Nachrichten

Zweite Nachhaltigkeitswoche auch digital ein Erfolg

12/03/2020
By: Antonia Pröls, Julia Poppe

Die zweite Nachhaltigkeitswoche auf dem Campus von Universität und OTH Regensburg war auch digital äußerst erfolgreich. Unter dem Titel #CampusForFuture hatte das Netzwerk Nachhaltigkeit über 40 Aktionen organisiert.

Das Team des "Netzwerks Nachhaltigkeit" auf dem Campus Regensburg ist startklar für die zweite Nachhaltigkeitswoche, die im November 2020 kontaktlos und teils digital stattfand.

Das Team des "Netzwerks Nachhaltigkeit" auf dem Campus Regensburg ist startklar für die zweite Nachhaltigkeitswoche, die im November 2020 kontaktlos und teils digital stattfand.

Geplant waren mehr als 40 Aktionen mit Vorträgen und Workshops. Unter anderem gab es auch ein Regal, wo man kontaktlos Pflanzen tauschen konnte.

Geplant waren mehr als 40 Aktionen mit Vorträgen und Workshops. Unter anderem gab es auch ein Regal, wo man kontaktlos Pflanzen tauschen konnte. Fotos: Universität Regensburg/Antonia Pröls

Vom 16. bis 21. November 2020 veranstaltete das Netzwerk Nachhaltigkeit auf dem Campus Regensburg, den die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) und die Universität Regensburg gemeinsam nutzen, die zweite Nachhaltigkeitswoche. Geboten waren über 40 Aktionen, darunter einige vor Ort, sowie auch eine große Bandbreite an digitalen Vorträgen und Workshops. Rund 1.000 Teilnehmende wurden bei den Zoom-Veranstaltungen insgesamt gezählt. 

Was war los in der Nachhaltigkeitswoche?

Ganzwöchig auf dem Campus installierte das Netzwerk Nachhaltigkeit ein Pflanzentauschregal, zwei kontaktlose Kleidertauschstangen sowie mehrere personenlose Infostände. Dabei dienten Desinfektionsmittel und Bodenmarkierungen zur Einhaltung der Hygienerichtlinien. Diese Angebote wurden von den Studierenden sehr gut angenommen und ernteten durchweg positives Feedback. 

Auch die Online-Veranstaltungen waren stets gut besucht. Dabei waren inhaltlich alle drei Säulen der Nachhaltigkeit vertreten: Es wurden ökonomische, ökologische und soziale Themen aufgegriffen. Dementsprechend bunt und vielfältig gestaltete sich das Programm. Von Fairtrade und emotionalen Kompetenzen über Holzbau und Gärtnern bis hin zu Dekolonisierung und Nachhaltigkeit im Finanzwesen reichte die Bandbreite.

Ein Highlight: Vortrag von Klimaforscher Prof. Dr. Notz

Besonders hervorzuheben ist der Vortrag des Klimaforschers und Mitglieds des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) Prof. Dr. Dirk Notz, der über "Das Ende der Eiszeit?" aus wissenschaftlicher Perspektive sprach und keine Zweifel daran ließ: Der Klimawandel ist real, er ist gefährlich und wir Menschen sind die Ursache dafür.

Daneben bot die Nachhaltigkeitswoche auch jede Menge Ideen und Lösungsansätze aus verschiedensten Bereichen, wie die Klimaerwärmung noch unter zwei Grad gehalten werden kann: Sei es auf individueller Ebene durch Veränderungen der eigenen Lebensweise etwa durch Ernährungsumstellung oder allgemeiner durch einen European Green Deal, der von einschneidenderer Reichweite wäre. 

Nachhaltigkeit langfristig auf dem Campus etablieren

Die Universität und die OTH Regensburg als Orte der Bildung und Forschung setzen durch die Unterstützung der studentischen Initiative "Netzwerk Nachhaltigkeit" ein klares Zeichen für Nachhaltigkeit. Durch die Nachhaltigkeitswoche soll ein Bewusstseinswandel an Universität und Hochschule eingeleitet werden, der sich letztlich in allen vier Bereichen – in der Forschung, der Lehre, dem Betrieb und dem Leben auf dem gemeinsamen Campus – niederschlagen soll. 

