Förderprogramme

Trotz steigendem Gründungswillen fehlt einer Vielzahl der kreativen jungen Geister der Mut, sich neben dem Studium ein eigenes unternehmerisches Standbein aufzubauen. Oftmals ist es das fehlende Budget, weshalb eine gute Idee nicht umgesetzt wird. Zur Unterstützung der Gründungsvorhaben von Studierenden, Alumni sowie wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern existieren aber unterschiedliche Förderprogramme, die den Schritt zum eigenen Unternehmen erleichtern.

Folgend stellen wir die wichtigsten Förderprogramme kurz vor. Die Antragstellung erfolgt bei einigen der Förderprogramme über das start-up center der OTH Regensburg.

Übersicht Förderprogramme

Das EXIST-Gründerstipendium unterstützt Studierende, Absolventinnen und Absolventen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, die ihre Gründungsidee realisieren und in einen Businessplan umsetzen möchten. Bei den Gründungsvorhaben sollte es sich um innovative technologieorientierte oder wissensbasierte Projekte mit signifikanten Alleinstellungsmerkmalen und guten wirtschaftlichen Erfolgsaussichten handeln.

Die Sicherung des persönlichen Lebensunterhalts erfolgt über ein Stipendium (promovierte Gründerinnen und Gründer erhalten 3.000 Euro/Monat, Absolventinnen und Absolventen mit Hochschulabschluss 2.500 Euro/Monat, technische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 2.000 Euro/Monat und Studierende 1.000 Euro/Monat). Der Kinderzuschlag beträgt pro Kind 150 Euro/Monat. An Sachausgaben werden bis zu 10.000 Euro für Einzelgründungen, maximal 30.000 Euro bei Teams gewährt, für Coaching gibt es nochmals 5.000 Euro. Die maximale Förderdauer beträgt 1 Jahr.

Die Unternehmensgründung darf noch nicht erfolgt sein.

Das EXIST-Gründerstipendium ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und wird durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) kofinanziert. Der ESF ist einer der Europäischen Struktur- und Investitionsfonds.

Das Programm EXIST-Forschungstransfer unterstützt herausragende forschungsbasierte Gründungsvorhaben, die mit aufwändigen und risikoreichen Entwicklungsarbeiten verbunden sind.

Dieses Förderprogramm besteht aus zwei Förderphasen. In der ersten Förderphase sollen Forschungsergebnisse, die das Potenzial besitzen, Grundlage einer Unternehmensgründung zu sein, weiterentwickelt werden. Ziel ist es, die Entwicklungsarbeiten zur Klärung grundlegender Fragen einer Umsetzung wissenschaftlicher Ergebnisse in technische Produkte und Verfahren durchzuführen, die darauf basierende Geschäftsidee zu einem Businessplan auszuarbeiten und die geplante Unternehmensgründung gezielt vorzubereiten. In der zweiten Förderphase stehen die Durchführung weiterer Entwicklungsarbeiten, Maßnahmen zur Aufnahme der Geschäftstätigkeit sowie die Schaffung der Voraussetzungen für eine externe Unternehmensfinanzierung im Fokus.

Förderphase I

In der Förderphase I werden Forscherteams an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen (maximal drei Wissenschaftler/Innen und technische Assistent/Innen) und eine Person mit betriebswirtschaftlicher Kompetenz gefördert. Es können Personalausgaben für maximal vier Personalstellen sowie Sachausgaben finanziert werden. Zu den Sachausgaben zählen bspw. Gebrauchsgegenstände, Verbrauchsmaterial, Investitionsgüter, Schutzrechte, Marktrecherchen sowie die Vergabe von Aufträgen und Coachingmaßnahmen. Studentische Hilfskräfte können ebenfalls finanziert werden. Die Ausgaben für studentische Hilfskräfte und Sachausgaben sind grundsätzlich bis zu insgesamt 250.000 € förderfähig. Der Förderzeitraum beträgt grundsätzlich bis zu 18 Monate. Für hochinnovative und nachweisbar besonders zeitaufwändige Entwicklungsvorhaben kann mit ausdrücklicher Zustimmung der Expertenjury ein Förderzeitraum von bis zu 36 Monaten eingeräumt werden.

