IT-Sicherheit für personalisierten eCall-Notruf

04.12.2018
Von: Nico Eyerkaufer

Mittels PeCall können Rettungskräfte im Fall eines Verkehrsunfalls gespeicherte Notfalldaten von verunglückten Personen abrufen. Für eine sichere Übertragung der persönlichen Daten leistet das LaS³ von der OTH Regensburg einen wichtigen Beitrag.

Erster Prototyp eines PeCall Demonstrators. Foto: Nico Eyerkaufer

Erster Prototyp eines PeCall Demonstrators. Foto: Nico Eyerkaufer

Das Projekt PeCall verfolgt das Ziel, die rechtlichen und technischen Voraussetzungen zu klären, um bei einem Verkehrsunfall einen personalisierten eCall abgeben zu können, der gespeicherte Notfalldaten der verunglückten Personen den Rettungskräften zur Verfügung stellt. Aktuell haben Rettungskräfte keine Möglichkeit, vor dem Erreichen eines Unfallorts Informationen – wie zum Beispiel über Allergien, Medikamentenunverträglichkeiten, Vorerkrankungen oder Ähnliches – der verunglückten Personen zu erhalten. Erst vor Ort kann sich die Sanitäterin oder der Sanitäter ein Bild zum Unfall machen und weitere Schritte abwägen. Dies kostet jedoch viel Zeit, die in einer solchen kritischen Situation oft fehlt. 

Der personalisierte eCall, kurz: PeCall, verändert die Lage zum Besseren. Denn dieser PeCall dient dazu, dass Rettungskräfte bereits beim Erreichen der Unfallstelle alle gespeicherten Notfalldaten, also persönliche Gesundheitsdaten und von den betroffenen Personen gespeicherte Notfalldaten, zur Verfügung haben. Dadurch ist eine Erstversorgung mit verbesserter Qualität möglich, bei der Zeit und Kosten gespart werden können.

Drei technische Entwicklungen als Voraussetzung für den Projekterfolg

Für die Erreichung der Ziele dieses Projekts sind drei technische Entwicklungen von Bedeutung. Um die richtigen Daten an die Rettungskräfte zu übertragen, ist es wichtig, dass der Fahrzeuginsasse vom Auto identifiziert werden kann, woran derzeit bereits verschiedene Autohersteller arbeiten. Des Weiteren muss bei einem Fahrzeugunfall die Kraftfahrzeugselektronik automatisch einen eCall-Notruf an eine vom Fahrzeughersteller festgelegte Notrufleitstelle senden. 

Die zugehörigen Rahmenbedingungen sind EU-weit festgelegt. Seit März 2018 ist die Ausrüstung von Fahrzeugen mit dem eCall-Notruf Pflicht. Außerdem muss ein elektronischer Datenaustausch im Gesundheitswesen gewährleistet sein, wozu eine bereichsübergreifende Patientenakte benötigt wird, die online zur Verfügung steht.

Sicheres Kommunikationsmodell im Fahrzeug nötig

Da es sich bei der Übertragung der persönlichen Daten des Unfallopfers um vertrauliche Informationen handelt, muss gewährleistet werden, dass diese sicher und zuverlässig übertragen werden. Hierfür wird ein sicheres Kommunikationsmodul im Auto entwickelt, über das die persönlichen Daten des Unfallopfers verschlüsselt, schnell und zuverlässig an die Rettungskräfte über eine Leitstelle übertragen werden. Das ist ein wichtiger Beitrag, den das Laboratory for Safe and Secure Systems (LaS3) der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensubrg (OTH Regensburg) in diesem Projekt leisten wird.

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