Fundstücke aus vergangenen Zeiten

In einem alten Laborraum lagert die Geschichte der OTH Regensburg.

Jubiläumsgeschichte Historisches Archiv
Foto: OTH Regensburg/Tanja Rexhepaj

Noch ist es ein Provisorium: Im Raum P 056 am Standort Prüfeninger Straße fanden einst physikalisch-chemische Praktika statt. Jetzt erstreckt sich über eine Wand hinweg ein langes, beinah deckenhohes Regal voller Aktenordner und grauen Kartons. Auf den Experimentiertischen liegen alte Baupläne ab den frühen 1950er-Jahren, die Prof. Dr. Peter Morsbach in akribischer Archivarbeit ordnet und verwahrt. Und die Hälfte des Raumes ist belegt mit einem Sammelsurium an sogenannten Asservaten.

Originalmodell des Atomlabors

Manche dieser Dinge hat der Professor für Denkmalkunde gar aus Schrottcontainern wieder heraus gerettet; ein altes Geodreieck und ein alter Zirkel aus Holz zum Zeichnen an der Tafel legen genauso Zeugnis ab von der Geschichte der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) wie einer der ersten Beamer aus dem Jahr 1978, ein vergoldeter Garderobenständer aus dem ehemaligen Präsidentenbüro oder ein Originalmodell des Atomlabors, das vor mehr als 50 Jahren im Keller des Johannes-Kepler-Polytechnikums eingerichtet worden war. „Das hier zeigt: Die OTH Regensburg ist die älteste Hochschule in der Stadt Regensburg, deren Geschichte bis vor die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückreicht“, sagt Prof. Dr. Morsbach. Um dem Rechnung zu tragen, widmet Prof. Dr. Morsbach als Herausgeber des Regensburger Almanachs diesen im Jubiläumsjahr der OTH Regensburg der Geschichte dieser Institution.

Was er in den Regalen in säurefreien Spezialkartons und in Originalaktendeckeln aufbewahrt, reicht zurück bis ins Jahr 1883. In Karton Nr. 1 geht es in handgeschriebenen Akten um die Wiedererrichtung der Baugewerkschule als Teil der Königlichen Kreis-Realschule. Diese Baugewerkschule war genauso wie die spätere Kreisbauschule, die Ingenieurschule und das Johannes-Kepler-Polytechnikum eine Vorgängerinstitution der 1971 gegründeten Fachhochschule Regensburg, der heutigen OTH Regensburg. Bei den Akten handelt es sich hauptsächlich um Personalakten, um Kassenbücher und Rechnungsbelege, aber auch um Schriftstücke, die den Hochschulbetrieb betreffen, oder um Zeitungsartikel.

Baupläne in historischen Planschränken

„Diese Akten waren vorher im ganzen Haus verteilt“, erzählt Prof. Dr. Morsbach. Er hat unzählige Stunden in das Sichten und Ordnen der historischen Dokumente gesteckt. Zurzeit ist er mit den Bauplänen für den Bau an der Prüfeninger Straße, aber auch mit dem Bau der FH am Campus beschäftigt. Um diese ordentlich aufbewahren zu können, bekommt er drei Planschränke aus der denkmalgeschützten Erstausstattung der Hochschule. Und immer wieder bekommt er Rückmeldung aus den Fakultäten zu weiteren historischen Fundstücken: So hat die Fakultät Informatik und Mathematik noch Bildmaterial eines alten ZUSE-Rechners, einem Computer aus den 1960er- Jahren. Die Anlage selbst, die mindestens zehn Quadratmeter Fläche einnimmt und eine der ersten Errungenschaften der digitalen Welt darstellt, ist leider nicht mehr vorhanden.