Preise für herausragende Gründungsideen verliehen

23.11.2015
Von: Stabsstelle Hochschulkommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Anlässlich des Hochschulgründertags 2015 hat das start-up center der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) einen hochschulinternen Gründerpreis sowie drei Ideenpreise vergeben.

Im Rahmen des Hochschulgründertags wurden der Hochschulgründerpreis an die NEW Engineering GmbH und die start-up Ideenpreise an die IT Heroes GbR, die ReCase GbR und die minusPOL UG vergeben. Unser Foto zeigt von links nach rechts: Brigitte Kauer und Pr

Im Rahmen des Hochschulgründertags wurden der Hochschulgründerpreis an die NEW Engineering GmbH und die start-up Ideenpreise an die IT Heroes GbR, die ReCase GbR und die minusPOL UG vergeben. Unser Foto zeigt von links nach rechts: Brigitte Kauer und Prof. Dr. Sean Patrick Saßmannshausen (beide start-up center), Sebastian Halbritter und Carola Steindl (Gründer IT Heroes), Anna und Sebastian Meyer (Mitgründer ReCase), Philipp Maier und Philipp Hockenberger (Mitgründer minusPOL UG) sowie Christoph Sauerer (Mitgründer NEW Engineering GmbH). Foto: start-up center

Über den Hochschulgründerpreis der OTH Regensburg dürfen sich die vier Ingenieure der NEW Engineering GmbH freuen – sie wurden während des Hochschulgründertags für eine herausragende Gründung ausgezeichnet. „Das Besondere ist niemals durchschnittlich. So ist auch die Ausgründung, die den diesjährigen Hochschulgründerpreis erhält, alles andere als gewöhnlich“, sagte Professor Dr. Sean Patrick Saßmannshausen, Leiter des start-up centers, während der Preisverleihung. Die NEW Engineering GmbH ist im Bereich der Energieberatung und Anlagenplanung tätig, daneben werden im Rahmen einer internationalen Projektarbeit moderne Energiekonzepte auch in Entwicklungsländern realisiert.

Mitgründer Christoph Sauerer, Ingenieur für Erneuerbare Energien und derzeit noch Masterstudent im Bereich Elektromobilität und Energienetze an der OTH Regensburg, nahm den Preis, der vom start-up center gestiftet ist, entgegen. Er freute sich sichtlich über die Anerkennung. „Damit haben wir nicht gerechnet“, sagte Sauerer überrascht, „aber diese Auszeichnung der OTH Regensburg bestätigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind“. Obwohl das Unternehmen erst im Juni 2015 gegründet wurde, wurden bereits erste Projekte in der Durchführung von Energieaudits realisiert und bereits ein weiterer Mitarbeiter eingestellt.

Schaffung einer positiven Unternehmenskultur

Auch in diesem Jahr veranstaltete das start-up center der OTH Regensburg im Rahmen der Gründerwoche Deutschland einen Hochschulgründertag. Gründungsinteressierte, Gründer und Gründerinnen sowie Netzwerkpartner waren eingeladen, um sich auszutauschen und zu informieren. Frau Prof. Dr. Christine Süß-Gebhard ließ in ihrem Grußwort wissen, dass in Deutschland im Jahr 2014 309.000 Existenzgründungen im Vollerwerb und 251.000 Nebenerwerbsgründungen erfolgten. Immerhin 23 Prozent der Gründerinnen und Gründer kommen mit einer Neuheit auf den Markt.

 Die Rahmenbedingungen für Gründungen sind in Deutschland gut – was noch verbessert werden kann, ist die Schaffung einer positiven Unternehmenskultur.
Das Dienstleistungsangebot des start-up centers stellte Brigitte Kauer vor. Neben der Sensibilisierung, Information und Ausbildung gehören die Beratung und das Mentoring von Gründungsinteressierten sowie das Technologie-Scouting zum Aufgabengebiet. Mehr als 50 Beratungsgespräche im Jahr und weit mehr als 50 Ausgründungen seit 2011 zeugen vom Interesse der Studierenden und Alumni am Thema Existenzgründung. Zu den Ausgründungen aus der OTH Regensburg gehören Unternehmen wie beispielsweise die iNTENCE automotive electronics GmbH mit mittlerweile über 50 Mitarbeitern, die Timing Architects Embedded Systems GmbH mit rund 30 Mitarbeitern oder die Innok Robotics GmbH.

Erfolgreich gründen – Zufall oder Können?