Die Woche sollte als Anstoß dienen, den Campus noch weiter in eine nachhaltige Richtung zu bewegen. Die Studierenden sollten zudem dazu angeregt werden, Gewohnheiten ihres Studienalltags zu hinterfragen und ihre Handlungen auf Nachhaltigkeit hin zu prüfen. Aus der ersten Nachhaltigkeitswoche im Sommersemester 2019 heraus entstand im Nachgang das Netzwerk mit inzwischen an die 30 aktiven Mitgliedern.

Wie die Idee der Nachhaltigkeitswoche entstand

Die Idee der Nachhaltigkeitswoche entstand, als sich die drei Studentinnen Julia Poppe, Lydia Reismann und Antonia Pröls der Universität und OTH Regensburg auf einem Klimaschutz-Workshop des gemeinnützigen Vereins Transition Regensburg e.V. zusammenschlossen und unter Anleitung von Mentor*innen und Fachleuten das Konzept dieser besonderen Woche entwarfen. Seither bauen sie ein umfangreiches Netzwerk aus Vereinen, Fachschaften, Arbeitskreisen und engagierten Einzelpersonen auf, die sich durch verschiedene Aktionen in ihren entsprechenden Fachgebieten, seien es soziale, wirtschaftliche oder ökologische, an der Nachhaltigkeitswoche beteiligen.

Zu den regelmäßig stattfindenden Netzwerktreffen sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Weitere Informationen zu aktuellen Projekten und Aktionen des Netzwerks sind auf dem eigenen Blog des Netzwerks zu finden.

Unterstützung durch die Freunde der OTH Regensburg

Der Verein der Freunde der OTH Regensburg e.V. unterstützte das Netzwerk und die Durchführung der Woche mit 300 Euro. Das Geld wurde verwendet für die Erstattung von Fahrtkosten, Verpflegungskosten der Gäste und des Teams, Druckkosten, das Beschaffen einer Filmlizenz, Veranstaltungsmaterialien, die Kosten für Workshops und Vorträge und für Geschenke für Referent*innen.

Nachhaltige Perspektiven

Nach der Nachhaltigkeitswoche heißt vor der Nachhaltigkeitswoche. Deswegen starten die Planungen für die nächste Veranstaltung im kommenden Sommersemester 2021 noch in diesem Jahr. Zusätzlich dazu unterstützt das Netzwerk aktuell die Bewerbung der OTH Regensburg auf die Ausschreibung der Klaus-Tschira-Stiftung und des Stifterverbands in Kooperation mit dem ZEIT Verlag für das Projekt "Eine Uni – Ein Buch". 

Zudem nahm das Thema Nachhaltigkeit an beiden Hochschulen im Wintersemester 2020/2021 wieder Fahrt auf: Mitgründerin des Netzwerks Julia Poppe widmet sich seit Anfang November in der neu geschaffenen Projektstelle "Gesellschaftliche Verantwortung und Nachhaltigkeit" der Etablierung von Nachhaltigkeit in den Bereichen Forschung, Lehre, Betrieb, Transfer und Governance an der OTH Regensburg. Auch an der Universität Regensburg wird zu Beginn des kommenden Jahres 2021 ein Green Office eingerichtet.

Dass trotz der aktuell schwierigen Situation an den Hochschulen aufgrund von COVID-19 so viele Studierende Interesse an dem Thema zeigten und die Veranstaltungen kontinuierlich hohe Teilnehmerzahlen verzeichneten, beweist die nach wie vor hohe gesellschaftliche Relevanz der Thematik. Durch die nun stärkere Priorisierung dieses Bereichs an beiden Hochschulen, was die Einrichtung der beiden neuen Projektstellen verdeutlicht, nehmen die Universität und die OTH Regensburg ihre gesellschaftliche Verantwortung wahr und kommen dem Interesse, das aus der Studierendenschaft dringt, entgegen. 

Back