Förderphase II

In der Förderphase II sind Antragsteller kleine technologieorientierte Kapitalgesellschaften mit einer Stammeinlage von mind. 25.000 €, die im Verlauf von Förderphase I gegründet wurden, wobei die wesentlichen Know-how-Träger aus Förderphase I ihr Wissen und ihre Arbeitskraft in das neue Unternehmen einbringen und zumindest durch eine Person in der Geschäftsführung vertreten sind. Deutlich mehr als 50 % der Geschäftsanteile müssen sich im Eigentum der im Unternehmen tätigen Gründerinnen und Gründer befinden. In der Förderphase II kann ein nicht-rückzahlbarer Zuschuss von bis zu 180.000 Euro, jedoch höchstens 75 Prozent der spezifischen Kosten des Vorhabens, gewährt werden. Als Voraussetzung zur Förderung stellt das Unternehmen eigene Mittel sowie ggf. Beteiligungskapital im Verhältnis 1:3 (bis zu 60.000 Euro) zur Verfügung. Die Förderphase II soll grundsätzlich einen Zeitraum von 18 Monaten nicht überschreiten.

Das BMWi-Förderprogramm EXIST-Forschungstransfer wird durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) kofinanziert. Der ESF ist einer der Europäischen Struktur- und Investitionsfonds. 

In der Erwartung, dass zusätzliche Arbeitsplätze in Bayern vor allem durch neue Unternehmen mit hochinnovativen Produkten und Dienstleistungen geschaffen werden, unterstützt die Bayerische Staatsregierung die Gründung neuer Unternehmen. Dabei verfolgt das Bayerische Förderprogramm des leichteren Übergangs in eine Gründerexistenz (FLÜGGE) des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Energie und Technologie das Ziel, Unternehmensgründungen aus Hochschulen in Bayern zu unterstützen.

Das FLÜGGE-Programm richtet sich an Studierende, Hochschulabsolventinnen und -absolventen sowie Hochschulmitarbeiterinnen und -mitarbeiter an bayerischen staatlichen Hochschulen, die eine innovative Geschäftsidee aus dem Produktions- und Dienstleistungsbereich mit deutlich erkennbarem Marktvolumen in einem eigenen Unternehmen umsetzen wollen. Bewerberinnen und Bewerber können Teams oder Einzelpersonen sein. Die Umsetzung der innovativen Geschäftsidee muss in einem aussagekräftigen, erfolgversprechenden und mit Meilensteinen versehenen Geschäftsplan ausgearbeitet sein. Das Vorhaben muss sich in der Vorgründungsphase befinden und eine Unternehmensgründung muss während oder nach Ende der Förderung beabsichtigt sein.

Das Programm stellt den Geförderten für die Dauer von bis zu 12 Monaten ein monatliches Stipendium in Höhe von 2.500 Euro zur Verfügung (zzgl. 150 Euro je unterhaltspflichtigem Kind). Daneben besteht die Möglichkeit, bei Bedarf Ressourcen der Hochschule (z.B. Räume, Labors) mitzunutzen. Ergänzend werden Sachmittel und Mittel für betriebswirtschaftliches Coaching zur Verfügung gestellt (bis zu 50 Prozent der Personalkosten, also i.d.R. 1.250 Euro per Stipendienmonat).

Die Antragstellung ist zweistufig. In der ersten Stufe ist eine Projektskizze einzureichen. Die Projektskizzen werden vom Projektträger Bayern hinsichtlich der Erfüllung formaler und inhaltlicher Anforderungen geprüft. Nach positiver Bewertung der Projektskizze erhalten die Antragssteller eine Empfehlung, einen vollständigen Antrag (zweite Stufe) einzureichen.

Für das Programm FLÜGGE bestehen Termine und Fristen, d.h. Projektskizzen und vollständige Antragsunterlagen können nur zu festgesetzten Terminen eingereicht werden. Der Bewerbungsschluss zur Einreichung der vollständigen Antragsunterlagen nach der erfolgten Empfehlung endet im laufenden Verfahren am Sonntag, den 22. September 2019.

Der Freistaat Bayern unterstützt Entwicklungsvorhaben, die im Zusammenhang mit der Gründung von technologieorientierten Unternehmen stehen und darauf abzielen, die technologische Basis von neugegründeten und kleinen Unternehmen aufzubauen oder zu verstärken. Sofern noch kein beurteilungsreifes, tragfähiges technologisches Konzept für die Unternehmensgründung vorliegt, können Konzeptvorhaben im Bereich der experimentellen Entwicklung gefördert werden (Vorentwicklung). Damit sollen Firmengründungen in zukunftsträchtigen Technologiebereichen angeregt und neugegründete Firmen gestärkt werden.

