Im „Forscherinnen-Camp“ an der eigenen Zukunft forschen

10.08.2018
Von: Stabsstelle Hochschulkommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Beim Forscherinnen-Camp 2018 arbeiteten Schülerinnen bei Continental und an der OTH Regensburg an einem Projekt zum autonomen Fahren. Das Camp will junge Frauen für Technik und IT begeistern und den Frauenanteil in diesen Berufen steigern.

Der Forscherauftrag wird unterzeichnet

Die jungen Forscherinnen unterzeichnen eingangs den Forscherauftrag für den Bereich „Autonomes Fahren“.

Workshop Studienorientierung

Fester Bestandteil des Forscherinnen-Camps ist ein Workshop zur Studienorientierung.

Im Kletterzentrum

Auch Teamwork im Kletterzentrum stand auf dem Programm.

Arduinoprogrammierung

Spaß machte den Teilnehmerinnen die Arduinoprogrammierung ...

Autonomes Fahren

... und auch die Praxis zum Thema Autonomes Fahren. Fotos: Armin Gardeia / Junge Hochschule

An technischen Problemen tüfteln, bis man zu einer Lösung kommt – programmieren, analysieren. Kurz: Einfach mal selbst ausprobieren: ein gutes Gefühl. Eines, das zwölf Schülerinnen aus ganz Bayern im Forscherinnen-Camp der Bildungsinitiative "Technik – Zukunft in Bayern 4.0" bei Continental Regensburg und an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) im Juli 2018 erleben konnten. Am 3. Juli 2018 haben sie ihre Ergebnisse Eltern und Ehrengästen präsentiert.

Der Forscherauftrag für die 15- bis 18-jährigen Projektteilnehmerinnen kam aus dem Bereich „Autonomes Fahren“: Sie haben einen Roboter mit einem Spurhalter und einem Lichtsensor so programmiert, dass er einer Linie folgen kann und Hindernisse erkennt. Hilfe bei dieser Aufgabe bekamen die Teilnehmerinnen von Dozentinnen und Dozenten, von Studierenden der Hochschule und Ingenieurinnen des Unternehmens. Auch Franziska Seidenschwarz, die 2015 selbst an einem Forscherinnen-Camp teilgenommen hat und heute Werkstudentin bei Continental ist, stand den Mädchen als Ansprechpartnerin zur Verfügung. 

Insgesamt erhielten die Mädchen im Camp unter der Trägerschaft des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft e. V. (bbw) einen realistischen Einblick in den Berufsalltag einer Ingenieurin. Ganz nebenbei ging es auch um andere Qualifikationen, die auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind, wie kreatives Denken, Präsentationskompetenz und Teamfähigkeit. 

Großer Bedarf an hochqualifiziertem Nachwuchs in Technik und IT

Anlässlich des Camps sagte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der bayerischen Metall- und Arbeitgeberverbände bayme vbm, die das Camp ideell und finanziell fördern: „Damit unsere bayerischen Unternehmen innovativ und wettbewerbsfähig bleiben, brauchen sie hochqualifizierte Nachwuchskräfte in den Bereichen Technik und IT. Wir möchten junge Frauen für diese Berufe begeistern und so wertvolles Potenzial ausschöpfen. In den Forscherinnen-Camps soll ihr Interesse für technische Berufe geweckt werden. Vielfältige Tätigkeiten, sehr gute Verdienstmöglichkeiten sowie sehr gute Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sprechen für eine Karriere von Frauen in den bayerischen M+E-Unternehmen.“

Am gleichen Strang zieht auch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie: Es fördert das Forscherinnen-Camp seit Jahren.

Und auch für Prof. Dr. Ralph Schneider, Vizepräsident und Leiter der Jungen Hochschule der OTH Regensburg, ist das Projekt sehr wertvoll: „Das Forscherinnen-Camp ermöglicht es jungen Frauen, MINT-Fächer kennenzulernen und sich für MINT zu begeistern, sodass sie dann ein technisches Fach – am besten an der OTH Regensburg – studieren. Derzeit beträgt der Anteil weiblicher Studierender in MINT-Studiengängen an unserer Hochschule 23 Prozent. Wir wollen diese Zahl weiter steigern. Das Forscherinnen-Camp – eines der vielen Angebote unserer Jungen Hochschule - ist auf diesem Weg ein wichtiger Baustein.“ 

Die Camps: hilfreich bei der beruflichen Orientierung

Wie sehr die Camps bei der beruflichen Orientierung helfen, zeigt eine Studie des bbw. Rund 75 Prozent der Teilnehmerinnen wollen nach dem Camp-Besuch ein technisches oder naturwissenschaftliches Studium beginnen. Das Forscherinnen-Camp richtet sich gezielt an junge Frauen: Die Zeit typischer Männerberufe ist vorbei, Erfolg im technischen Beruf hängt von der Einstellung und Begeisterung ab – nicht vom Geschlecht. Doch noch immer ist der Frauenanteil in der Metall- und Elektro-Industrie gering, nur jeder vierte Arbeitnehmer in Bayern ist weiblich. 

Die Forscherinnen-Camps sind 2007 gestartet. 2018 beteiligen sich acht Unternehmen und ebenso viele Hochschulen. Die Camps sind, bis auf die Kosten für An- und Abreise, kostenfrei. 

Weitere Informationen gibt es auf den Seiten von "Technik - Zukunft in Bayern 4.0", der MINT-Initiative für Kinder und Jugendliche, oder auf deren Facebook-Seite.

Technik – Zukunft in Bayern 4.0

Die Bildungsinitiative „Technik – Zukunft in Bayern 4.0“ verfolgt seit 18 Jahren ein großes Ziel: Kinder und Jugendliche für Technik zu begeistern. In vielen Projekten – vom Kindergarten- und Schulalter bis zum Übergang in Ausbildung oder Studium – soll das Interesse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer für technische, naturwissenschaftliche und digitale Zusammenhänge geweckt werden.

Möglich machen das die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber bayme vbm (Hauptförderer) und "Wirtschaft im Dialog" im Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e. V. (Träger). Die Schirmherrschaft hat Bayerns Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer übernommen. Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie fördert die Initiative ebenfalls.

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