„Erfolgreich gründen – Zufall oder Können“ war die Überschrift der Podiumsdiskussion, in der sich junge Gründerinnen und Gründer austauschten. Ines Probst, Gründerin des Labels ines.p, Helmut Lippert, Gründer der HL Engineering GmbH, Philipp Hockenberger, Mitgründer der minusPOL UG und Sebastian Halbritter, Mitgründer der IT Heroes GbR, gaben Einblicke in ihre Erfahrungen. Wie gelingt es, eine gute Finanzierung für sein junges Unternehmen auf die Beine zu stellen? Wofür ist ein Businessplan gut?

Wie schafft man es, mit seinem Label regelmäßig in TV-Formaten wie RTL-Explosiv vertreten zu sein? Wie kann man erste Kunden und Aufträge akquirieren? Dies waren einige der Fragen, zu denen die Podiumsgäste, alles Studierende und Alumni der OTH Regensburg, den rund 85 Gästen offen Rede und Antwort standen. Einig waren sich die jungen Gründerinnen und Gründer, dass neben dem fachlichen Können auch ein funktionierendes Netzwerk und das Quäntchen Glück, „zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein“, zum erfolgreichen Gründen gehört.

Unternehmensnachfolge als Perspektive

„Wir haben heute schon viel über den Zufall, die Freude am Gründen und den Spaß an der Arbeit gehört“, sagte Horst Zaglauer, Betriebsberater bei der Handwerkskammer Niederbayern/Oberpfalz. Er ist überzeugt: „Ja, das alles gehört dazu!“ Horst Zaglauer sprach im weiteren Verlauf des Hochschulgründertags über das Thema Unternehmensnachfolge. Alleine in Bayern stehen in den Jahren 2014 bis 2018 23.900 Betriebsnachfolgen an.

Die Chancen einer Übernahme sieht Horst Zaglauer vor allem darin, dass das Risiko in der Anlaufzeit geringer als bei einer Neugründung sei, in der Regel der Vorgänger in der Übergangsphase mit seinem Know-how unterstützend zur Seite stehe und sowohl die Betriebsausstattung als auch der Kundenstamm bereits vorhanden seien. Bei einer Nachfolge, so Zaglauer, müssten einige Aspekte bedacht werden: Neben den betriebswirtschaftlichen Themen muss auf der zwischenmenschlichen Ebene die Chemie zwischen dem Nachfolger und der vorhandenen Belegschaft passen. Die Ermittlung des Unternehmenswertes bei einer Veräußerung ist ein weiterer sensibler Punkt, der laut Zaglauer leider oftmals zu Differenzen führen und in Folge für das Scheitern einer Übernahme verantwortlich ist.

start-up Ideenpreise für pfiffige Gründungsteams

Neben dem Hochschulgründerpreis wurden auch die start-up Ideenpreise vergeben. Die Kriterien für diese Preiskategorie waren eine einfallsreiche Gründungsidee, eine kreative Umsetzung oder das Erkennen einer Marktlücke. Die start-up Ideenpreise 2015 wurden an die ReCase GbR, die miniuPOL UG und die IT Heroes GbR vergeben. Die ReCase GbR wurde für ihre Idee, moderne Smartphones mit edlen Hölzern zu veredeln, ausgezeichnet: Das Team designt und produziert personalisierte Handyschalen aus Holz, in die mithilfe eines Laserverfahrens Logos oder Bilder eingraviert werden. Hinter dieser Geschäftsidee sah die Jury großes Marktpotenzial.

Der eisblaue Likör, der von der minusPOL UG kreiert, hergestellt und zwischenzeitlich auch verkauft wird, trifft den Geschmack von so manchem Nachtschwärmer. Aber nicht nur die Produktidee, auch die kreative Markteinführungskampagne hat die Jury überzeugt. Den IT Heroes ist es gelungen, eine Marktlücke für eine bekannte Dienstleistung zu entdecken. Die zwei Informatikstudierenden bieten IT-Dienstleistungen am Regensburger Campus für Studierende der OTH und Universität Regensburg an. Daneben war der Jury auch die witzige Werbekampagne um die Dienstleistung einen Preis wert.

Nach dem offiziellen Teil des Hochschulgründertags trafen sich die Gäste zu einem entspannten Get-Together. Für das Catering hatte das start-up center eine weitere Ausgründung aus der OTH Regensburg verpflichtet: Der BWL-Student Sebastian Mannes und Gründer von „Black Burritos“ verwöhnte die Gäste mit „Show-Cooking“ und den hergestellten Burritos, Quesadillas und Nachos.

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