Die Durchführung des Vorhabens im Förderprogram BayTOU (Bayerisches Förderprogramm "Technologieorientierte Unternehmensgründungen") muss mit einem erheblichen technischen und wirtschaftlichen Risiko verbunden sein und technisch machbar erscheinen. Es müssen neue Produkte, Verfahren oder technische Dienstleistungen, die deutliche Wettbewerbsvorteile und Marktchancen erwarten lassen, mindestens bis zur Prototypreife entwickelt werden, dabei muss das Vorhaben der experimentellen Entwicklung zuzuordnen sein und in seinen wesentlichen Teilen im Freistaat Bayern durchgeführt werden. Die Antragsteller müssen über das notwendige technologische und betriebswirtschaftliche Potenzial zur erfolgreichen Durchführung des Vorhabens verfügen und sie müssen für die Finanzierung im angemessenen Umfang Eigen- und Fremdmittel einsetzen, die nicht durch andere öffentliche Finanzierungshilfen ersetzt oder verbilligt werden.

Antragsberechtigt sind Personen, die ein technologieorientiertes gewerbliches Unternehmen gründen wollen und über das notwendige technische Fachwissen verfügen, sowie technologieorientierte Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft gemäß KMU-Definition der EU, die seit weniger als sechs Jahren existieren und weniger als zehn Mitarbeiter beschäftigen.

Die Förderung erfolgt in Form eines Zuschusses. Die Höhe der Förderung beträgt bei Entwicklungsvorhaben bis zu 45% der förderfähigen Kosten, bei Softwareunternehmen maximal 150.000 EUR, bei Konzeptvorhaben bis zu 35% der zuwendungsfähigen Kosten, maximal jedoch 26.000 EUR, in Ausnahmefällen maximal 52.000 EUR. Die Bagatellgrenze liegt bei 15.000 EUR. Art und Höhe der Zuwendung bemessen sich nach dem technischen und wirtschaftlichen Risiko des Vorhabens, seiner technologischen Bedeutung, dem öffentlichen Interesse an seiner Verwirklichung, der Finanzkraft des antragstellenden Unternehmens und den verfügbaren staatlichen Haushaltsmitteln. Die Antragsteller müssen für die Projektdurchführung eine ausreichende Bonität haben und diese ggf. nachweisen.

Das bayerische Programm Start?Zuschuss! hat das Ziel, technologieorientierte Unternehmensneugründungen im Bereich Digitalisierung in der Startphase zu unterstützen und damit einen Beitrag zur Etablierung junger, innovativer Unternehmen am Markt zu leisten. Dieses Programm setzt die bereits erfolgte Unternehmensgründung voraus. Gefördert werden nach erfolgreicher Antragstellung technologieorientierte Unternehmensgründungen aus dem Bereich Digitalisierung mit einem besonders zukunftsfähigen, innovativen Geschäftsdmodell, deren Gründung maximal zwei Jahre (maßgeblich ist der jeweilige Stichtag des Bewerbungsendes) zurückliegt.

Gefördert werden insbesondere Ausgaben für Forschung und Entwicklung, die Markteinführung des Produkts sowie Miete und Personal im Rahmen von maximal 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben für einen Zeitraum von einem Jahr (Höchstbetrag der Förderung: 36.000 Euro).

Anträge auf Förderung können nur zu bestimmten Terminen eingereicht werden. Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie startet am 11. November 2019 die 8. Wettbewerbsphase im Programm Start?Zuschuss! Die Bewerbungsphase dauert bis zum 10. Januar 2020 mit Förderbeginn am 1. April 2020. Die eingereichten Bewerbungen werden durch eine Expertenjury begutachtet, in einem weiteren Schritt ist ein Förderantrag bei der zuständigen Regierung zu stellen.

Das Förderprogramm WIPANO unterstützt zum einen die Nutzung des kreativen Potenzials insbesondere kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) und die wirtschaftliche Verwertung von innovativen Ideen und Erfindungen aus der öffentlichen Forschung, indem es bei der effizienten Sicherung geistigen Eigentums durch Patente und Gebrauchsmuster hilft. Zum anderen wird die Nutzung von Normung und Standardisierung als marktstrategisches Instrument gefördert. Förderschwerpunkte sind die Unterstützung bei der Patentierung, der Verwertung und der Normung und Standardisierung. Neben Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen werden auch kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und Selbständige der freien naturwissenschaftlichen/technischen Berufe gefördert.

