Nachrichten aus der Weiterbildung

Die OTH Regensburg: Entwicklung in „Quantensprüngen“

22.12.2014
Von: Diana Feuerer

Anlässlich der Akademischen Jahresfeier an der OTH Regensburg erhielten 25 Studierende Preise, Prof. Andreas Emminger wurde mit dem Preis für guten Lehre ausgezeichnet und Hans Schaidinger, Oberbürgermeister Regensburgs a.D., wurde die Ehrensenatorwürde verliehen.

An der diesjährigen Akademischen Jahresfeier der OTH Regensburg nahmen insgesamt rund 250 Gäste aus Politik, Institutionen, Ämtern, Schulen, Unternehmen, Industrie und aus der Hochschullandschaft teil.

Jahresrückblick 2014: Prof. Dr. Wolfgang Baier, Präsident der OTH Regensburg, berichtete von den Herausforderungen, welche die OTH Regensburg in den vergangenen Jahren erfolgreich gemeistert hat.

Feierliche Festansprache: Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, Bistum Regensburg, beschrieb die Eigenschaften, die einen gebildeten Menschen ausmachen.

Wissenschaftsstaatssekretär Bernd Sibler lobte die Entwicklung der OTH Regensburg und versprach auch weitere finanzielle Unterstützung über die staatliche Grundfinanzierung hinaus.

Preisverleihung: Neun Stiftungen und Stifter verliehen Preise an insgesamt 25 Studierende der OTH Regensburg. Hier im Bild zu sehen ist die Verleihung des Preises des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD) an Lin Sun (M.A.). Es gratulierten (von links) Prof. Dr. Wolfgang Baier, Präsident der OTH Regensburg, und Dr. Wilhelm Bomke, Leiter des Akademischen Auslandsamts der OTH Regensburg, stellvertretend für den DAAD.

Den Preis für gute Lehre erhielt Prof. Andreas Emminger (Mitte) von der Fakultät Architektur der OTH Regensburg. Überreicht haben ihn (von links) Dipl.Ing. Michael Rohde und Dipl.-Kfm. Gert Wölfel von der Stiftung zur Förderung der Hochschule Regensburg e.V., gemeinsam mit Präsident Prof. Dr. Wolfgang Baier.

Neunter Ehrensenator der OTH Regensburg: Hans Schaidinger (Mitte), Oberbürgermeister der Stadt Regensburg a.D., hat vom Präsident der OTH Regensburg, Prof. Dr. Wolfgang Baier (rechts), und von Prof. Dr. Ralph Schneider, Vorsitzender des Senats der OTH Regensburg, die Ehrensenatorwürde verliehen bekommen. Fotos: OTH Regensburg / Florian Hammerich

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„Pragmatisch, praktisch, gut“ - so hat Prof. Dr. Wolfgang Baier, Präsident der OTH Regensburg, in seinem Jahresrückblick anlässlich der Akademischen Jahresfeier heute, Freitag, 5. Dezember, seine Hochschule beschrieben. Er berichtete von drei großen Herausforderungen der vergangenen Jahren, an denen sich die OTH Regensburg „in Quantensprüngen“ weiterentwickelt habe: Der Bologna Prozess, das Ausbauprogramm und der Wettbewerb um den Titel „Technische Hochschule“. Ein weiterer Höhepunkt der Akademischen Jahresfeier war die Festansprache von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer. In seinen „Anmerkungen zur Bildungsgesellschaft“ ging er auf die Frage ein, was einen gebildeten Menschen ausmache.

Wissenschaftsstaatssekretär Bernd Sibler nannte die Entwicklung der OTH Regensburg in seinem Grußwort „eine echte Erfolgsgeschichte“ und kündigte an, dass die Hochschule in den kommenden vier Jahren zusätzlich zur staatlichen Grundfinanzierung mit weit über 55 Millionen Euro in ihrer weiteren Entwicklung unterstützt werde. Neun verschiedene Stiftungen und Stifter verliehen anlässlich der Akademischen Jahresfeier Preise an insgesamt 25 Studierende der OTH Regensburg im Wert von 21300 Euro.

Zudem erhielt Prof. Andreas Emminger, Fakultät Architektur der OTH Regensburg, den Preis für gute Lehre in Höhe von 3000 Euro von der Stiftung zur Förderung der Hochschule Regensburg e.V.. Ehre wurde auch Hans Schaidinger, Oberbürgermeister der Stadt Regensburg a.D., zuteil. Er hat die Ehrensenatorwürde der OTH Regensburg verliehen bekommen. An der diesjährigen Akademischen Jahresfeier nahmen rund 250 Gäste aus Politik, Institutionen, Ämtern, Schulen, Unternehmen, Industrie und aus der Hochschullandschaft teil.

