Kompetenzen vernetzen in der IT-Security

06.06.2018
Von: Erika Antoni

Im Mai 2018 war eine Delegation vom LaS³, dem Laboratory for Safe and Secure Systems der OTH Regensburg und OTH Amberg-Weiden, in Schottland. Auf der Agenda standen Themen wie IT-Sicherheit, künstliche Intelligenz sowie didaktische Fragen.

Die Delegation vom LaS3 der OTH Regensburg an der University of Abertay in Dundee. Von links: Prof. Dr. Andreas Aßmuth, Prof. Matthias Söllner, Sabrina Jahn, Sebastian Renner, Prof. Dr. Gerald Pirkl und Prof. Dr. Jürgen Mottok. Foto: OTH Regensburg

Die Delegation vom LaS3 der OTH Regensburg an der University of Abertay in Dundee. Von links: Prof. Dr. Andreas Aßmuth, Prof. Matthias Söllner, Sabrina Jahn, Sebastian Renner, Prof. Dr. Gerald Pirkl und Prof. Dr. Jürgen Mottok. Foto: OTH Regensburg

Eine Delegation der beiden Ostbayerischen Technischen Hochschulen Amberg-Weiden und Regensburg (OTH Amberg-Weiden und OTH Regensburg) besuchte zwischen dem 14. und 18. Mai 2018 schottische Kolleginnen und Kollegen sowie deren Forschergruppen an der University of Glasgow (Dr. Lewis Mackenzie), der University of Strathclyde ebenfalls in Glasgow (Dr. George Weir), der University of Abertay in Dundee (Dr. Natalie Coull und Dr. Ian Ferguson) sowie der University of Aberdeen (Dr. Robert Duncan). Die Delegation der OTH Amberg-Weiden bestand aus den Professoren Dr. Andreas Aßmuth, Dr. Gerald Pirkl und Matthias Söllner (alle von der Fakultät Elektrotechnik, Medien und Informatik), die OTH Regensburg wurde durch Prof. Dr. Jürgen Mottok sowie Sabrina Jahn und Sebastian Renner vertreten.

Bei den Treffen wurden Themen aus den Bereichen Forschung und Lehre diskutiert: Neben aktuellen Themen der Informationssicherheit, künstlichen Intelligenz und Sensornetzwerke wurden auch Erfahrungen mit neuen didaktischen Ansätzen in der Lehre wie dem "Just in Time Teaching" oder der "Technologieunterstützten Lehre" besprochen.

Im Fokus: Herausforderungen der Informations- und Datensicherheit

In einem großen gemeinsamen Workshop an der Universität von Strathclyde in Glasgow wurde von mehr als 20 Teilnehmenden der aktuelle Stand der relevanten Forschungsthemen der verschiedenen Partner vorgestellt. In einer Demonstration zeigte eine Forschergruppe der Abertay-University das mögliche Vorgehen von Angreifenden, um sich zum Beispiel über Funkschlüssel Zugang zu einem Pkw zu verschaffen. Dr. George Weir stellte ein Verfahren zur Erkennung und Klassifizierung von extremistischen Webseiten aus dem Darknet vor. 

Prof. Dr. Andreas Aßmuth wies auf Sicherheitslücken von Smart-Home-Lösungen hin, mittels derer sich Einbrechende über eine Internetverbindung Zugang zum Haus verschaffen können. Nach den Vorträgen wurde diskutiert, wie aktuelle Herausforderungen der Informations- und Datensicherheit – beispielsweise Sicherheitslücken bei sogenannten „Connected Cars“, unzureichend geschützte Geräte im Internet der Dinge oder die Europäische Datenschutz-Grundverordnung – bewältigt werden können. Prof. Dr. Jürgen Mottok ergänzte, die Ausbildung mit Security-Tests zu erweitern: Sowohl das Testen von Sicherheitsmechanismen als auch ein Grundverständnis des Social Engineerings seien wesentliche Aspekte, die in die Systemhärtung einfließen.

Beim Besuch der University of Abertay in Dundee wurden die im gemeinsamen Workshop besprochenen Themen vertieft und zudem detailliert über Anwendungen von Sensornetzwerken zur großflächigen Erfassung von Luft- und Temperaturqualität und die KI-gestützte Analyse der Daten diskutiert. An der University of Aberdeen standen die Themen Cloud-Sicherheit und Forensik sowie Europäische Datenschutz-Grundverordnung im Vordergrund.

Für einen Ausbau der Kooperationen

Die Beteiligten aller Hochschulen sprachen sich dafür aus, die Kooperationen zukünftig weiter auszubauen. Neben dem Austausch von Dozentinnen und Dozenten für Gastvorlesungen oder Seminare, gemeinsam durchgeführten und betreuten Abschlussarbeiten und Summer Schools sollen zudem Erasmus-Partnerschaften initiiert werden. Die Zusammenarbeit bei wissenschaftlichen Themen soll fortgeführt werden, weitere gemeinsame Publikationen sind bereits in Arbeit.

Gefördert wurde die Schottland-Reise über das Programm BayIntAn von der Bayerischen Forschungsallianz (BayFOR), bei der sich Prof. Dr. Jürgen Mottok ganz herzlich für die Unterstützung bedankt.

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