Gegenstand der Förderung ist die Unterstützung bei der Schutzrechtssicherung und Verwertung von geistigem Eigentum, angefangen bei der Überprüfung der Idee bis hin zur Verwertung der Erfindung. Durch die Beteiligung von einem oder mehreren qualifizierten externer Dienstleisterr soll eine fachlich kompetente Unterstützung sichergestellt werden.

Die zuschussfähigen fachlichen Anforderungen sind einzelnen Leistungspaketen zugeordnet, die durch einen oder mehrere qualifizierte externe Dienstleister bzw. Patentanwälte zu erbringen sind. Im Rahmen von Unternehmen wird die Zuwendung als Anteilsfinanzierung gewährt und erfolgt als nicht rückzahlbarer Zuschuss. Die Höhe der Zuwendung pro Vorhaben beträgt 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben mit einer maximalen Fördersumme von 16.575 Euro. Die Projektlaufzeit umfasst maximal 24 Monate.

 

Die genannten Förderprogramme sind zeigen einen Ausschnitt der Förderlandschaft in Deutschland. Mit der Förderdatenbank des Bundes im Internet gibt die Bundesregierung einen umfassenden und aktuellen Überblick über die Förderprogramme des Bundes, der Länder und der Europäischen Union. Die Förderdatenbank gibt's unter www.foerderdatenbank.de.

 

 

Beispiele von EXIST-geförderten Ausgründungen der OTH Regensburg

Die engeex GmbH entwickelt Geräte zur Unterstützung von Menschen in ihrem Arbeitsalltag - im Fokus stehen dabei Exoskelette für die Bereiche Logistik, Pflegewirtschaft und Handwerk. Allgemein sind technische Exoskelette Geräte, die von Menschen getragen werden, um deren Stütz- und Bewegungsapparat zu entlasten bzw. zu unterstützen. Durch die Verwendung eines Exoskeletts werden Beschäftigte, z.B. in den genannten Branchen, bei Hebevorgängen entlastet oder in Arbeitsprozessen unterstützt, in denen der Oberkörper in längeren Phasen gebeugt ist. Das Exoskelett wird dabei ähnlich einem Rucksack getragen und nimmt einen Teil der Belastung vom Rücken ab.

Das Gründerteam der engeex GmbH besteht aus den Ingenieuren Benjamin Großmann, Roman Weiß und Thomas Schmid. Diese beschäftigten sich bereits mehrere Jahre im Rahmen ihrer Tätigkeit an der OTH Regensburg intensiv mit Exoskeletten und pneumatischer Aktuierung. Benjamin Großmann forscht bereits seit 2012 an den Themen pneumatisch aktuierter Muskeln und Telerobitiksysteme, Roman Weiß beschäftigte sich in seiner Masterarbeit mit dem Thema "Regelungsarchitektur eines pneumatisch aktuierten Muskels". Thomas Schmid schließlich befasste sich im Rahmen seiner Tätigkeit als technischer Mitarbeiter mit dem industriellen Einsatz von modernen Leichtbaurobotersystemen und kollaborativen Arbeitsprozessen.

Unter dem Arbeitstitel "Smart Exoskeleton" konnte das Gründerteam an der Geschäftsidee im Rahmen eines EXIST-Gründerstipendiums (2018-2019) arbeiten. Das Gründerstipendium wurde von Brigitte Kauer (start-up center) betreut, fachlicher Mentor war Professor Dr. Thomas Schlegl, der an der OTH Regensburg die Gebiete Handhabungstechnik und Robotik, Regelungstechnik und Optimierung, Aktorik sowie Grundlagen elektrische Antriebstechnik lehrt und das Labor Robotik leitet. 

Das Geschäftsmodell der engeex GmbH fokussiert Exoskelette, die den Rücken entlasten. Die Systeme lassen sich nach Art der Aktuierung in passive und aktive Systeme unterteilen. Passiv bedeutet in diesem Fall, dass solche Systeme keinerlei externe Energieversorgung benötigen. Soll ein passives System unterstützend wirken, muss die notwendige Energie zuvor durch den Menschen eingebracht werden, was beispielsweise durch das Aufziehen einer mechanischen Feder erfolgt. Bei aktiven Systemen wird die für die Unterstützung des Trägers notwendige Energie extern eingebracht.

