Hochmoderne 5-Achs-Bearbeitungsanlage im Maschinenbau in Betrieb

13.09.2012

Das Labor Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (LFW) der Hochschule Regensburg (HS.R) hat aufgerüstet. Es besitzt jetzt ein neues Bearbeitungszentrum für den Bereich Fertigungstechnologie.

Das neue 5-Achs-Bearbeitungszentrum hat seinen Platz im Labor Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen DMG DMU 60eVo gefunden.

Die noch „nackte“ Maschine an ihrem Bestimmungsort in der Fakultät Maschinenbau.

Durch die geöffnete Fensterfassade gelangte die rückgebaute Maschine ins Gebäude.

Die Anlage verfügt über eine Kühlschmiermittelanlage für Außenkühlung sowie eine Hochdruckkühlung durch die Spindel.

So sehen die ersten gefertigten Teile aus rostfreiem Stahl mit diversen Freiformgeometrien aus. Fotos: Fakultät Maschinenbau

Die Einbringung der Anlage in das Labor Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen der Fakultät Maschinenbau der HS.R im ersten Stock des C-Traktes in der Galgenbergstraße war ein Kraftakt, der bereits im Vorfeld für Kopfzerbrechen gesorgt hat. Für die Anlieferung am 14. August 2012 wurde die Anlage extra vom Lieferanten auf ein notwendiges Minimum zurückgebaut, damit Türöffnungen im Gebäude kein Hindernis mehr darstellen. Dennoch war die kleinste Einheit mit zirka acht Tonnen Gewicht zwar klein genug für die Türen, jedoch zu schwer für den Lastenaufzug.

Für die Einbringung ins Gebäude wurde daher extra eine Fensterfront im ersten Stock entfernt, durch die die Anlage eingebracht wurde. Letztendlich war es der guten Vorarbeit des Hochschulteams und der Professionalität des Transportunternehmens zu verdanken, dass die Anlage nach einem schweißtreibenden Tag an Ort und Stelle war. Nebenbei war der aufwändige Transport nicht nur ein Spektakel, sondern auch eine praktische Erfahrung für die beobachtenden Studierenden, die dafür teilweise extra angereist waren. Zehn Tage später war der Originalzustand wieder hergestellt und weitere drei Tage später war die Anlage betriebsbereit und konnte abgenommen werden.

Das zirka 300.000 Euro teure Bearbeitungszentrum, das komplett aus Studienbeiträgen finanziert wurde, verfügt über eine Ausstattung wie sie heute in der Industrie zukunftsweisend ist (die technischen Daten sind auf der Laborhomepage zu finden.)

Mit der Installation dieser hochmodernen Bearbeitungsmaschine werden bereits jetzt folgende Ziele erreicht:

1. Vermitteln moderner Fertigungstechnologien in der Lehre

Das neue 5-Achs-Bearbeitungszentrum ist die Grundlage für das Vermitteln einer fortschrittlichen Technologie im Bereich der spanenden Fertigungsverfahren mit hochdynamischen Antrieben und einer der modernsten CNC-Steuerungen. Die Anlage ist das letzte und wichtigste Glied in der durchgehenden Prozesskette von der Konstruktion (CAD) über die NC-Programmerstellung (CAM) und Simulation des Bearbeitungsprogramms bis zur Herstellung des Bauteils.

2. Erweiterung des herstellbaren Bauteilspektrums

Neben den klassischen Bauteilen für den Maschinenbau können mit dieser neuen Anlage beispielsweise folgende, bislang an der Fakultät Maschinenbau nicht herstellbare Bauteile gefertigt werden:

  • 3D-Freiformgeometrien (zum Beispiel als Form zum Laminieren von Bauteilen oder Profile, die im Windkanal getestet werden sollen etc.
  • 5-Achs-Bauteile (zum Beispiel Impellerbauteile)
  • Bauteile, die eine präzise Mehrseitenbearbeitung in einer Aufspannung erfordern.

Die ersten Teile einer Versuchsanlage für ein Forschungsprojekt im neuen Biomedical Engineering Studiengang wurden bereits gefertigt.

Durch diese neue Maschine werden der Fakultät Maschinenbau neue Möglichkeiten für Forschungs- und Industrieprojekte auf dem Gebiet der spanenden Fertigungstechnologie geboten.

Zurück