Digitalministerin Gerlach startet Regionalzentrum für Künstliche Intelligenz an der OTH Regensburg

30.04.2021
Von: Bayerisches Staatsministerium für Digitales

Wie kleine und mittlere Unternehmen in Ostbayern von KI profitieren können, soll ein Modellprojekt in Regensburg mit Betrieben aus der Region aufzeigen.

Digitalministerin Judith Gerlach informierte sich im Gespräch mit Prof. Dr. Wolfgang Mauerer über die Arbeit des Regensburg Center for Artificial Intelligence (RCAI). Foto OTH Regensburg/Florian Hammerich

Digitalministerin Judith Gerlach informierte sich im Gespräch mit Prof. Dr. Wolfgang Mauerer über die Arbeit des Regensburg Center for Artificial Intelligence (RCAI).

Entwicklungsleiter Ulrich Deml stellte der Ministerin Einsatzmöglichkeiten Künstlicher Intelligenz bei der emz Hanauer GmbH & Co. KGaA in Nabburg vor. Foto: OTH Regensburg/Florian Hammerich

Entwicklungsleiter Ulrich Deml stellte der Ministerin Einsatzmöglichkeiten Künstlicher Intelligenz bei der emz Hanauer GmbH & Co. KGaA in Nabburg vor.

Brücken schlagen von der Forschung in die Wirtschaft wollen Digitalministerin Judith Gerlach und OTH-Präsident Prof. Dr. Wolfgang Baier. Fotos: OTH Regensburg/Florian Hammerich

Brücken schlagen von der Forschung in die Wirtschaft wollen Digitalministerin Judith Gerlach und OTH-Präsident Prof. Dr. Wolfgang Baier. Fotos: OTH Regensburg/Florian Hammerich

Ob automatisierter Wareneingang im Handel oder einfachere Mitarbeitereinsatzplanung: Künstliche Intelligenz (KI) kann auch für mittelständische Unternehmen bahnbrechende Vorteile bieten. Wie können gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) dabei am besten unterstützt werden, KI für ihren Betrieb konkret nutzbar zu machen? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Modellprojekts "KI-Transfer Plus – Regionalzentren für Bayerns Mittelstand", das die bayerische Digitalministerin Judith Gerlach zusammen mit der appliedAI Initiative des Gründungs- und Innovationszentrums UnternehmerTUM gestartet hat. Im Rahmen des einjährigen Modellversuchs an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regenburg) soll in der Region Oberpfalz ein Modell für "KI-Regionalzentren" untersucht werden.

Gerlach erklärte: „Von der Optimierung von Lieferrouten bis zum Vergleich tausender unterschiedlicher Bauteile – viele Unternehmen kämpfen mit hochkomplexen Problemen, für die Künstliche Intelligenz passende Lösungen bieten kann. Gerade kleinere Betriebe tun sich aber oft schwer, einen Zugang zu dieser Zukunftstechnologie zu finden. Mit dem Modellprojekt 'KI-Transfer Plus' wollen wir untersuchen, wie diese Betriebe auf das große Knowhow vieler bayerischer Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen zugreifen können.“

Basierend auf einem von der appliedAI Initiative konzipierten Programm, wird die OTH Regensburg mit dem Regensburg Center for Artificial Intelligence (RCAI) dazu als Pilot-Regionalzentrum in einem ersten Schritt drei Unternehmen bei der Bewältigung ihrer jeweiligen Herausforderungen beraten. In der Region Oberpfalz werden vom RCAI die folgenden Unternehmen begleitet:

  • Die Horsch Maschinen GmbH in Schwandorf produziert Maschinen für die Landwirtschaft. Das Unternehmen muss mit einer großen Heterogenität in den Materialstammdaten und vielen ähnlichen Bauteile umgehen. KI-gestützt sollen hier Konsolidierungs- und Einsparpotenziale identifiziert werden.
  • Die FIT AG in Lupburg ist in der Additiven Fertigung tätig. Hier wird das KI-Potenzial in der Produktionsplanung im Fokus stehen. Intelligente Algorithmen können beispielsweise bei der optimalen Planung von 3D-Druckvorgängen hel-fen und so die Abschätzung der Produktionskosten erleichtern.
  • Die emz - Hanauer GmbH & Co KGaA in Nabburg produziert im Bereich En-vironmental Technology unter anderem Abfallbehälter mit automatischer Füll-standerkennung. Die erzeugten Daten dienen der Routenplanung von Abfallun-ternehmen. KI-Technologie kann dabei helfen, die Touren zu optimieren.

Die Unternehmen erhalten mit der Unterstützung durch die Regionalzentren die Möglichkeit zum Aufbau einer passenden technischen KI-Infrastruktur, der Entwicklung einer langfristigen KI-Vision sowie der Verankerung von KI in den Prozessen und der Organisation des Unternehmens.

Prof. Dr. Wolfgang Baier, der Präsident der OTH Regensburg, erläuterte: „Angewandte Forschung ist typisch für unsere Hochschulart, die immer auch den Transfer im Blick hat, also den Weg von der Forschung hin zur Applikation, zur Anwendung in der Praxis. In diesem Sinne verstehen wir uns als Partner für die Region Ostbayern und arbeiten daher mit vielen Firmen und Unternehmen in ganz Ostbayern zusammen. Gerade im Bereich der KI können wir mit unserem Regensburg Center for Artificial Intelligence, in dem wir alle Forschungsaktivitäten der OTH Regensburg im Bereich der Künstlichen Intelligenz bündeln, die beteiligten Unternehmen mit unseren Kompetenzen effektiv unterstützen.“

Prof. Dr. Wolfgang Mauerer, Vorsitzender Direktor des RCAI, betont: „Das RCAI adressiert Fragestellungen zur KI aus einer diversen Sichtweise, die um unterschiedliche Kompetenzen, Fähigkeiten und Interessen zentriert sind und auf dem wesentlichen Fortschritt in Informatik und Mathematik des vergangenen Jahrzehnts basieren. Es bearbeitet Fragestellungen von hoher akademischer Relevanz. Das vorhandene hohe Domänen- und Anwendungswissen ist eine hervorragende Voraussetzung für die Zusammenarbeit mit den am Projekt beteiligten Firmen, die ja konkrete, reale Probleme lösen müssen.“

Dr. Andreas Liebl, Managing Director appliedAI Initiative, ergänzte: „Mit der appliedAI Initiative unterstützten wir seit Jahren sehr erfolgreich große und kleine Unter-nehmen bei der Adoption von KI-Technologien. Der Auftrag des Staatsministeriums für Digitales ist ein wichtiger Schritt, die breite und systematische Unterstützung des Mittelstands zu untersuchen und unsere Methoden und Erfahrungen über KI-Regionalzentren noch vielen weiteren Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Mit die-sem weltweit einzigartigen Konzept können wir es schaffen, KI nachhaltig im Mittelstand zu verankern.“

Die Erfahrungen des Modellprojekts werden wissenschaftlich begleitet vom Lehrstuhl für Strategic Entrepreneurship der Technischen Universität München. Besonders im Fokus steht dabei die Untersuchung organisatorischer Veränderungen in den teilnehmenden Unternehmen. Aufgrund der Erfahrungen soll dann über eine mögliche Ausweitung des Programms und den Aufbau weiterer KI-Regionalzentren entschieden werden, um künftig noch mehr Unternehmen den Einstieg in die Welt der KI zu vereinfachen.

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