HS.R-Studierende erkunden „Orte strategischer Sicherheit"

23.05.2012
Von: Prof. Dr. Markus Bresinsky

Das zweite Semester des Studiengangs International Relations and Management der Hochschule Regensburg (HS.R) sammelte auf einer Exkursion viel Praxiserfahrung.

Das zweite Semester des Studiengangs International Relations and Management vor dem Gemeinsamen Zentrum der deutschen und tschechischen Polizei in Schwandorf zusammen mit Polizeioberrat Johann Kröninger (links) und Prof. Dr. Markus Bresinsky (rechts).

Die Studiengruppe zusammen mit Martin Zimmermann am Mahnmal 9/11 in Oberviechtach. Fotos: Bresinsky

Nach einer Exkursion in den Bayernhafen und einer Studienfahrt zur Raffinerie Neustadt an der Donau führte die dritte Exkursion die Studierenden des zweiten Semesters International Relations and Management der Fakultät Allgemeinwissenschaften und Mikrosystemtechnik in den Themenbereich Sicherheit. Leitgedanke der Studienfahrt war die Verbindung zwischen innerer und äußerer Sicherheit und stand daher unter dem Motto „Orte strategischer Sicherheit".

Erste Station war das Gemeinsame Zentrum der deutschen und tschechischen Polizei in Schwandorf. Dort wurden die Studierenden von Polizeioberrat Johann Kröninger, deutscher Koordinator des Gemeinsamen Zentrums, in die Aufbau- und Ablauforganisation der Institution eingeführt. In seinem sehr praxisnahen Vortrag verdeutlichte Kröninger die Herausforderungen der gemeinsamen Zusammenarbeit auf rechtlicher, polizeitaktischer und interkultureller Ebene. Den Studierenden wurde dadurch die Bedeutung ihrer Studieninhalte zur interkulturellen Handlungskompetenz unmittelbar in der Praxis vorgeführt. In der Diskussion wurden dann konkrete Einsatzaufgaben und taktische Fähigkeiten besprochen. Eine Führung durch das Lagezentrum des Dauerdienstes rundete die Führung ab.

Nach einer Mittagspause in Schwandorf wechselte das Thema der Studienfahrt zur Asyl- und Flüchtlingspolitik. In Kurzreferaten von Jasmin Hummel (Caritasverband Schwandorf) und Gotthold Streitberger (BI Asyl Regensburg) wurde den Studierenden über die Situation von Asylbewerbern und Flüchtlingen in der Region berichtet. Dabei lag auch ein Schwerpunkt auf der Lage afghanischer Flüchtlinge. In der anschließenden Diskussion wurde seitens der Studierenden deutlich auf das Dilemma einer restriktiven Asylpolitik hingewiesen. Zehn Jahre nach dem Beginn des internationalen Einsatzes in Afghanistan sind afghanische Flüchtlinge von Abschiebung bedroht und müssen im Heimatland um ihr Leben fürchten. Wie diese Politik im Zusammenhang mit der Landespolitik sowie der bundesdeutschen Innen-, Außen- und Sicherheitspolitik zu vereinbaren ist, diskutierten die Studierenden kontrovers.

Der Auseinandersetzung mit der Thematik innere und äußere Sicherheit wurde durch den abschließenden Programmpunkt noch eine weitere Perspektive hinzugefügt. In Oberviechtach besuchte die Studierendengruppe das Mahnmal zur Erinnerung an die Terroranschläge in New York vom 11. September 2001. Martin Zimmermann und Rainer Wild berichteten über die Geschichte des Mahnmals und die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Installation eines originalen Trümmerteils des World Trade Centers. Die Studierenden bekamen durch die Schilderungen einen lebensnahen Einblick in die Bedeutung dieses Mahnmals für die Vereinigten Staaten aber auch für die Stadt und die Region.

Die gesamte Exkursion hinterließ bei den Studierenden bleibende Eindrücke und eine Reihe relevanter Anknüpfungspunkte für die eigenen Studieninhalte. Die Diskussion über die strategische Dilemmata zwischen innerer und äußerer Sicherheit werden in den folgenden Summer Schools vertieft werden.

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