Die Innovation der engeex GmbH ist die Entwicklung eines kostengünstigen, leichten und kraftvollen Exoskeletts. Von diesem wird sowohl eine passive als auch eine darauf basierende aktive Variante entwickelt. Das passive System kann sich durch eine Erfindung der engeex GmbH zur Verbesserung der Beweglichkeit und weiteren konstruktiven Details, wie einem flexiblen Gürtel, von bestehenden Systemen differenzieren. Das aktive System erhält zudem einen intelligenten Initiator. Dieser soll die Bewegungsintention des Trägers erkennen sowie eine gezielte Bewegungs- und Kraftprofilvorgabe ermöglichen. Diese Vorgabe von Bewegungs- und Kraftprofilen ist eine sehr komplexe Herausforderung, der sich das Gründerteam stellte. Im Rahmen des EXIST-Gründerstipendiums konnten die drei Ingenieure eine solche Regelung entwickeln und an einem Experimentalaufbau erproben.

Während des Gründerstipendiums konnten zudem der Prototyp der passiven Variante fertiggestellt und eine Patentanmeldung eingereicht werden: Mit der bewegungsabhängigen Entkopplung der passiven Variante des Exoskeletts gelang eine signifikante Innovation, ebenso mit dem Verzicht auf Körpersensorik bei der aktiven Variante des Exoskeletts. Zudem konnten mehrere Pilotkunden und strategische Vertriebspartner gefunden werden. Als ein weiterer Meilenstein wurde ein Businessplan erstellt.

Herzheim reduziert Stürze der Bewohner von Pflegeheimen, entlastet Mitarbeiter und modernisiert die Einrichtung. Mit der Digitalisierung eines Betriebes durch Herzheim und dem einzigartigen Nutzen für Bewohner und Pflegekräfte entstehen verschiedene Vorteile für den Betrieb. Die langfristige Vision von Gründer Edmund Pracht ist die nachhaltige Reaktion auf die gesellschaftlichen Probleme. Das Startup befaßte sich frühzeitig mit den Problemen des demografischen Wandels und sorgt mit Hilfe neuer Technologien für mehr Unabhängigkeit, Schutz und Lebenszeit im Alter. Herzheim bietet dafür einen intelligenten Seniorennotruf mit einzigartiger Sturzerkennung auf Basis von intelligenten Lichtschaltern und unscheinbaren Armbändern. Im Gegensatz zu bisherigen Hausnotruf-Lösungen, welche für ein Notrufsignal ein aktives Handeln des Bewohners erfordern, arbeiten die Produkte von Herzheim automatisiert im Hintergrund und lösen auch dann noch aus, wenn der Bewohner selbst nicht mehr in der Lage dazu ist. Hierbei bietet die zum Patent angemeldete Innovation zahlreiche Vorteile.

Unter dem Arbeitstitel "Ultrasonic Switch" konnte das Gründerteam, bestehend aus Edmund Pracht, Alexander Herfurtner und Nicola Ziel, an der Unternehmensgründung im Rahmen eines EXIST-Gründerstipendiums (2017-2018), das von Brigitte Kauer und Christoph Aisch (start-up center) betreut wurde, arbeiten. Fachlicher Mentor war Professor Dr. Jürgen Mottok ( ZD.B-Professur). Gründungsidee war die Entwicklung eines neuartigen modularen, berührungslosen, auf Ultraschall basierenden Unterputz-Lichtschalters, der auf Bluetooth Mesh in Kombination eines Bluetooth Low Energy Gateways basiert. Im Förderzeitraum wurden u.a. die Gründungsidee weiterentwickelt, Prototypen entwickelt und gebaut, ein Produktportfolio erarbeitet. Es konnte ein Pilotkunde gewonnen werden. Die Erstellung eines Businessplans und eine Patentanmeldung im Bereich Indoorlokalisierung rundeten das Arbeitspaket ab.

Das Unternehmen befindet sich derzeit in Gründung.

Roboter nehmen uns Menschen eintönige, zeitraubende und anstrengende Tätigkeiten ab. So erhalten wir die Möglichkeit, unsere Lebenszeit und Arbeitskraft erfüllenden Aufgaben zu widmen und unser persönliches Potenzial mehr als je zuvor auszuschöpfen. Die Innok Robotics GmbH erschließt neue Einsatzgebiete für Roboter und überträgt zukunftsweisende Forschung in aktuelle, zuverlässige Technologie. Mit dem entwickelten Baukastensystem "Innok Heros" können Roboter für verschiedene Anforderungen sehr schnell und kosteneffizient gebaut werden - sowohl Hardware als auch Software wurde modular konzipiert und es können maßgeschneiderte Roboterlösungen in kürzester Zeit umgesetzt werden.

