Erste Liveübertragung einer Lehrveranstaltung

27.04.2018
Von: Jana Faerber

Im berufsbegleitenden Bachelorstudiengang Soziale Arbeit fand am 13. April 2018 die erste Videoübertragung einer Lehrveranstaltung von der OTH Regensburg auf die dezentralen Lernorte Abensberg, Cham und Tirschenreuth statt.

 

Gastreferent Jan Nowak am Lernort Abensberg bei der ersten Liveübertragung einer Lehrveranstaltung. Foto: Andrea de Santiago

Gastreferent Jan Nowak am Lernort Abensberg bei der ersten Liveübertragung einer Lehrveranstaltung. Foto: Andrea de Santiago

Prof. Dr. Martina Ortner von der Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften behandelte das Thema „Neue soziale Bewegungen“ im Zuge ihrer Vorlesung „Soziologische und politikwissenschaftliche Vertiefung“ – eine Lehrveranstaltung, die für die Studierenden des berufsbegleitenden Bachelorstudiengangs Soziale Arbeit angeboten wird.

Diesen berufsbegleitenden Studiengang gibt es an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) seit dem Wintersemester 2016/2017. Er wird in Kooperation mit den regionalen Partnern in Abensberg, Cham und Tirschenreuth angeboten, die vor Ort Räume für den Lehr- und Lernbetrieb zur Verfügung stellen. Einen wichtigen Platz im Konzept des Studiengangs nehmen digitale Lehr- und Lernformen ein, unter anderem die Nutzung virtueller Klassenräume über ein Videokonferenzsystem.

Nach mehreren Wochen der Vorbereitung, in denen die Installation an der OTH Regensburg sowie an den drei dezentralen Lernorten, dazu spezielle Schulungen der IT-Verantwortlichen vor Ort sowie der Lehrenden, der Tutorinnen und Tutoren und der studentischen Hilfskräfte erfolgten, war es schließlich so weit: 32 Studierende des zweiten Jahrgangs konnten die virtuelle Lehrveranstaltung ortsverteilt nicht nur rezeptiv verfolgen, sondern sich auch aktiv am Geschehen beteiligen.

Erste Erfahrungen mit dem neuen Lehrmedium

Zu Beginn wurden zunächst Fragen aus der vorangegangenen Online-Lehrveranstaltung bearbeitet und theatralisch inszeniert. Studierende eines Lernorts spielten eine Szene aus dem Berufsalltag, die nächste Gruppe stellte eine Reaktion der Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter dar et cetera. Auf diese Weise entstand eine kurze Fernsehserie und es verschwand die Scheu vor dem neuen Lehrmedium.

Inhaltlicher Schwerpunkt war die Entwicklung und die gesellschaftliche Relevanz der neuen sozialen Bewegungen. Dass diese Möglichkeiten auch von der extremen Rechten aufgegriffen werden, zeigte der Vortrag des Gastreferenten Jan Nowak, der vom Lernort Abensberg zum Thema „Pegida als Teil einer Sozialen Bewegung von rechts“ referierte. Anknüpfend an die Ausführungen von Prof. Dr. Ortner zeichnete Nowak die Entstehung und Entwicklung von Pegida nach, informierte über deren Strukturen und Aktivitäten und diskutierte Erklärungsansätze für das rechte Phänomen vor dem Hintergrund der Ergebnisse der „Mitte“-Studien.

Technische Unterstützung für das neue Format

Die technische Unterstützung wurde an der OTH Regensburg von Mitarbeitenden des Rechenzentrums und an den dezentralen Lernorten von studentischen Tutorinnen, Tutoren und Hilfskräften gewährleistet, die eigens dafür geschult wurden. Die Studierenden empfanden die neue Situation zu Beginn als gewöhnungsbedürftig, waren aber der Technik gegenüber sehr aufgeschlossen. Sie gewöhnten sich schnell daran, präsentierten ihre Inhalte selbstbewusst und übernahmen teilweise sogar die Steuerung der Technik. 

Die Lehrveranstaltung wurde aufgezeichnet, später soll sie den Studierenden des Studiengangs auf GRIPS zur Verfügung gestellt werden. Prof. Dr. Ortner beschreibt die neuen Möglichkeiten so: „Die Verknüpfung von Präsenzveranstaltungen, Online-Lehre und Videokonferenzen ermöglicht eine neue methodische Aufbereitung von Lerninhalten. Das ist zwar recht anspruchsvoll, macht aber allen Beteiligten viel Spaß. Und darum soll es ja beim Lernen auch gehen.“

Weitere Termine für Videokonferenzen sind in den nächsten Wochen geplant. 

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