OTH Regensburg bilden die im Leitbild
genannten Merkmale Geschlecht, Herkunft, Stellung, Alter, familiäre Verpflichtungen, Religion und evtl. vorhandene Behinderungen oder Erkrankungen die Basis. In Bezug auf Lehre und Studium bedeutet Diversität an der OTH Regensburg ferner Vielfalt

  • in der Zugehörigkeit zu Fach- und Fakultätskulturen und Studiengängen,
  • in der Vorbildung der Studierenden,
  • im Lernverhalten der Studierenden,
  • der Lehrformen der Lehrenden

Für die Handlungsfelder Forschung, Weiterbildung, Infrastruktur und Organisation ist ggf. eine weitere Konkretisierung des Diversitätsverständnisses nötig. Die positive Wertschätzung und weitere Gestaltung dieser Vielfalt durch ein strategisches Diversitätsmanagement fördert aktiv die Chancengleichheit im Sinne des Leitbilds der OTH Regensburg."

Inhaltlich wurde die Diversitätsstrategie nicht auf einzelne Dimensionen fokussiert. Vielmehr stand die Erkenntnis im Vordergrund, dass Diversität überall ist und über die klassischen Kriterien hinausgeht.

Aufbauend auf dem Diversity Verständnis wurden folgende übergeordnete strategische Ziele verabschiedet:

  • Diversität wird als gesellschaftliche Aufgabe verstanden, zu der die OTH Regensburg ihren Beitrag leistet. Der Schutz vor Diskriminierung ist dabei selbstverständlich.
  • Gelebte Diversität ist ein profilbildendes Merkmal der OTH Regensburg.
  • Die OTH Regensburg setzt ein aktives Diversitätsmanagement um und nutzt dabei Synergien zu allen anderen Strategiethemen.

Mit dem Fokus auf Lehre und Studium wurden darüber hinaus weitere strategische Ziele konkretisiert:

  • Im Hinblick auf Lehre und Studium wird durch ein aktives Diversitätsmanagement
    • die Attraktivität der OTH Regensburg für unterschiedliche Studierendengruppen gesteigert. Dies trägt dazu bei, den qualifizierten Nachwuchs für die Region zu sichern.
    • die Identifikation mit der OTH Regensburg gestärkt und eine nachhaltige Bindung geschaffen
    • und werden faire Rahmenbedingungen geschaffen, dass Studierende entsprechend ihrer vielfältigen persönlichen Voraussetzungen und individuellen Leistungsfähigkeit den bestmöglichen Studienerfolg erreichen können.

Artikel

  1. Kommunikation und Sensibilisierung: Information durch z. B. Workshops für alle OTH-Angehörige, Sprachführer, Material zu Kennzahlen
  2. Lehre: Schulungen und Unterstützung durch Servicestelle Lehre und Didaktik zu z. B. Lehrformen, Lerntypen, Prüfungsformen etc.
  3. Studium: Begleitung der Studierenden durch Self-Assessments, Teambuilding für Erstsemester, Unterstützungsangebote usw.
  4. Personalentwicklung: chancengerechte Personalentwicklung mit Fokus auf Diversität