Die Kernkompetenzen des Gründerteams Alwin Herklotz, Alexander Boos, Dominik Herwald und Sabrina Kliegl lagen vor allem in den ingenieurwissenschaftlichen Fachbereichen Elektrontechnik, Ingenieurinformatik und Maschinenbau. Die Spezialgebiete der Ingenieure sind dabei neben der Hard- und Softwareentwicklung zur Steuerung autonomer Systeme insbesondere die Bildverarbeitung, die 3D-Simulation mobiler Roboter und die CAD-gestützte Entwicklung mechatronischer Systeme. Unter dem Arbeitstitel "Mobile Roboter" konnte für das Gründerteam ein EXIST-Gründerstipendium (2011 bis 2012) eingeworben werden, das von Christoph Aisch (start-up center) betreut wurde. Fachlicher Mentor war Prof. Dr. Gareth Monkman, der an der OTH Regensburg die Fachgebiete Mechatronik, Sensorik/Aktorik und Automatisierungstechnik lehrt.

Der Fokus vieler Forscherteams, die autonome mobile Roboter entwickeln, liegt auf der Entwicklung und Verbesserung der Algorithmen. Diese spielen eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Robotern, die sich selbständig in ihrer Umwelt zurecht finden und mit ihr interagieren können. Um die entstandene Software zur Anwendung bringen zu können, benötigen sie verschiedene phsysische Komponenten, die den Roboter ausmachen - üblicherweise dient hierzu als Grundlage eine mobile Plattform, die in zwei Arten eingeteilt werden können: kettengetriebene und radgetriebene Plattformen. Innok Robotics entwickelte eine neuartige, mobile Roboterplattform für den Forschungsmarkt, die die Konzepte der radgetriebenen Plattformen um ein innovatives Antriebskonzept erweitert. Damit können hervorragende Fahreigenschaften und hohe Geschwindigkeiten auch auf unwegsamen Gelände erreicht werden.

Zusätzlich entwickelte Innok Robotics einen Online-Konfigurator, der die Erstellung von maßgeschneiderten mobilen Plattformen für Forschung und Entwicklung ermöglicht. Damit ermöglicht das Unternehmen seinen Forschungskunden, sich auf ihre Kernkompetenz - die Entwicklung von Algorithmen im Bereich autonomer mobiler Roboter - zu konzentrieren. Im Rahmen des EXIST-Gründerstipendiums konnte der Prototyp "Innok TX" zur Marktreife entwickelt werden und es entstand der "Innok SX" als weitere Plattform, der insbesondere für den Einsatz in der Lehre geeignet ist. Ein umfassender Businessplan wurde zudem erstellt. Seit Bestehen auf dem Markt hat die Innok Robotics GmbH ihr Produktportfolio weiter ausgebaut und es wurden neue Einsatzgebiete für Roboter erschlossen.

Mehr Infos unter www.innok-robotics.de

Timing-Architects ist ein mehrfach ausgezeichnetes High-Tech Unternehmen, das auf die Evaluierung und Optimierung von Embedded Multi- und Many-Core Echtzeitsystemen spezialisiert ist. Timing-Architects bietet einzigartige Entwicklungswerkzeuge und -methoden sowie ein umfassendes Serviceportfolio, um den Herausforderungen der Multi-Core Technologie zu begegnen. 2018 wurde das Technologieunternehmen von der Vector Informatik GmbH übernommen. Die mehrjährige Zusammenarbeit zwischen den beiden IT-Firmen wurde bereits 2016 durch eine 49%-Beteiligung von Vector an Timing-Architects verstärkt.

Was ist die Kernidee der Unternehmensgründung? In einem modernen Premiumfahrzeug müssen bis zu 2.000 Funktionen gleichzeitig ablaufen. Das erfordert eine immense Rechenleistung. Die Entwicklungen von Timing-Architects stellen sicher, dass sich alle Programme in einem Fahrzeug verstehen, anstatt sich gegenseitig zu blockieren. Die Simulationssoftware kann das Echtzeitverhalten sogenannter eingebetteter Systeme mit Mehrkernprozessoren analysieren und optimieren. Diese "Embedded Systeme" sorgen zum Beispiel in Autos als Steuergerät dafür, dass der Airbag in einer Unfallsituation rechtzeitig auslöst, d.h. innerhalb von tausendstel Sekunden, und von keinem anderen System blockiert wird.