Der Bologna Prozess, das Ausbauprogramm und der Wettbewerb um den Titel „Technische Hochschule“ seien die drei großen Herausforderungen der OTH Regensburg der vergangenen Jahre gewesen, an denen sie sich weiterentwickelt habe. Den Bologna Prozess habe die OTH Regensburg als Chance genutzt, ihre bisherige Studiengänge zu überprüfen, so Prof. Dr. Baier Sie stünden dem früheren Diplom in nichts nach. Die OTH Regensburg konnte des Weiteren durch die im Zuge des Bologna Prozesses erfolgte Einführung der Masterstudiengänge ihre wissenschaftliche Kompetenz vertiefen.

Jetzt brauche es, so Prof. Dr. Baier, einen barrierefreien Zugang zur Promotion, denn bereits aktuell zählt die OTH Regensburg 70 Doktoranden und der Bedarf steige. Die zweite Herausforderung, die die OTH Regensburg als Chance genutzt hat, war das Ausbauprogramm. Dies habe es möglich gemacht, neue, interdisziplinäre Studiengänge einzuführen, so Prof. Dr. Baier. Auch die räumliche Erweiterung der OTH Regensburg sei nur durch das Ausbauprogramm möglich gewesen. Für den Präsidenten ist der nächste Schritt in Sachen Ausbau die „Konzentration auf einem Campus“.

Die dritte Herausforderung war der Wettbewerb um den Titel „Technische Hochschule“, den die OTH Regensburg im Verbund mit der OTH Amberg-Weiden erfolgreich gemeistert hat. Für Prof. Dr. Baier ist der Verbund mit Amberg-Weiden „ein zukunftsweisender Schritt“. Die OTH könne so Studierende an die Region Ostbayern binden. Und mit den jetzt elf gemeinsamen Forschungsclustern der OTH trage sie wesentlich zur Innovations- und Wirtschaftskraft der Region bei, ist sich Prof. Dr. Baier sicher. Am Ende seiner Rede benannte der Präsident weitere anstehende Entwicklungen der OTH Regensburg, wie den Ausbau eines Ostbayerischen Zentrums für Gesundheitsberufe oder weitere geplante Studiengänge wie die Physiotherapie oder das Pflegemanagement.

Eine künftige Herausforderung der OTH Regensburg sei auch die Internationalisierung, wozu die OTH Regensburg im Jahr 2014 an einem Internationalisierungs-Audit der Hochschulrektorenkonferenz teilgenommen habe. Die vielen verschiedenen Studierenden – mit unterschiedlichen Hochschulzugangsberechtigungen, unterschiedlichen familiären Hintergründen, aus unterschiedlichen Glaubensrichtungen - seien eine weitere Chance der Zukunft, der sich die OTH Regensburg gerne stelle, so Prof. Dr. Baier. Mit der Förderzusage für das gemeinsam mit der OTH Amberg-Weiden beantragte Projekt „OTH mind“ – ein Weiterbildungskonzept für Berufstätige, Berufsrückkehrer und Studienabbrecher – sei ein erster Schritt in diese Richtung getan, so Prof. Dr. Baier. Abschließend bedankte er sich bei allen, die zu der Entwicklung der OTH Regensburg, die „in Quantensprüngen“ erfolgt sei, beigetragen haben.

Zum ersten Mal war Bischof Dr. Rudolf Voderholzer zu Gast an der OTH Regensburg. Er lobte die Hochschule zu Beginn seiner Festansprache für den Mut, einen Geisteswissenschaftler an einer „Technischen Hochschule“ sprechen zu lassen. Die OTH Regensburg sei in seinen Augen eine „aufstrebende“ Institution. In seiner Ansprache ging Bischof Dr. Voderholzer darauf ein, wer oder was ein gebildeter Mensch sei. Was ist Bildung und was ist das Ziel von Bildung, woraufhin bilde eine Einrichtung wie die OTH Regensburg ihre Studierenden aus?

Bischof Dr. Voderholzer zählte im Folgenden viele verschiedene Eigenschaften auf, die von Bildung zeugen. Ein Gebildeter möchte zum Beispiel wissen, wie die Welt aus einer anderen Perspektive aussieht. Demnach interessiere sich ein Gebildeter für alles, so Voderholzer. Das Wissen sei bei einem Gebildeten strukturiert und er könne verschiedene Wissensbereiche miteinander in Verbindung setzen.

