Studierende tüfteln im „Innovation Lab“ an neuen Erfindungen

04.06.2018
Von: Stabsstelle Hochschulkommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Studierende der Informatik, der Betriebswirtschaft und Industriedesignstudierende der OTH Regensburg erarbeiten derzeit in einer Lehrveranstaltung mittels der Methode „Design Thinking“ an innovativen Ideen, die die Welt noch brauchen könnte.

 

Eine Activity-App für Wohnheime stellten diese Studierenden vor.

Eine Activity-App für Wohnheime stellten diese Studierenden vor. / These students presented an activity app for halls of residence.

Sich mit seinen Mitbewohnern digital über seine Gefühle austauschen, das ist die Idee dieser Studierendengruppe.

Sich mit seinen Mitbewohnern digital über seine Gefühle austauschen, das ist die Idee dieser Studierendengruppe. / To digitally interact with one's housemates about one’s feelings was the idea presented by this student group.

Diese Studenten wollen im Wohnheim künftig Waschmaschine, Bohrer und Geschirrspülmaschine mittels einer App gemeinsam nutzen.

Diese Studenten wollen im Wohnheim künftig Waschmaschine, Bohrer und Geschirrspülmaschine mittels einer App gemeinsam nutzen. / In future these students want to use washing machines, drills and dishwashers together in the hall of residence using an app.

Ein „lebenslanger“ Autositz, der sich an die Statur des Sitzenden anpasst – von der Babyschale bis hin zu einem Sitz für große Menschen -, die Innovation dieser Gruppe.

Ein „lebenslanger“ Autositz, der sich an die Statur des Sitzenden anpasst – von der Babyschale bis hin zu einem Sitz für große Menschen -, die Innovation dieser Gruppe. / This group’s innovative idea is a car seat ‘for life’, ‘growing’ with the size of the sitter – from baby seat to a seat for large adults.

Die Studierenden (von links) Sophie Allgöwer, Annika Straubmeier, Verena Siegl, Christian Ciupka und Jonas Roth haben sich einen PET-Schredder für jedermann ausgedacht...

Die Studierenden (von links) Sophie Allgöwer, Annika Straubmeier, Verena Siegl, Christian Ciupka und Jonas Roth haben sich einen PET-Schredder für jedermann ausgedacht... / Students (from left) Sophie Allgöwer, Annika Straubmeier, Verena Siegl, Christian Ciupka and Jonas Roth came up with the idea of a PET shredder for everyone…

...und schufen sofort einen Prototypen. / … and wasted no time in building a prototype. Fotos: OTH Regensburg

...und schufen sofort einen Prototypen. / … and wasted no time in building a prototype. Fotos: OTH Regensburg

Treffen sich ein Designer, eine Informatikerin und ein Betriebswirt…das ist jetzt nicht die Einleitung eines Witzes, sondern passiert im aktuellen Sommersemester 2018 am Campus der OTH Regensburg wirklich regelmäßig. Anlass ist das interdisziplinäre Wahlpflichtfach „Innovation Lab“, das auf Initiative von Prof. Dr. Markus Heckner, Fakultät Informatik und Mathematik, in Zusammenarbeit mit Professorin Dr. Rosan Chow, Fakultät Architektur, und Prof. Dr. Sean Saßmannshausen, Fakultät Betriebswirtschaft, angeboten wird.

Die Innovationen, die die 24 teilnehmenden Studierenden – unter anderem einige internationale Austauschstudierende - aus selbigen Fakultäten im „Innovation Lab“ hervorbringen, sind erstaunlich. Gearbeitet wird nach der Methode „Design Thinking“ – alles auf Englisch. Am 25. Mai 2018 haben die Studierenden in einem „Sprint Review“ den kooperierenden Unternehmen Continental AG, Conrad Electronic und Krones AG ihre ersten Ergebnisse vorgestellt. 

Wie wäre es mit einem Autositz, der sich von Kindesbeinen an an die Statur und die Bedürfnisse des Nutzers anpasst, von der Babyschale bis zu einem Modell für Übergrößen? Oder braucht Deutschland nicht längst eine Schreddertonne für jeden Haushalt für die unzähligen, sich ansammelnden PET-Flaschen, um Stauraum zu schonen und das Recycling von PET zu fördern? Oder würde denn nicht eine spezielle Activity-App für Wohnheime das „Eis“ zwischen den Bewohnern schneller „brechen“ können und durch gemeinsame Aktivitäten viel mehr Begegnungen ermöglichen? Auch die App, mit der die Bewohner gemeinsam Waschmaschine, Bohrer oder Spülmaschine nutzen können, klingt vielversprechend. Oder wie wäre es mit einem System á la Alexa, welches mittels eines Armbands die Emotionen von Mitbewohnern erkennt und auf Wunsch dem WG-Genossen von nebenan mitteilt, um häufiger Freude oder Stress miteinander teilen zu können? - Alles kreative Ideen, die auf ihre Weiterentwicklung und Erprobung in der Praxis warten, so das Ergebnis des ersten „Sprint Reviews“, dem weitere ein bis zwei Entwicklungsphasen folgen werden. Shawn Silberhorn von Conrad Electronic, Katarina Maihöfner von der Krones AG und Assad Mahmood von der Continental AG gaben den Studierenden auf jeden Fall reichlich positive Rückmeldungen, ebenso wie die Professoren. 

