Projekt RENARHIS

RENARHIS = Dezentrale regenerative Energieversorgung als Schwerpunkt einer nachhaltigen Restaurierung historisch bedeutender Stadtquartiere des frühen 20. Jahrhunderts

Projektbeschreibung

Der für die genossenschaftlich geprägten Stadtquartiere des frühen 20. Jahrhunderts typische homogene Ensemblecharakter bietet durch eine geeignete Verbindung von dezentraler Energieversorgung und Energieeffizienz auf der Gebäudeseite - z.B. durch Kraft-Wärme-Kopplung oder solare Energiegewinnung - die Chance einer Bewahrung und behutsamen Restaurierung historisch bedeutender Architektur. Durch eine regenerative (CO2-neutrale) Energieversorgung können die klimapolitische und wirt- schaftliche Forderung einer umfassenden energetischen Sanierung des Baubestandes abgemildert werden, so dass eine Konservierung im Sinne des Denkmalschutzes erreicht wird.

Da die Wohnstruktur in einem Ensemble Platz und Abnahmevolumen für eine dezen- trale, autarke Energieversorgung bietet, kommen auch aufwändigere Lösungen wie Blockheizkraftwerke in Betracht. Hier kann auch die bei der Stromerzeugung anfallende Abwärme direkt genutzt werden. Zudem bietet eine ausreichende Stromproduktion im Ensemble die Möglichkeit, zukünftigen Anforderungen der wachsenden Elektromobilität der Bewohner gerecht zu werden.

Während sich die Forschung bislang auf energiesparende Neubauten und die Renovie- rung alter Bausubstanz konzentriert, vor allem unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten, meist ohne Berücksichtigung der historischen Bedeutung dieser Gebäude, soll dieses Projekt seinen Fokus auf zwei neuartige Ansätze richten:

  • Wie löst man die Problematik der eingeschränkten Sanierbarkeit alter Gebäude, deren Architektur in ihren historisch bedeutenden Details erhalten werden soll? Welche bauphysikalischen und konstruktiven Lösungen sind sinnvoll?
  • Durch welche Maßnahmen kann eine autarke, regenerative Energieversorgung von architektonisch homogenen Stadtquartieren erreicht werden, die wirtschaftlich ist? Wie erhält man eine dem genossenschaftlichen Gedanken verpflichtete Miethöhe und wodurch lässt sich eine solidarische Wohngemeinschaft stärken?

Diese Ansätze schließen eine Lücke in der bestehenden Forschung und schaffen Perspektiven für die Bauwirtschaft, wie mit den in Deutschland zahlreich vorhandenen Genossenschaftswohnbauten der 20er und 30er Jahre in Zukunft umgegangen werden könnte. Die Planung von Restaurierung und Energieversorgung in einem ganzheitlichen Entwurf ermöglicht Lösungswege, die in einen allgemeingültigen Leitfaden für die Modernisierung historischer Ensembles des 20. Jahrhunderts münden sollen. Ein solcher allgemein gefasster Leitfaden auf Basis des Modellprojektes stellt sicher, dass sich die Ergebnisse auf andere Einsatzmöglichkeiten übertragen lassen. Dabei bietet die Integration eines mittelständischen Planungsbüros die Chance, die Umsetzung der Erkenntnisse in der Praxis noch zu beschleunigen. Diese Fragestellungen sollen modellhaft für ein existierendes, typisches historisches Stadtquartier der 1920er Jahre im Regensburger Stadtosten untersucht werden.


Projekt-Laufzeit: 02.07.2012 bis 02.09.2014

Das Projekt wurde mit Mitteln der Forschungsinitiative Zukunft Bau des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung gefördert (Aktenzeichen: II 3-F20-11-038/SWD-10.08.18.7-12.21).

Projektleiter/Projektbeteiligte:

  • Prof. Dr. Oliver Steffens
  • Prof. Dr.-Ing. Thekla Schulz-Brize, Fak. Architektur (Kompetenzzentrum Historische Bauforschung)
  • Prof. Dr.-Ing. Birgit Scheuerer, Fak. Architektur (Energetisches Bauen); Tobias Saller, (M.Sc.)
  • Prof. Dr.-Ing. Christian Rechenauer, Fak. Maschinenbau (Energie- und Versorgungstechnik)

Externe Kooperationspartner:

  • Sonja Schröter, Planungsbüro Schröter, Abensberg
  • Gemeinnütziger Bauverein e.V., Regensburg

Assoziierte Partner (beratende Unterstützung):

  • Sonnenkraft Deutschland GmbH, Regensburg
  • Greenline Energiedesign GbR, Regensburg