Er habe eine eigene Meinung, lasse sich aber durch bessere Argumente korrigieren. Auch wenn alle Fragen wissenschaftlich beantwortet seien, wisse der Gebildete, dass die eigentlichen Fragen noch nicht bemüht worden seien, so der Geistliche. Der OTH Regensburg liege die Bildung der Studierenden am Herzen, davon habe er sich überzeugen können, so Bischof Dr. Voderholzer. „Gebildete Menschen haben aneinander Freude, und dass ist es doch, was es lohnt, ein gebildeter Mensch zu sein“, sagte der Bischof abschließend.

Für Wissenschaftsstaatssekretär Bernd Sibler ist Regensburg „ein echter Hotspot“ in der Hochschullandschaft. Er lobte in seinem Grußwort die OTH Regensburg dafür, alle Chancen genutzt zu haben, sich weiterzuentwickeln. Und dass die vielen Studierenden alle freiwillig an die OTH Regensburg kämen, so Sibler, sei Ausdruck hervorragender Qualität. „Die OTH Regensburg hat exzellent gearbeitet“. Der Staatssekretär kündigte an, die OTH Regensburg in den kommenden vier Jahren zusätzlich zur staatlichen Grundfinanzierung mit weit über 55 Millionen Euro finanziell zu unterstützen.

Was die Studierenden im Jahr 2014 bewegt hat ließ Studierendenvertreter Michael Thurner in seinem Grußwort wissen. Vor allem, dass das Studierendenhaus fertiggestellt und bezogen werden konnte, freut ihn. Es werde sehr gut angenommen, so Thurner. Fasziniert habe ihn dabei die Zusammenarbeit der Studierenden, der Hochschulleitung und der staatlichen Ämter, die hervorragend gelungen sei. Im Gegenzug sagte er der Hochschule zu, dass die Studierenden den OTH-Verbund stärken wollen.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung verliehen folgende Stiftungen und Stifter Preise an insgesamt 25 Studierende der OTH Regensburg: Otto Helmut und Alice Eckl-Stiftung (6000 Euro), Christa-Lindner-Stiftung (5000 Euro), Stiftung zur Förderung der Hochschule Regensburg e.V. (3000 Euro), Volksbank Regensburg eG (2500 Euro), Soroptimist International Club Regensburg (1500 Euro), Mittelbayerische Treuhandgesellschaft mbH und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (1000 Euro), Deutscher Akademischer Austausch Dienst (1000 Euro), Fördervereinigung Güterverkehrslogistik Regensburg e.V. (1000 Euro) und die Ingenieure für Kommunikation e.V. (IfKom) (300 Euro).

Prof. Andreas Emminger von der Fakultät Architektur der OTH Regensburg erhielt den Preis der guten Lehre von Dipl.-Kfm. Gert Wölfel und Dipl.-Ing. Michael Rohde von der Stiftung zur Förderung der Hochschule Regensburg e.V. verliehen. Die Laudatio hielt Dipl.-Kfm. Gert Wölfel. Prof. Emminger hat den Preis auf Vorschlag der Studierenden erhalten. Diese hätten dessen außerordentliches Engagement gelobt, so Wölfel. Er könne die Studierenden begeistern und sei ihnen ein zuverlässiger Ansprechpartner.

Für sein „außergewöhnliches Wirken für die OTH Regensburg“ wurde Hans Schaidinger, Oberbürgermeister der Stadt Regensburg a.D., im weiteren Verlauf der Akademischen Jahresfeier zum Ehrensenator ernannt. Schaidingers gelungener Politik sei es zu verdanken, dass sich Regensburg zu einem national wie international beachteten Wissenschafts- und Technologiestandorts entwickelt habe, so Präsident Prof. Dr. Baier. Er nannte Schaidinger in seiner Würdigung einen „Impulsgeber“ für zahlreiche für die OTH Regensburg wichtige Netzwerke im Bereich Forschung.

Er bedankte sich auch für alle Kooperationen, die die Stadt Regensburg in der Amtszeit Schadinigers mit der OTH Regensburg eingegangen ist. Schaidinger habe sich auch entscheidend bei dem Wettbewerb um den Titel „Technische Hochschule“ und bei der Restverlagerung der OTH Regensburg von Prüfening auf den Campus eingesetzt bzw. stark gemacht. Er hoffe, so der Präsident, dass Her Schaidinger der OTH Regensburg verbunden bleibe.

Zum kurzweiligen Gestaltung der Akademischen Jahresfeier trugen des Weiteren bei: Vizepräsident Prof. Dr. Wolfgang Bock mit seinem Grußwort, Vizepräsidentin Prof. Dr. Sandra Hamella, sie moderierte die Verleihung der Preise an Studierende, und Kanzler Peter Endres, der die Schlussworte sprach. Für ansprechende Musik sorgte die Gruppe „Desafinado“ von der OTH Amberg-Weiden.

Die gesamte Rede von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer finden Sie hier.

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