Wie bewegt man eigentlich einen Elefanten

12/19/2016
By: Prof. Dr. Sabine Jaritz

Inspiration und zahlreiche Denkanstöße gab Gastreferentin Dr. Edeltraud Leibrock den Studierenden des Schwerpunktes Projekt-Management des Bachelorstudiengangs Betriebswirtschaft und weiteren Gästen im Rahmen ihres Inspiration Talks am 12. Dezember 2016 an der OTH Regensburg.

Dr. Edeltraud Leibrock, Partner und Managing Director der Connected Innovations GmbH; ehemaliges Vorstandsmitglied der KfW Bankengruppe. Foto: privat

Dr. Edeltraud Leibrock, Partner und Managing Director der Connected Innovations GmbH; ehemaliges Vorstandsmitglied der KfW Bankengruppe. Foto: privat

Auf Einladung von Professor Dr. Sabine Jaritz gab Dr. Edeltraud Leibrock den Studierenden des Schwerpunktes Projekt-Management des Bachelorstudiengangs Betriebswirtschaft und weiteren Gästen einen Vortrag der anderen Art – einen „Inspiration Talk“. Dieser drehte sich um die Frage, wie man eigentlich einen Elefanten – Sinnbild für etablierte Unternehmen – bewegt und wie diese Unternehmen, trotz aller Herausforderungen, Innovation vorantreiben können.

Dr. Edeltraud Leibrock ist eine Fachfrau, die sich sowohl mit Elefanten als auch mit Innovation hervorragend auskennt: Vor der Gründung der Connected Innovations GmbH, einem Unternehmen, das die Digitalisierung von der Ideenfindung bis zur konkreten Implementierung treibt, war Dr. Leibrock unter anderem Vorstandsmitglied der KfW Bankengruppe und Chief Information Officer der Bayern LB. Sie ist im Aufsichtsrat der Deutschen Flugsicherung und als Administratorin der Dr. Senckenbergischen Stiftung in Frankfurt aktiv und engagiert sich als Mentorin für Startups, bei smartgründen und im Deutschen Gründerverband.

Aus ihrer Erfahrung hat sie von zahlreichen Innovationshürden in großen Unternehmen berichtet: Neben starren Prozessen und Organisationsstrukturen ist es insbesondere die – oft unzureichend ausgeprägte – Zusammenarbeits- und Führungskultur, die Innovation erschwert. Führungskräfte sollten inspirieren und den Mitarbeitern erlauben, aus Fehlern zu lernen. Gewohnte Denk- und Handlungsmuster müssen permanent hinterfragt und gegebenenfalls verändert werden. Unternehmen wie Facebook, Uber und Skype stellen bestehende Geschäftsmodelle in Frage, indem sie zeigen, dass Medienriesen keinen eigenen Content produzieren, Taxiunternehmen keine eigenen Autos besitzen und Telekommunikationsfirmen kein eigenes Netz betreiben müssen. Etablierte Unternehmen sind durch diese „Disruptors“ hohem Veränderungsdruck ausgesetzt; sie haben sprichwörtlich „Feuer unter’m Hintern“. Und auch unsere Gesellschaft verändert sich: Das Leben verläuft typischerweise nicht mehr in den drei bekannten und wohldefinierten Phasen Ausbildung, Arbeit und Ruhestand, sondern ist eher eine Abfolge vieler Neuanfänge, geprägt durch lebenslanges Lernen.

Dabei geht Veränderung nicht mit linearer Geschwindigkeit einher, sondern exponentiell. Veränderung heißt gleichzeitig, sich vielen offenen Fragen zu stellen, von Datensicherheit und Privatsphäre über die Interaktion zwischen Mensch und Maschine bis hin zu Ethik und Werten. Das geht uns alle an – daher ist Dr. Leibrock überzeugt, dass wir uns alle mit diesen Themen auseinandersetzen und Antworten finden müssen. Denn: wer, wenn nicht wir?

Weitere Denkanstöße, amüsante Anekdoten, treffende Zitate und Analogien rundeten diesen kurzweiligen „Inspiration Talk“ ab, für den sich Prof. Dr. Jaritz auch im Namen der Studierenden und Gäste sehr herzlich bei Dr. Edeltraud Leibrock bedankte.

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