Beim „Design Thinking“ steht bereits von Beginn an der Nutzer und dessen konkretes praktisches Problem im Mittelpunkt einer Entwicklung, erklärt Prof. Dr. Heckner die Methode, die er an der OTH Regensburg lehrt. Verhindert werden sollen mittels dem „Design Thinking“ Entwicklungen, die in der Praxis keiner brauche oder zu kompliziert für den Nutzer sind, so Prof. Dr. Heckner. Für das „Design Thinking“ ist Prof. Dr. Heckner auch als Projektleiter in einem der derzeit größten Forschungsprojekte der OTH Regensburg namens TRIO zusammen mit den ostbayerischen Hochschulen verantwortlich; TRIO wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung für fünf Jahre mit 14 Millionen aus dem Programm „Innovative Hochschule“ gefördert. Wie beim Wahlpflichtfach „Innovation Lab“ an der OTH Regensburg soll auch TRIO den Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft fördern. Prof. Dr. Chow, Prof. Dr. Heckner und Prof. Dr. Saßmannshausen sind sich einig: Das interdisziplinäre Fach „Innovation Lab“ sollte auf jeden Fall dauerhaft im Kursangebot der OTH Regensburg angeboten werden, um den Studierenden den Blick über ihre eigene Fächergrenze hinweg und den Austausch mit der Praxis, mit der Wirtschaft, frühzeitig zu ermöglichen. Ein gutes Beispiel für „Design Thinking“ ist auch eine Lehrveranstaltung in der Fakultät Informatik und Mathematik; dort entwickeln Studierende unter Leitung von Prof. Dr. Markus Heckner und Christoph Skornia derzeit innovative Lösungen, um Nutzern mehr Kontrolle über ihre persönlichen Daten zu geben.

English Version

OTH Regensburg students tinker with new inventions in the ‘Innovation Lab’

In this elective module there are three different faculties working in unison based on the Design Thinking method in which exciting ideas are developed and refined in interaction with partners from business

A designer, an IT specialist and a business administrator meet up … no, this isn’t the first line of a joke but is actually a very frequent happening during the current 2018 summer semester 2018 on the OTH Regensburg campus. It all has to do with the interdisciplinary Innovation Lab elective module being offered at the initiative of Prof. Markus Heckner of the Faculty of Computer Science and Mathematics, in cooperation with Professor Rosan Chow of the Faculty of Architecture and Prof. Sean Saßmannshausen of the Faculty of Business Studies. The innovations being created in the Innovation Lab by the 24 students from the same faculties who are taking part – including a number of international exchange students – are amazing. They are working according to the Design Thinking method – with everything in English. On Friday the 25 May 2018 the students presented their initial results to their business partners – Continental AG, Conrad Electronic and Krones AG – at a Sprint Review. 

For example, how about a car seat which adapts to the user's stature and needs from an early age, growing from a baby's seat to a model for ‘kingsizes’? Or, hasn’t Germany long had need of a shredder bin for every household for the masses of PET bottles they accumulate, to save on storage space and encourage PET recycling? Or wouldn’t a special activity app for halls of residence be able to break the ice between occupants faster and facilitate many more encounters through common activities? The app which would allow students living in halls of residence to use washing machines, drills or dishwashers together also sounds very promising. Or how about an ‘Alexa-type’ system that uses an armband to detect the emotions of housemates and tell flat-share students next door so they can share happy or stressful moments together more often? - These are all creative ideas waiting to be further developed and tried and tested in practice – this was the conclusion of the first Sprint Review that is to be followed by a further one to two development phases. Shawn Silberhorn from Conrad Electronic, Katarina Maihöfner from Krones AG and Assad Mahmood from Continental AG certainly gave the students plenty of positive feedback, as did the professors. 

With Design Thinking, the focus of a development is on the user and his or her specific practical problem from the very outset – this is how Prof. Heckner explains the method he teaches at OTH Regensburg. And that's also how he explains it in one of his courses at the Faculty of Computer Science and Mathematics together with Prof. Christoph Skornia, in which students develop innovative solutions to give users more control over their personal data. According to Prof. Heckner, the purpose of Design Thinking is to eliminate developments which in practice no one needs or which are too complex for the user. Along with the universities of applied sciences of Eastern Bavaria, Prof. Heckner is also responsible for Design Thinking as the project manager in currently one of the biggest research projects of OTH Regensburg, known as TRIO; the Federal Ministry of Education and Research is funding TRIO for five years with 14 million euros from the ‘Innovative Hochschule’ program. Like the Innovation Lab elective module at OTH Regensburg, TRIO is designed to encourage the interchange between science and business. Prof. Chow, Prof. Heckner and Prof. Saßmannshausen all agree: the interdisciplinary Innovation Lab module should be a permanent part of the courses offered by OTH Regensburg to allow students to look beyond the boundaries of their own course subjects and interact with practice, business and industry at the earliest possible opportunity.

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