Unter dem Arbeitstitel "Multicore Real-Time Software" konnte das Gründerteam an der Geschäftsidee im Rahmen eines EXIST-Gründerstipendiums (2011-2012) arbeiten, das vom start-up center betreut wurde. Die beiden Ingenieure Michael Deubzer und Martin Hobelsberger hatten nach einem erfolgreichen Forschungsprojekt im LaS³ der OTH Regensburg unter Leitung von Prof. Dr. Jürgen Mottok ihre selbst entwickelte „TA Toolsuite“ zum Kern ihrer Geschäftsidee gemacht. Im Rahmen des EXIST-Gründerstipendiums konnte an der Produktentwicklung weiter gearbeitet werden und beispielsweise eine benutzerfreundliche graphische Modellierungsumgebung entstehen. Das Framework wurde um verschiedene Visualisierungen und statistische Auswertungen ergänzt, das Simulatons-Tool und das Framework wurden für einen großflächigen Einsatz vorbereitet. Zudem wurde eine Vertriebsstruktur auf- und das Netzwerk ausgebaut. Nach einem dritten Platz beim Businessplan-Wettbewerb Nordbayern 2011, dem Hochschulgründerpreis und dem Hauptpreis des Gründerwettbewerbs "IKT innovativ" gewann das Start-up 2013 den Titel "IKT-Gründung des Jahres".  2017 gehörte das Unternehmen zu den Innovationsführern des deutschen Mittelstands und wurde mit dem TOP 100-Siegel geehrt.

Dr. Michael Deubzer ist nach wie vor Geschäftsführer der Timing-Architects Embedded Systems GmbH, Prof. Dr. Martin Hobelsberger ist heute als Professor an der Hochschule München tätig und gibt Vorlesungen für die Bereiche "(Real-Time) Embedded Software Systems", "Model-Based Design and Development", "Safety-Critical Embedded Software Systems" und "digitale Geschäftsmodelle und Innovationen".

Mehr Infos unter: www.timing-architects.com

Sicherer klettern in Industrie und Sport - das ist das Motto der Auroco GmbH.  Aus der Leidenschaft zum Klettern stand für Gründer Florian Widmesser am Anfang eine simple Frage: Gibt es eine Möglichkeit ohne Sicherungspartner zu klettern, ohne dabei ein höheres Risiko einzugehen? Nach mehrjähriger Entwicklung lautet die Antwort: Ja.

Mit dem EPIC  (“Electronic Partner for Individual Climbing”) hat die Auroco GmbH ("Automatic Rope Control") ein Gerät der Kletter- und Seilsicherung entwickelt, das heute in der Industrie, an Masten, Türmen und auf Dächern eingesetzt wird. Das Produkt ist eine Kombination aus Mechanik und Elektronik, einzigartig und eine Innovation. Jetzt soll das vollautomatische High-Tech-Gerät auch in die Kletterhallen einziehen. EPIC ist ein Sicherungssystem für Kletterer, das den Vorstieg, den Nachstieg und das Abseilen mechatronisch über eine Box und eine Fernbedienung steuert. Als erstes Gerät weltweit ermöglicht es vollautomatisches risikofreies Klettern ohne Sicherungspartner. Es ist patentiert und DEKRA-zertifiziert. In der nächsten Generation soll das EPIC mit Sprachsteuerung und Smartphone App ausgestattet werden.

Schon während des Mechatronik-Studiums an der OTH Regensburg hatte Florian Widmesser die Idee zur vollautomatischen Klettersicherung und erarbeitete in seiner Diplomarbeit das Grundkonzept. Unter dem Arbeitstitel "Vollautomatische elektrische Seilsicherung" konnte er an der Geschäftsidee im Rahmen eines EXIST-Gründerstipendiums (2009-2010) arbeiten. Das Gründerstipendium wurde vom start-up center betreut, fachlicher Mentor war Professor Dr. Michael Saller, der an der OTH Regensburg die Lehrgebiete Antriebstechnik, Konstruktion, Hydraulik und Hydrostatische Maschinen sowie CAD betreut. Der EXIST-Förderung schloss sich eine weitere Förderung durch das Programm FLÜGGE an. Im Rahmen dieser Förderungen konnte u.a. ein Prototyp gebaut und erste mechanische Tests durchgeführt werden. Parallel wurde die Elektronik entwickelt und mehrere Zertifizierungen vorbereitet. Ein EU-Patent wurde angemeldet (zwischenzeitlich auch erteilt), ein Businessplan erstellt. Im Jahr 2011 wurde es ernst: Zusammen mit Kaufmann Jan Lohse gründete Florian Widmesser die AUROCO GmbH, die heute ihren Firmensitz in München hat.

