Das erste Energie-Plus-Haus für Algerien

06/28/2017
By: Prof. Dr. Michael Sterner

Prof. Dr. Michael Sterner, Fakultät Elektro- und Informationstechnik der OTH Regensburg, hat Kontakte nach Nordafrika angebahnt. Geplant ist eine Kooperation mit dem Polytechnikum in der algerischen Stadt Constantine.

Prof. Dr. Michael Sterner an der École Nationale Polytechnique in Constantine mit der Professorenschaft, Forschenden und Direktoren. Foto: ENP

Prof. Dr. Michael Sterner an der École Nationale Polytechnique in Constantine mit der Professorenschaft, Forschenden und Direktoren. Foto: ENP

Die Zusammenarbeit zwischen Europa und den nordafrikanischen Ländern ist ein wichtiger Baustein für die Zukunft beider Regionen. Der Grundstein einer Kooperation zwischen der polytechnischen Hochschule École Nationale Polytechnique (ENP) in Constantine, Algerien, und der OTH Regensburg wurde mit der Reise von Prof. Dr. Michael Sterner nach Algerien vom 27. Februar bis 2. März 2017 gelegt. Dabei gab es ein eintägiges Vortragsprogramm, welches von Vertreterinnen und Vertretern der Regierung, den Hochschulen und der Wirtschaft gleichermaßen gestaltet wurde. Neben der gegenseitigen Vorstellung der Hochschulen wurde den etwa 250 Studierenden und Besucherinnen und Besuchern am ersten Tag im Audimax ein ausführliches Programm zur Energiezukunft Algeriens und Deutschlands vorgestellt.

Am zweiten Tag kam ein kleinerer Kreis von Ingenieurinnen, Ingenieuren, Planerinnen und Planern, Architektinnen und Architekten zusammen, um die Errichtung eines Plusenergiehauses zu diskutieren. Die Bevölkerung Algeriens hat sich in den vergangenen 30 Jahren verdoppelt, weshalb es viel Zustrom an die Universitäten gibt und auch eine Zunahme an Häusern. Diese Wohnhäuser sind meist sehr einfach aus Beton und Stahl hergestellt, ohne jegliche Isolierung oder den Einsatz von erneuerbaren Energien. Das sollte sich nun ändern mit der Planung des ersten Plusenergie-Hörsaalgebäudes auf dem ENP-Campus, welches nur tagsüber genutzt wird und damit ideal für die Nutzung von Solarenergie ist. Es soll doppelverglaste Fenster und eine Isolation aus heimischen Kork bekommen.

Die Partnerhochschule ist in einem Stadtviertel entstanden, welches in den vergangenen 20 Jahren aufgebaut wurde. Über die Hälfte der Studierenden sind Frauen. Der Abschluss zum Diplom dauert etwa fünf Jahre. Das aufstrebende Land mit 40 Millionen Einwohnern ist flächenmäßig das größte Land auf dem Kontinent Afrika und verfügt neben vielen Bodenschätzen gerade im Norden über sehr fruchtbare Böden, welche der römische Kaiser Constantine schon nutze. Nach ihm wurde auch die Stadt benannt, die entsprechend ähnlich alt ist wie Regensburg und auch die römische Vergangenheit teilt.

Für beide Seiten war die Begegnung eine fachliche und menschliche Bereicherung. Prof. Dr. Sterner traf auf sehr lebendige und freundliche Menschen mit hoher Gastfreundschaft. Auf Bundesebene wurde zwischen Deutschland und Algerien im Jahr 2015 eine strategische Energiepartnerschaft geschlossen, welche jetzt beide Hochschulen mit Leben erfüllen.

 

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