IT-Transformation in der Praxis: Operation am offenen Herzen

01/18/2017
By: Prof. Dr. Sabine Jaritz

Interessante Einblicke in die IT-Beratung und IT-Transformationsprojekte gab Florian Springer von Senacor Technologies AG den Studierenden des Masterstudiengangs Betriebswirtschaft und weiteren Gästen am 17. Januar 2017 an der OTH Regensburg.

Florian Springer, Partner der Senacor Technologies AG. Foto: Prof. Dr. Sabine Jaritz

Florian Springer, Partner der Senacor Technologies AG. Foto: Prof. Dr. Sabine Jaritz

Auf Einladung von Prof. Dr. Sabine Jaritz hat Florian Springer, Partner der Senacor Technologies AG, den Studierenden des Masterstudiengangs Betriebswirtschaft und weiteren Gästen an Hand von drei realen IT-Transformationsprojekten spannende Einblicke in die Beratungspraxis gegeben.

Zu Beginn seines Vortrages stellte Florian Springer, Absolvent der OTH Regensburg, zunächst das Unternehmen Senacor Technologies AG vor. Die aus Nürnberg stammende IT-Beratung wurde 1999 gegründet und ist aktuell an neun Standorten tätig. Hinter Senacor stehen über 400 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die für namhafte Konzerne unter anderem im Banken-, Versicherungs-, Automobil- und Logistikbereich Strategien für zukunftsfähige IT-Plattformen fachlich und technisch definieren und steuernd umsetzen. Zusätzlich zur IT-Beratung bietet Senacor seinen Kunden auch Top-Management-Beratung an und ist somit nicht nur für Informatiker und Wirtschaftsinformatiker, sondern auch für Betriebswirte ein interessanter Arbeitgeber.

Schwerpunkt des Vortrages waren drei Projektbeispiele, über die Florian Springer aus eigener Erfahrung berichten konnte. Im ersten Beispiel ging es um die Optimierung eines IT-Projektportfolioprozesses, also darum, wie IT-Projekte ausgewählt werden, die im nächsten Jahr durchgeführt werden sollen. Florian Springer ging bei seinen Erläuterungen insbesondere auch auf den Vorteil schlanker Projektteams ein, die klare Festlegung von Verantwortlichkeiten auf Kundenseite, das Herunterbrechen in messbare Teilprojekte und die Bedeutung der Kommunikation. Das zweite Beispiel war die Transformation einer Bank. Hier ist der Referent insbesondere auf die Herausforderung eingegangen, dass bei der Veränderung einer IT-Landschaft das Tagesgeschäft parallel weiterläuft und nicht beeinflusst werden darf, es sich also – wie im Untertitel des Vortrags genannt – um eine Operation am offenen Herzen handelt. Das letzte Beispiel handelte von der Digitalisierung einer Versicherung. Typischerweise möchten Kunden mit Versicherungen nicht allzu viel zu tun haben. Die Touchpoints beschränken sich oftmals auf den Vertragsabschluss, die Kündigung und zwischenzeitliche Schadensfälle, sofern sie denn eintreten. Im Projekt ging es um innovative digitale Produkte wie „Versicherung on Demand“, die man für den anstehenden Auslandsurlaub online abschließen kann oder um Non-Insurance-Produkte wie Gesundheits-Apps.

Bei den einzelnen Projektbeispielen ist Florian Springer jeweils auf die Vorgehensweise, die spezifischen Herausforderungen und Erfolgsfaktoren eingegangen. Für die Zuhörerinnen und Zuhörer waren darüber hinaus die zahlreichen „War Stories“ interessant, die man in Lehrbüchern so natürlich nicht findet. Auch hat Florian Springer die verwendeten Change-Management-Ansätze und –Instrumente erläutert. Die Studierenden haben diese zuvor bereits in der „Change-Management“-Vorlesung kennengelernt und konnten somit die Brücke zwischen Theorie und Praxis schlagen.

Eine abschließende Frage-und-Antwort Runde rundete diesen kurzweiligen Gastvortrag ab, für den sich Prof. Dr. Jaritz auch im Namen der Studierenden und Gäste sehr herzlich bei Florian Springer bedankte.

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