Die iNTENCE automotive electronics GmbH ist eine Erfolgsgründung aus dem Jahre 2007. Das eingespielte Expertenteam für die Entwicklung softwareintensiver Systeme in der Automobilbranche umfasst heute über 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Standorten Regensburg, Ingolstadt und München. Zu den Kunden zählen marktführende Automobilhersteller und Zulieferer. Als Entwicklungs- und Technologiepartner bietet die Ausgründung aus der OTH Regensburg seinen Kunden Softwareentwicklung mit Systemverstand über den ganzen Entwicklungsprozess - von der Vorentwicklung bis zur projektübergreifenden Systemintegration. Besonderes Aushängeschild ist die Expertise im Bereich Softwarequalität und die einzigartige Fähigkeit, das Unternehmens-Know-how zielgerichtet einzusetzen, denn für jedes Projekt und jeden Kunden gibt es eine einzigartige Entwicklungsstrategie. Überaus stolz sind die Geschäftsführer Peter Schmidt und Günter Knorr auf die „weiße Weste“ des Unternehmens: Seit Unternehmensgründung gibt es kein Projekt, in dem die Kundenziele nicht erreicht wurden.

Unter dem Arbeitstitel "Design Pattern für die Automotive Softwareentwicklung" wurde im Rahmen von EXIST-Seed die Ausgründung in den Jahren 2006 bis 2007gefördert. Das Gründerstipendium wurde vom start-up center betreut, fachlicher Mentor war Dr. Athanassios Tsakpinis, der heute wissenschaftlicher Leiter des Rechenzentrums an der OTH Regensburg ist und zu der Zeit des Gründerstipendiums das Competence Center Software Engineering an der OTH Regensburg leitete. Das Projektziel war die "Gründung eines Unternehmens zur Entwicklung von Entwurfsmustern (Design Pattern) für wiederkehrende Problemstellungen in der Automotive Software-Entwicklung". Der Hintergrund: Das Versagen der Elektronik ist eine häufige Pannenursache bei Fahrzeugen, woran hat die Software einen hohen Anteil hat. Deshalb war und ist der Einsatz von Methoden zur Steigerung der Zuverlässigkeit und Ausfallsicherheit bedeutend. Zu der Zeit der Gründung der iNTENCE GmbH war der Einsatz der Design-Pattern Methodik in der Automotive Softwareentwicklung, um die Zuverlässigkeit der Software zu erhöhen, noch neu.

Die beiden Ingenieure Christian Nachreiner und Peter Schmidt hatten nach ihrem Studium der Informatik bzw. Elektrotechnik an der OTH Regensburg bereits Berufserfahrungen in der Industrie sammeln können, bevor der Wunsch nach einem eigenen Unternehmen wuchs und auch erfolgreich realisiert wurde. Im Rahmen des Gründerstipendiums wurden erste Design-Pattern ausgearbeitet, ein Kontaktnetzwerk und erste Kundenkontakte aufgebaut und ein Businessplan erstellt. Die Unternehmensgründung erfolgte 2007. Heute bietet die iNTENCE automotive electronics GmbH als Entwicklungs- und Technologiepartner ein breites Leistungsspektrum - dazu gehören die Bereiche Automotive Software Engineering, HMI und Simulation, Fahrerassistenz, KI und Algorithmik, Produkte und Tools sowie Automotive Security. Das Unternehmen wurde vielfach ausgezeichnet, es gehörte z.B. im Jahr 2017 zu "Bayerns Best 50".

Gründer Peter Schmidt ist heute noch als Geschäftsführer im Unternehmen tätig, Gründer Christian Nachreiner zog sich Ende 2016 aus der aktiven Geschäftsführung zurück und kümmert sich seitdem um die strategische Ausrichtung.   

Ein Interview der Wirtschaftszeitung im Jahr 2017 mit Unternehmensgründer Peter Schmidt finden Sie hier: https://www.intence.de/presse/art/aus-dem-spirit-des-anfangs-wurde-ein-starker-teamgeist/

Mehr Infos unter www.intence.de